Leichtathletik

TSV Asendorf: Neue Talente aus dem Dreisprungnest

Fünf Dreispringer schickte der TSV Asendorf bei den Landesmeisterschaften ins Rennen – so viele wie kein anderer Klub. Nach Neele Eckhardt und Louis Knüpling wächst eine neue Generation heran.
23.01.2020, 13:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
TSV Asendorf: Neue Talente aus dem Dreisprungnest

Das große Vorbild: Neele Eckhardt lernte einst bei Ute Schröder und ist nun eine Weltklasse-Dreispringerin, die sich national und international behauptet hat.

Fotos: Thorin Mentrup

Asendorf. Leonie Schmidt durfte von der Besten lernen. Von der niedersächsischen Landesrekordhalterin, von der Deutschen Meisterin in der Halle und unter freiem Himmel. Neele Eckhardt startete bei den Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Hannover zwar nicht in der U18, sondern bei den Frauen, aber beide Konkurrenzen fanden gemeinsam statt. Die Ausnahmedreispringerin und Schmidt eint noch etwas: Ute Schröder. Die Trainerin des TSV Asendorf brachte Eckhardt, die gebürtige Asendorferin, die mittlerweile für die LG Göttingen startet, nämlich einst auf den Weg zu einer Topathletin. Nun kümmert sie sich um eine neue Generation von Talenten, die ebenfalls im Dreisprung zum Besten gehören, was die Leichtathletikverbände in Niedersachsen und Bremen zu bieten haben.

Auch Gesa Ehlers zeigte sich in guter Form beim Dreisprung.

Auch Gesa Ehlers zeigte sich in guter Form beim Dreisprung.

Foto: Thorin Mentrup

Asendorf ist ein wahres Dreisprungnest. Schließlich ist nicht nur Eckhardt eine der Schröder-Schützlinge, die sich in dieser technisch anspruchsvollen Disziplin einen Namen gemacht hat. Auch Louis Knüpling reifte beim TSV zu einem Dreispringer heran, der sich weit über die Region hinaus viele Lorbeeren verdiente. An Vorbildern aus dem eigenen Verein mangelt es den Talenten also nicht. Und so startete in Hannover nicht nur Leonie Schmidt im Dreisprung, sondern auch Leon Michelmann, Aaron Purschwitz, Gesa Ehlers und Fenja Klaus. Kein anderer Klub war in dieser Disziplin so stark vertreten wie der kleine TSV Asendorf. Nicht einmal der SV Werder Bremen, die LG Braunschweig oder die LG Göttingen mit Neele Eckhardt.

Die Chefin der Talente: Ute Schröder liebt technische Disziplinen.

Die Chefin der Talente: Ute Schröder liebt technische Disziplinen.

Foto: Thorin Mentrup

Einer gewissen Portion Mut ist das freilich auch geschuldet. „Nicht alle trauen sich an die technischen Disziplinen ran“, sagte Schröder. Sie hat damit dagegen keine Probleme. „Ich bin eben eine Technikfanatikerin“, so die Trainerin, die unter anderem auch etliche Speerwerfer förderte. Für ihre Toptalente, die bis zu dreimal pro Woche trainieren, kann sie die Erfahrung nutzen, die sie mit Eckhardt und Knüpling gesammelt hat. Der Dreisprung ergebe sich teilweise aus dem Training, wenn Mehrfachsprünge auf dem Plan stünden, sagte sie.

Simulieren könne man den Ernstfall zum Beispiel mit Ringen und einer Matte: Absprung, Absprung, rauf auf die Matte. Hop, Step und Jump heißen die drei Einzelelemente des Dreisprungs, die mittlerweile komplett in die Talente übergegangen sind. Die Anforderungen an Dreispringer sind hoch. Einen Versuch sauber auszuführen, erfordert nicht nur Technik, sondern auch eine große Stabilität in der Körpermitte, besonders wegen der Landung auf dem Sprungbein vor dem zweiten Sprung. „Da wirken große Kräfte. Das ballert enorm in den Rücken rein, das muss man erst einmal halten können“, erklärte Schröder. Ihren Sportlerinnen und Sportlern gelang das in Hannover richtig gut: Drei Medaillen sammelten sie durch Ehlers, Michelmann und Purschwitz. Noch wichtiger waren jedoch die vier neuen persönlichen Bestleistungen: Michelmann, Purschwitz, Ehlers und Schmidt legten teilweise deutlich zu. „Es ist toll, wenn sich hartes Training auszahlt“, freute sich die Trainerin für ihre jungen Dreispringer.

Auch Aaron Purschwitz stellte in Hannover eine neue Bestleistung auf.

Auch Aaron Purschwitz stellte in Hannover eine neue Bestleistung auf.

Foto: Thorin Mentrup

Ob unter den Schröder-Schützlingen eine neue Neele Eckhardt oder ein neuer Louis Knüpling dabei ist? Diese Frage ist momentan noch schwer zu beantworten, schließlich sind alle Talente noch jung und ein Stück vom Seniorenbereich entfernt. Schmidt war die einzige U18-Starterin, die anderen vier Dreispringer starteten in Hannover in jüngeren Altersklassen. Ihnen stehen einige Türen offen. Purschwitz etwa hat seine Stärken im Sprint, Michelmann ist ein Allrounder, der in nahezu allen Disziplinen bereits Erfolge gefeiert hat, während Ehlers eine gute Mehrkämpferin abgeben könnte. Die Spezialisierung beginne allmählich, meinte Schröder am Rande der Wettkämpfe. Klar sei aber auch mit Blick auf den Dreisprung: „Alle sind noch nicht perfekt.“ Die Motivation der jungen Generation sollte nach den Auftritten von Hannover allerdings noch größer sein – zumal alle mit Neele Eckhardt ein gutes Beispiel hatten, wie weit man es dank Schröder bringen kann.

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