De Spektaklers Theatergruppe „De Spektaklers“ probt das Stück „Familie Hummel“

Seit September probt die Asendorfer Theatergruppe „De Spektaklers“ auf der Bühne im Gasthaus Ulhorn. Dort findet auch die Premiere des Stücks „Familie Hummel“ im Februar statt.
02.01.2020, 17:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Bärbel Rädisch

Asendorf. Nicht zum Freuen, sondern zum aus der Haut fahren findet Ingrid Hummel (Petra Detering) im Theaterstück der Asendorfer Theatergruppe „De Spektaklers“ das Benehmen ihres Schwiegervaters Klaus (Oliver Bartens), der ihr ständig Grund zum Streiten gibt. An keine Regel im Familienleben hält er sich. Den ganzen Tag muss sie sich ärgern. „He pieselt on'n Lokus in't Stahn“, jammert sie. Auch versteht sie nicht, dass er sich über ihr gesundes Essen aus dem Reformhaus beklagt. „Ik bün blots noch Huut un Knoken“, findet er und isst lieber fettige Frikadellen vom Imbiss.

Völlig uneinsichtig ist er aber, warum er vorübergehend ein Zimmer im Altersheim beziehen soll. Sohn Friedhelm (Reiner Döhrmann) und Ingrid wollen endlich ihre Hochzeitsreise nach Spanien nachholen, die sie nach der Eheschließung immer aufgeschoben haben. Deshalb wird Opa Klaus kurzzeitig ausquartiert. „Afscheven wullt se mi in't Altersheim“, ist sich der Senior sicher. Seine Enkelin Babsi (Karoline Hansack), die kurz vor dem Abitur steht, wird in der Zeit zu ihrer Tante nach Hannover ziehen, ist von Vater und Mutter beschlossen. Mit Freund Siggi (Till Dannemann) hat sie jedoch ganz andere Pläne. Das bindet sie den Eltern natürlich nicht auf die Nase. Die beiden wollen die sturmfreie Bude ausnutzen. Dass Opa Klaus ähnliche Pläne hat, in Gesellschaft von Elke (Katrin Gieße), einer Freundin aus alter Zeit, ahnt hingegen die Enkelin nicht. Turbulenzen sind also vorprogrammiert in dieser Komödie in drei Akten von Jürgen Seifert. Die plattdeutsche Fassung schrieb Wolfgang Binder. Gespannt dürfen die Zuschauer darauf sein, wie dieser Kuddelmuddel sich auflöst.

Seit September proben „De Spektaklers“ zweimal pro Woche auf der Bühne im Gasthaus Uhlhorn in Asendorf. Dabei galt es herauszuarbeiten, dass Friedhelm unter dem Pantoffel seiner Frau steht. Babsis liebevolles Verhältnis zum Opa muss gezeigt werden, auch wenn sie ihm Honig um den Bart schmiert, damit er ihr finanziell bei jeder Gelegenheit unter die Arme greift. Der neu hinzugekommene Till Dannemann unternahm die ersten Schritte im Team und auf der Bühne, und alle bemühten sich, ihm den Einstieg zu erleichtern. Und nicht zuletzt galt es darzustellen, dem Verliebtsein auch jenseits der Jugend eine Chance zu geben, ohne ins Lächerliche abzudriften.

Fürs „Aufhübschen“ – in Theaterkreisen auch als Maske bekannt – ist Maren Döhrmann zuständig. Regieanweisungen geben alle, die nicht auf der Bühne stehen. Sie machen Vorschläge, feilen an Bewegungsabläufen, schlagen Gags vor. Gemeinsamkeit wird überhaupt groß geschrieben bei den Spektaklern. So wurde auch das Stück „Familie Hummel“ ausgewählt. „Wichtig ist für uns die Anzahl der Schauspieler, die auftreten müssen, um überhaupt mit unserem Kontingent spielen zu können. Auch muss das Ganze in einem Bühnenbild stattfinden, umbauen geht nicht“, sagt Ilse Ohlmeier, die neben anderen Damen abwechselnd souffliert. In dieser Aufführung die Wände mit entsprechenden Türen in ein Wohnzimmer zu verwandeln, ließ alle mit anpacken, die handwerklich begabt sind. Auch zur anschließenden Möblierung und den nötigen Requisiten trug jeder bei. Ins Auge sticht der sehr ansprechende Flyer aus professioneller Hand mit allen Informationen. Erstaunen ruft die Frage hervor: „Habt ihr auch schon mal daran gedacht, ein hochdeutsches Stück aufzuführen?“ „Das geht gar nicht“, heißt es einstimmig. „Da würde das Publikum wegbleiben.“ „Alle freuen sich jedes Jahr auf die seit Jahrzehnten etablierten Aufführungen.“ Ein Aspekt ist außerdem, auch heute noch die plattdeutsche Sprache am Leben zu erhalten.

Wie groß die Nachfrage nach Karten ist, zeigte sich schon am ersten Verkaufstag. Für die Premiere am 16. Februar, 9 Uhr, mit Frühstück, gibt es nur noch Restkarten. Für den 1., 3. und 21. März können Interessenten höchstens auf eventuell nicht abgeholte oder zurückgegebene Karten hoffen. Weitere Vorstellungen gibt es am Sonnabend, 22. Februar, 20 Uhr, Sonntag, 1. März, 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen, und Sonnabend 21. März, 19 Uhr, mit anschließender Abschlussparty. Karten werden donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Gasthaus Uhlhorn verkauft.

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