Fotoreportage über die Hohenmoorer Messer

Wie in Asendorf Messer in Handarbeit entstehen

Ulrich Hennicke hat ein Faible für Messer. Seit vielen Jahren schmiedet der Asendorfer an der perfekten Klinge. Wir haben ihm bei seiner Arbeit in seiner Schmiede über die Schulter geschaut.
08.10.2019, 09:12
Lesedauer: 1 Min
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Von Michael Matthey (Fotos) Kim Torster (Text)

Es gab da diesen Moment im Leben von Ulrich Hennicke. Den Moment, in dem er beschloss, Messer zu machen. Noch heute bekomme er Gänsehaut, wenn er daran denke, sagt er. Damals betrat der gelernte Heizungsbauer Hennicke den Mainzer Künstlermarkt. Dort gab es auch eine Ausstellung für Messer. Sofort habe er gewusst: Das ist es.

23 Jahre sind seitdem vergangen. Heute steht Hennicke in seiner eigenen Schmiede in Asendorf, einer 3000-Seelen-Gemeinde zwischen Nienburg und Bruchhausen-Vilsen. 2006 hat der 56-Jährige ein altes Bauernhaus gekauft und den ehemaligen Schweinestall zu seiner Schmiede umgebaut. Direkte Nachbarn hat Hennicke hier keine. Das ist auch besser so, denn die Arbeit eines Messerschmieds ist laut und dreckig. In die Schmiede fällt nur wenig Tageslicht, auf Werkzeugen und Arbeitsgeräten liegt eine dicke Schicht Ruß und Eisen. Noch läuft das Radio leise im Hintergrund, während Hennicke und sein Mitarbeiter Sören Sander einen Kaffee trinken und die Gas-Esse – eine Art Schmiedeofen – vorheizt. Gleich werden hier die Rohlinge für Messer der Hohenmoorer Messermanufaktur entstehen.

Seit 2012 gibt es die Hohenmoorer Messermanufaktur. Mit dem Messermachen verdient Hennicke aber schon viel länger seinen Lebensunterhalt. Früher hat Hennicke vor allem Einzelstücke hergestellt, sein Traum war es aber immer, eigene Serien zu schmieden und davon leben zu können. Mit seiner Manufaktur hat er sich diesen Traum erfüllt.

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