AWG-Zentraldeponie

5,5 Hektar für neuen Abfall

Der achte Bauabschnitt der AWG-Deponie in Bassum ist fertig und betriebsbereit. Er kann in den kommenden 15 bis 20 Jahren Bauschuttreste aufnehmen. Ein Altbereich wird der Öffentlichkeit zurückgegeben.
29.10.2019, 09:33
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
5,5 Hektar für neuen Abfall

Cord Bockhop (Mitte), Dirk Brozio (Zweiter von rechts) und Andreas Nieweler (rechts) informierten über die Erweiterung.

Vasil Dinev

Bassum. Ein Ende und einen Anfang gab es laut den Worten von Landrat Cord Bockhop jetzt in der Zentraldeponie der AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft) in Bassum. Zum Abschluss des achten Bauabschnitts der Erweiterung und der Stilllegung von Altbereichen hatten Geschäftsführer Andreas Nieweler und Landrat Cord Bockhop zum Vororttermin geladen, um sowohl den neuen Bereich für Bauschutt als auch den alten, nunmehr stillgelegten Teil, der im Frühjahr 2020 wieder der Öffentlichkeit zurückgegeben werden soll, in Augenschein zu nehmen.

„Diese Erweiterung hat für uns eine große Bedeutung“, unterstrich Bockhop. Der nunmehr achte Bauabschnitt der Deponie soll in den kommenden 15 bis 20 Jahren schließlich den Bauschutt aus dem Landkreis aufnehmen. Auf einer Fläche von rund 5,5 Hektar können 1,1 Millionen Kubikmeter Bauabfallreste aufgeschichtet werden. Das entspräche ungefähr einer Menge von zwei Millionen Tonnen, führte Nieweler aus. Rund zwei Drittel davon seien für die Wirtschaft reserviert, ein Drittel stehe den Kommunen zur Verfügung.

Zur Abdichtung damit keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen, wurde das Gelände auf einem profilierten Untergrund zunächst mit einer technisch-geologischen Barriere versehen, erläuterte Dirk Brozio, Geschäftsführer der Strabag, die die Bauarbeiten ausführte. Darauf kam eine ein Meter dicke Schicht aus Ton als mineralische Dichtung. Der Ton, insgesamt 55 Kubikmeter wurden in Bassum verbaut, „stammt aus Dreye und Thedinghausen“, betonte Nieweler den regionalen Charakter der Deponie, der auch Bockhop am Herzen liegt. Diese Fläche erlaube es den Firmen in der Region, ihren Bauschutt vor Ort zu entsorgen. Er müsse nicht erst kilometerweit über die Straße irgendwo anders hin gebracht werden, so der Landrat. Überhaupt verbleiben mittlerweile nur noch rund zehn Prozent davon als nicht-wiederverwertbar, betonte Nieweler. Rund 90 Prozent können mittlerweile als Wertstoffe aus dem Abfall wieder gewonnen werden. Das zeige, wie sich die Abfallwirtschaft im Lauf der Jahrzehnte verändert habe.

Die Tonschicht wird von 2,5 Millimeter dicken Kunststoffmatten abgedeckt, damit das Oberflächenwasser keine Schadstoffe in den Untergrund spülen kann. Diese Kunststoffplatten werden mit einer Doppelnaht verschweißt und durch eine Schotterschicht zusätzlich geschützt. Zur Oberflächenentwässerung kommt oben drauf eine Kiesschicht, unterstützt von einer Sickerwasserdrainage. Das abgeführte Wasser wird in der AWG-eigenen Kläranlage direkt vor Ort geklärt.

Nur einen Katzensprung entfernt liegt der nun stillgelegte Abschnitt der Deponie. Er wurde von 1972 bis 1990 genutzt und nahm rund 2,2 Millionen Tonnen Abfall auf. Davon ist nach der erfolgten Abdichtung nach einem ähnlichen Prinzip wie im neuen Abschnitt nichts mehr zu sehen – außer ein Hügel, 32 Meter hoch, mit einem Rundumblick auf Bassum, Felder, Wiesen und Wälder in der norddeutschen Tiefebene. „Am 1. Mai soll dieser 'Utkiek' der Öffentlichkeit zurückgegeben werden“, kündigte Nieweler an. Ausgestattet mit Spielgeräten, Tischen und Bänken für eine Picknickzone und Trimm-Dich-Geräten soll der Hügel künftig als Naherholungszone dienen, „schonend und naturnah“, wie Nieweler betont. Moto-Cross oder Open-Air-Konzerte hingegen kämen nicht in Frage. Begrünt werde der Hügel auch noch, sicherte er zu. Allerdings könne das erst im Frühjahr passieren. Bäume hingegen können nicht angepflanzt werden. Ihre Wurzeln würden die Abdichtung beschädigen, teilte Florian Dobert, Oberbauleiter der Strabag, mit.

Rund 20 Millionen Euro „netto“ mussten für das gesamte Projekt aufgebracht werden, teilte Andreas Nieweler mit. „Das ist auch für die AWG kein Pappenstiel“, sagte er. Deshalb sei er sehr zufrieden damit, dass die Maßnahme termingerecht fertig gestellt wurde und es damit auch bei den veranschlagten Kosten bleibe.

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