Alte Oberförsterei Neubruchhausen Fotokunst in neuem Licht

Die Fotos sehen alt aus, sind es aber nicht. Fotograf Fritz Kohnert eröffnet am Sonntag, 12. September seine neue Ausstellung zum Sägewerk in Neubruchhausen. Und hat nun auch das richtige Licht dafür.
10.09.2021, 17:19
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Fotokunst in neuem Licht
Von Wolfgang Sembritzki

Bassum-Neubruchhausen. Fritz Kohnert geht ein Licht auf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Seine neue Ausstellung "Das Sägewerk Bösselmann in Neubruchhausen – wie aus der Zeit gefallen" eröffnet er an diesem Sonntag, 12. September, in der alten Oberförsterei in Neubruchhausen. Dafür brauchte er jedoch noch schnell eine elementare Sache – nämlich anständige Beleuchtung. 

Alles auf LED

Die sei in dem Gebäude für Kunst nämlich mehr schlecht als recht gewesen, also bestand dringend Handlungsbedarf. Von dieser Erkenntnis bis zum Pressetermin hat es jedoch nicht lange gedauert: "Eine spontane Idee findet eine tolle Würdigung", sagt dazu Bürgermeister Christian Porsch. Bei der "normalen Nutzung" des Gebäudes, etwa als Trauzimmer, habe die vorhandene Beleuchtung ausgereicht, für eine Ausstellung hätte sie jedoch nicht ausgereicht. Schon zwei Wochen, nachdem Kohnert aufgefallen war, dass das Licht besser sein könnte, hat Lennardt Wolff von der Firma Krabbes Elektrotechnik die letzte Leuchte installiert. "Wir haben ein paar Strahler erweitert und alles auf LED umgerüstet", so Wolff. 

Hans-Hermann Schrader vom Heimatverein Neubruchhausen freut sich über das Projekt. Die überarbeitete Beleuchtung eröffne "ganz andere Möglichkeiten". Man sei nun in der Lage, "kulturell eine ganz andere Schiene aufzulegen und das Haus noch qualitätsvoller zu bespielen". Insgesamt drei Räume, darunter das Trauzimmer, seien nun "durchbeleuchtet", fügt Fritz Kohnert hinzu.

Bezahlt hat die Umrüstung der Lichtanlage die Avacon. Laut Kommunalreferent Hermann Karnebogen sei der Energieversorger "stolz, dass es die alte Oberförsterei gibt", weswegen man das Projekt gern unterstützt habe. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sei es wichtig, der Künstlerbranche unter die Arme zu greifen, da diese besonders durch die Absagen vieler Kulturveranstaltungen gelitten hat.

Ein weiterer wesentlicher Punkt, warum nun LEDs zum Einsatz kommen, sei der Klimaschutz. Derzeit sei die Avacon in Bassum damit beschäftigt, die Straßenbeleuchtung komplett auf die Leuchtdioden umzustellen. Seit Beginn der Umrüstung habe man dadurch bereits 150 Tonnen Kohlendioxid einsparen können, so Karnebogen. Und am Ende sei die Kostenübernahme eine gute Gelegenheit, die Ehrenamtlichen des Heimatvereins Neubruchhausen zu unterstützen, so Karnebogen. Der Kommunalreferent überreichte in diesem Sinne und im Zeichen des Klimaschutzes Hans-Hermann Schrader eine Packung Fahrradklingeln, die dieser dankend annahm.

Im richtigen Licht

Fritz Kohnert eröffnet die Ausstellung "Das Sägewerk Bösselmann in Neubruchhausen – wie aus der Zeit gefallen" am Sonntag, 12. September, ab 11 Uhr. "Man meint immer, die Bilder kommen aus alten Zeiten", so Kohnert. 25 verschiedene Motive des Sägewerks werden auf den aktuellen Aufnahmen zu sehen sein. Der Amateurfotograf will mit der Dokumentation das Sägewerk fotografisch festhalten, bevor traditionelle Handwerksbetriebe in der Region von der Bildfläche verschwinden. Die Ausstellung werde mindestens bis zum Tag der Regionen am Sonntag, 26. September, zu sehen sein. Gerda Lüdeke, die unter anderem als Gästeführerin im Heimatverein engagiert ist, freut sich, Kohnert für die Ausstellung gewonnen zu haben: "So etwas muss nach Neubruchhausen." Und das im richtigen Licht.

Zur Sache

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Aus dem Jahr 1780/81 stammt die im Fachwerkstil gebaute alte Oberförsterei. Sie hat orts- und waldgeschichtliche Bedeutung und war Wirkungsstätte vieler Generationen von Forstbeamten, heißt es auf der Webseite der Stadt Bassum. Der bedeutendste Forstmeister sei Friedrich August Christian Erdmann, der als Vater des deutschen Mischwaldes gilt. Heute dienen die Gebäude dem dörflichen Gemeindeleben und bieten Kulisse für wechselnde kulturelle Veranstaltungen sowie Ausstellungen.  

Idyllisch lässt es sich in der alten Oberförsterei in Neubruchhausen heiraten. Das Fachwerkgebäude liege in landschaftlich herrlicher Umgebung zum Hachetal, heißt es weiter. Nach der Schließung des Bundes der Ehe bietet sich die Kulisse auch für die Hochzeitsfotos an. Laut Stadt Bassum bietet die alte Oberförsterei Platz für 30 bis 40 Personen. Die Anschrift lautet: Sudwalder Straße 17, 27211 Bassum-Neubruchhausen.

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