Kantatenkonzert Streifzug durch die Barockzeit

Zu einem Kantatenkonzert in der Bassumer Stiftskirche lädt die Bassumer Kantorei ein. Die Veranstaltung findet statt am 22. Mai ab 17 Uhr.
19.05.2022, 15:06
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Streifzug durch die Barockzeit
Von Micha Bustian

Bassum. "Volare, oho. Cantare, ohohoho." So singt die Gruppe Gipsy Kings im Refrain ihres größten Hits. Cantare – das kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt "Singen". Cantare – das ist auch die Basis des Wortes Kantate. Und viele Kantaten machen am Sonntag ein Konzert. Wann? Am 22. Mai ab 17 Uhr. Wo? In der Bassumer Stiftskirche. Und wer singt? Die Bassumer Kantorei.

Laut Internet-Lexikon Wikipedia ist die Kantate "eine Formenfamilie von mehrsätzigen Werken für eine oder mehrere Gesangsstimmen und Instrumentalbegleitung". Viel schöner hätte es Réka-Zsuzsánna Fülöp nicht formulieren können. Die Kreiskantorin beschreibt diese Art Musik wie folgt: "Es fängt mit einem Chorstück an, es folgen Soli und Rezitationen, und am Ende kommt wieder ein Choral." Es gebe sowohl weltliche als auch geistliche Kantaten. Letztgenannte wurden für Sonntage und kirchliche Feiertage geschrieben, "mit biblischen Texten". Ähnlich wie christliche Gedichte. 

Dieser christliche Faden zieht sich auch durch das gesamte Konzert der Bassumer Kantorei. Zwei vollständige Kantaten und eine Arie kündigt Réka-Zsuzsánna Fülöp an. Los geht es mit Johann Sebastian Bachs "So bringet dem Herrn Ehre seines Namens". Zuversicht in Tönen kündigt Fülöp an, "Anregungen, eine ausgesprochene Botschaft". Bachs "Cantata BWV 148 - III" bilde den "fröhlichen Auftakt" des Nachmittags, untermalt von festlichen Barock-Trompeten, getragen von einem fulminanten Chor. "Alles, was der Chor singt", die Bassumer Kantorei also, "ist von Bach", erzählt Fülöps Partner Ralf Wosch. 

Musikalisch bewegt sich der Bassumer Chor durch die Barockzeit. "Damals wurde sehr intensiv gelebt", weiß Réka-Zsuzsánna Fülöp. Prunk, Intensität, emotionale Sprache, insgesamt "keine einfache Musik" schreibt die Kreiskantorin dem Barock zu. Intensiv sei die Zeit aber auch wegen Leid und vieler Kriege in der Zeit vom Ende des 16. Jahrhunderts bis etwa 1750 gewesen. Parallelen zu heute seien durchaus zu entdecken. Allein schon wegen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie. 

Apropos: Das Virus hat die Arbeit mit der Kantorei für Réka-Zsuzsánna Fülöp schwierig gemacht.  Die 80 Mitglieder seien für Proben in kleine Gruppen aufgeteilt worden. "Sie mussten lernen, mit Abstand zu singen", wo es sonst eher kuschelig-eng ist. "Das war sehr herausfordernd", findet die Kreiskantorin. "Aber jetzt kommen die Leute wieder. Allein die Ansage, wieder ein Konzert zu geben, gibt den Leuten einen Schub."

Doch wir schweifen ab. Zurück zum Konzert. "Fröhlich und jubelnd" soll es im zweiten Teil zugehen. Wie bei Antonio Vivaldi. Das passt zur Jahreszeit. "Wir sind im Frühling angekommen", sagt Réka-Zsuzsánna Fülöp. "Alle sind so glücklich über die Natur." Dazu passt das Trompetenkonzert in D-Dur von Guiseppe Torelli. "Fröhlich", rutscht Fülöp ein Adjektiv heraus. Eher etwas zum Hinhören sei indes das Stück "Kuckuck und Nachtigall" von Georg Friedrich Händel. "Mit kleiner Orgel und Streichern", ergänzt Ralf Wosch.

Der freut sich auch über die hochkarätige Unterstützung, die der Bassumer Kantorei zukommt. Stimmlich sind das die Twistringerin Beate Gehrken (Sopran), der Kölner Luca Segger (Altus), der Dresdener Murilo Sousa (Tenor) und der Hannoveraner Michael Jäckel (Bass), instrumental wird die Kantorei von einem Barock-Ensemble unterstützt. Dazu kommen der Bremer Vladyslav Snadchuk (Barockvioline) und der Kölner Gábor von Hegyi (Barocktrompete). 

Zum Abschluss gibt es noch zweimal Musik von Johann Sebastian Bach. Die Kreuzstabkantate beispielsweise. "Sehr persönlich", findet Réka-Zsuzsánna Fülöp dieses Stück. Und letztlich die Kantate "Bleib bei uns, denn es wird Abend werden". Der Text erzählt von den Jüngern, die Jesus bitten, bei ihnen zu bleiben. Der Hoffnung wegen. "Das können wir in unseren Zeiten doch durchaus nachempfinden."

Zur Sache

Karten, Öffnungszeiten, Corona

Karten für das Kantatenkonzert der Bassumer Kantorei in der Stiftskirche kosten 22 Euro, für Menschen mit Handicap, Schüler und Studenten nur fünf Euro. Es gibt die Tickets im Geschäft Papier und Tinte, Bahnhofstraße 17 in Bassum, sowie in der Buchhandlung Schüttert, Schloßweide 1 in Syke. Die Pforten zur Bassumer Stiftskirche öffnen am Sonntag, 22. Mai, um 16.30 Uhr, eine halbe Stunde später beginnt das Konzert. Wie Kreiskantor Ralf Wosch mitteilt, gibt es für diese Veranstaltung keine Corona-Beschränkungen.

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