TSV Neubruchhausen Abgehängt draußen, ausgeschieden drinnen

Der TSV Neubruchhausen setzt im Fußball nur noch auf Einheimische. Das Fernziel ist die Kreisliga, allerdings kämpft der Klub erst einmal gegen den Abstieg in die 2. Kreisklasse.
23.12.2018, 15:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Sie mussten nach der Vorrunde die Segel streichen, doch das berührte die Fußballer des TSV Neubruchhausen nur peripher. Die Bassumer Stadthallenmeisterschaft war für sie nur ein Zubrot, schließen hat der TSV andere Sorgen: Sein Abstieg aus der 1. in die 2. Kreisklasse ist kaum noch zu verhindern. Mit nur einem Punkt aus 17 Partien ziert er abgeschlagen das Tabellenende. Ein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, ist das für die Verantwortlichen rund um Spartenleiter Jens Dannemann und seinen Sohn Julian, der die erste Mannschaft trainiert, allerdings nicht.

Es ist ein paar Jahre her, als die Neubruchhauser einen Entschluss fassten: In ihrem 1200-Einwohner-Ort setzen sie seitdem ausschließlich auf einheimische Kicker. „Bei uns spielen nur Jungs aus Neubruchhausen“, sagt Jens Dannemann. Wo Neubruchhausen draufsteht, ist also auch Neubruchhausen drin. Rein sportlich ist diese Konzentration auf die Heimat jedoch schwierig. An die Zeiten, in denen er noch auf Bezirksebene aktiv war, wird der TSV sich nicht mehr orientieren können. „Das ist mit einem kleinen Stamm nicht möglich“, weiß Dannemann. „Aber das ist auch gar nicht unser Ziel.“ Die Kreisliga soll es mittel- bis langfristig sein. Kurzfristig ist sie kein Thema. Vielmehr geht es darum, in der 1. Kreisklasse zu bleiben. „Dass die Hinrunde komplett gegen uns laufen würde, damit konnten wir nicht rechnen“, erklärt Dannemann. Von Spieltag eins an folgte Niederlage auf Niederlage, erst in der 15. Partie holten die Neubruchhauser ihren ersten und einzigen Punkt beim 2:2 gegen Aufsteiger SV Bruchhausen-Vilsen II. Die Ergebnisse allerdings wurden nach diesem kleinen Erfolgserlebnis nicht besser: Mit zwei Niederlagen verabschiedete sich der TSV in die für ihn längst überfällige Winterpause.

Doch woran hakt es? „Die Hauptursache liegt darin, dass wir einige Studenten, die deutschlandweit verteilt sind und uns nicht immer zur Verfügung stehen, aber auch einige Verletzte haben“, macht Dannemann nicht fehlende sportliche Klasse für die schwierige Situation verantwortlich, sondern personelle Probleme. Es passte ins Bild, dass sich im Jahresendspurt mit Jannik Emshoff ein wichtiger Akteur das Kreuzband riss – zum zweiten Mal, es droht das Laufbahnende. Weitere Rückschläge kann der kleine Kader nicht verkraften. Immerhin können die Neubruchhauser laut Dannemann in der Rückserie wieder häufiger auf die Studenten Eike Struß und Martin Meyer zurückgreifen. Auch der Langzeitverletzte Jannes Struß könnte nach seinem Knorpelschaden wieder eine Hilfe werden.

Seine Erfahrung wird bei der jungen Mannschaft, die zuletzt mit einem Durchschnittsalter von rund 20 Jahren auf dem Platz stand, schmerzlich vermisst. Es gibt also doch positive Nachrichten. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand“, verspricht Dannemann, weiß aber auch, dass der Klassenerhalt bei 18 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer kaum noch zu erreichen ist. „Wir beschäftigen uns natürlich auch mit dem Thema Wiederaufstieg“, laufen die Planungen zweigleisig. Man sei bereits in Gesprächen mit möglichen Neuzugängen für den Sommer. „Da sind Jungs dabei, die höherklassig Erfahrung haben“, verrät Dannemann, ohne ins Detail gehen zu wollen. Er setzt auf die Verbundenheit der Neubruchhauser mit ihrem Heimatort. Mit ordentlicher Verstärkung soll die Kreisliga das Fernziel bleiben – auch wenn die Realität dann wohl erst einmal 2. Kreisklasse heißen wird.

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