Ausschuss für öffentliche Sicherheit Aus zwei mach eins

Die Ortsfeuerwehren aus Apelstedt und Nienstedt wollen fusionieren. Das war am Donnerstagabend Thema im Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Bassum.
19.11.2021, 15:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian / abu

Bassum. Ja, Bassums Ortsbrandmeister Claas Meyer wurde als beratendes Mitglied des Ausschusses für öffentliche Sicherheit und Ordnung verpflichtet. Und ja, Erster Stadtrat Norbert Lyko berichtete im neuen Bramstedter Feuerwehrgerätehaus über das neue Bramstedter Feuerwehrgerätehaus und den Feuerwehrbedarfsplan. Aber eigentlich gab es nur ein Thema am Donnerstagabend: die Fusion der Ortswehren aus Apelstedt und Nienstedt.

Auch hier legte Norbert Lyko mit ein paar Worten vor. Zwölf Ortswehren gebe es in Bassum, eine Schwerpunktwehr, zwei Stützpunktwehren und neun Wehren mit Grundausstattung. Ziel sei es, so ist es vorgeschrieben, jeden möglichen Brandfall in Bassum und der eingemeindeten Umgebung innerhalb von zehn Minuten erreichen zu können. Sechs Kameraden müssten innerhalb dieser Zeitspanne für einen Erstangriff vor Ort sein. "Wenn nicht, ermittelt der Staatsanwalt gegen den Bürgermeister."

Entsprechend zurückhaltend wird das Thema Fusion in den Feuerwehren behandelt. Nicht so in Apelstedt und Nienstedt. Die hatten sich schnell für ein Miteinander entschieden, schon bevor Manfred Fennen von der Feuerwehr-Unfallkasse von Zusammenschlüssen berichtet hatte. "Wie hätten das nie vorgeschlagen", sprach Norbert Lyko für die Stadt Bassum. "Das muss von den Wehren selbst ausgehen. Es liegt uns fern, dem Willen der Wehren zu widersprechen."

Zwischen dem ursprünglichen Fusionsgedanken und der Umsetzung lag und liegt allerdings eine größere Zeitspanne. Immerhin: Alle Beschlüsse in diese Richtung fielen einstimmig aus. "Ein starkes Signal", meinte Norbert Lyko. Aufgrund dessen wurde "nach Rücksprache mit dem Stadtbrandmeister Claas Meyer sowie der Kreisfeuerwehrführung – Kreisbrandmeister Michael Wessels und sein Stellvertreter Hartmut Specht – der Beschluss gefasst, im Rahmen einer Gesamtmitgliederversammlung der Ortsfeuerwehren Nienstedt und Apelstedt einerseits über die Auflösungen der jeweiligen Ortsfeuerwehren abstimmen zu lassen und im Anschluss über die Neugründung der Feuerwehr Apelstedt-Nienstedt zum 1. Januar 2022 abzustimmen", wie es in der Beschlussvorlage heißt. Erst auflösen, dann neu gründen – so sollte, so musste es laufen, damit niemand sich von jemand anderem einverleibt fühlt. Am 22. Oktober wurde dies so beschlossen. Es ist die erste Fusion von Bassumer Ortswehren. 

Bis 2028 wird es allerdings bei zwei Standorten bleiben. Danach treffen sich die Brandbekämpfer aus Apelstedt und Nienstedt in Apelstedt. Der Grund: Das dortige Gerätehaus wurde im Jahre 2015 erst eingeweiht, entspricht also den modernen Anforderungen. Laut Feuerwehrbedarfsplan erhält Apelstedt 2026 ein neues Fahrzeug, dass die Maße dieses Gerätehauses sprengen dürfte. Es müsste also angebaut werden. Das würde sich in der Tat in Apelstedt anbieten, da die Komlettsanierung des Nienstedter Gebäudes deutlich teurer sein dürfte als die Erweiterung in Apelstedt. Das Gerätehaus in Nienstedt soll anschließend zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden.

Jürgen Laschinski vom Bürger-Block begrüßte anschließend die Fusion, fragte aber: "Können wir die Wehren halten?" Stadtbrandmeister Claas Meyer beruhigte mit den Worten: "Die Mannschaftsstärke ist sowohl in Apelstedt als auch in Nienstedt noch okay." Er berichtete aber auch von demnächst abtretenden Ortsbrandmeistern. Zudem seien Stellenpläne und Ausbildung während der Corona-Pandemie zu kurz gekommen. Aber: "Es ist kein großes Problem bekannt." Auch Eike Selmmer (Die Grünen) sah die Bassumer Ortswehren "nicht auf dem absteigenden Ast". Jonathan Kolschen (SPD) sprach sich ebenfalls für den Zusammenschluss aus: "Der lange Übergang ist doch gut für die Planung."

Zur Sache

Vorbild aus Gessel und Ristedt

Am 4. März 2017 stand die Fusion der Ortsfeuerwehren aus Syke und Ristedt bereits auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Ristedt. Die Gründungsversammlung folgte schließlich am 16. August 2019. Zum ersten Ortsbrandmeister wurde Tim Lehrfeld gewählt, sein Vertreter hieß Philipp Milferstedt. Die neue Ortsfeuerwehr "Rissel", die erste Fusion im Landkreis Diepholz, präsentierte im September 2019 schließlich ihr neues Gerätehaus in Gessel.

Im Februar 2021 folgten die Wehren aus Ridderade und Heiligenloh. Nach ihrer Fusion arbeiten beide Ortsfeuerwehren nun im Twistringer Löschzug „West“.

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