Bassumer Advent Der Mittelpunkt der Adventszeit

Den Bassumer Advent in seiner eigentlichen Form wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Doch von den Bäumen auf dem Bassumer Stiftshügel sollen Geschichten erklingen und Lichter scheinen.
16.11.2021, 14:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian / abu

Bassum. Während sich in Bremen trotz explodierender Corona-Inzidenzen ein Weihnachtsmarkt mit mehr als 150 Ständen andeutet, wird der Bassumer Advent wegen Covid-19 einmal mehr kleiner ausfallen. Was nicht gleichgesetzt werden muss mit: weniger charmant. Denn die Organisatorinnen um Pastorin Ines-Maria Kuschmann und die städtische Kulturbeauftragte Claudia Voss haben für die Variante B des Bassumer Advents – Start am 28. November – ein außergewöhnliches Basiskonzept entwickelt. Und dazu ein Rahmenprogramm.

"Es wird noch einmal ohne Marktzauber laufen müssen", ärgerte sich Susanne Vogelberg anlässlich eines Pressegespräches im neuen Gemeindehaus. Und nur im Gemeindehaus werde ein Bassumer Advent nicht funktionieren. "Aber wäre es nicht schön, unter den Bäumen auf dem Stiftshügel zu sitzen und Geschichten zu hören?" Die Antwort des Organisationskomitees: ja. "Und dann war es eine Sache der Schwarmintelligenz." Geschichtenbäume sollen entstehen, mit von Bassumern eingelesenen Geschichten. Und mobilen Sitzgelegenheiten, denn: "Bisher steht hier ja nur eine Bank."

Für Stühle und Bänke hat Susanne Vogelberg den Holzkünstler Andreas Koch-Warnken angesprochen. Klar war: "Wir brauchen bewegliche Möbel." Koch-Warnken hatte bereits "das Konzept für ein mobiles Auditorium in der Schublade". Dies passte er der Örtlichkeit an. Entstehen sollen nun Blöcke, die man individuell platzieren und gruppieren kann. "Sie lassen sich aber auch zu einem Halbkreis verbinden." 13 Menschen sollen Platz finden auf dieser Sitzgruppe. Die notwendigen Materialien: Backstein, Stahlblech und sibirische Lärche. "Inzwischen sind alle Komponenten verfügbar, wir bauen sie jetzt zusammen." Vogelberg zeigt sich begeistert von der Idee: "Die Flexibilität ist klasse." Die Sitzgruppe werde auch über den Bassumer Advent hinaus am Stiftshügel bleiben. 

Doch wie kommen die Geschichten in die Bäume? Diese Frage beantwortet Brigitta Wortmann, ihres Zeichens nicht nur Märchenerzählerin, sondern als Medienpädagogin auch technisch auf der Höhe. Für die Storys haben die Organisatorinnen bereits verschiedene bekannte Bassumer angesprochen. Bürgermeister Christian Porsch beispielsweise. Und Pastor Wiardus Straatmann. Zwei bis sechs Minuten lang sollen die Geschichten sein, teilweise selbst geschrieben, besinnlich, witzig, humorvoll, gern auch fremdsprachig. Dazwischen kurze Melodien, die Wortmann zum Teil auf ihrer Harfe intoniert. Da Bäume aber keinen Einschaltknopf haben, sollen in den Kronen Bewegungsmelder installiert werden. "Die Technik davon kommt von Video-Art, von Michael Gillner", erklärt Wortmann. Sollte diese nicht wie erhofft funktionieren, könnten auch QR-Codes, die die Geschichten starten, an den Stämmen befestigt werden. 

Wer in der oft ja hektischen Vorweihnachtszeit nicht die Muße hat, einer Geschichte zu lauschen, kann sich eine mitnehmen. Denn: In der Umgebung des Gemeindehauses werden alte Kaugummi-Automaten zu Geschichten-Automaten umfunktioniert. Für einen Euro könne man sich Literarisches ziehen, der Erlös komme einem guten Zweck zugute. Dies habe nachhaltigen Effekt, erzählt Claudia Voss. "Da kommen später Samenbomben rein. Dann kann man der Natur etwas Gutes tun." Das Konzept habe sich ein 15-Jähriger aus Bremen ausgedacht.

Doch Geschichten allein machen die Stimmung nicht perfekt. Deshalb wollen die Organisatorinnen den Stiftshügel speziell beleuchten, ihn dadurch attraktiver machen. Uwe Molkenthin setzt zusammen mit dem städtischen Bauhof "schöne Akzente in den Bäumen", sagt Susanne Vogelberg. Das habe schon 2020 gut funktioniert. Und damit ist das Motto auch perfekt: "Musik – Lichter – Geschichten". Ines-Maria Kuschmann erklärt: "Wir wollen etwas Besonderes für Bassum darstellen." Sie wollen aus dem illuminierten Stiftshügel den "Mittelpunkt in der Adventszeit" machen. Denn: "Das Licht kommt mit Jesus Christus in die Welt."

Zur Sache

Bassumer Advent - das Rahmenprogramm

Das Grundkonzept des Bassumer Advents steht (siehe Text oben). Drumherum reihen sich einige Rahmenveranstaltungen. Ein Überblick.

28. November: Familiengottesdienst "Licht im Advent mit Kindern des Rentei-Kindergartens und Pastorin Ines-Maria Kuschmann in der Stiftskirche (16 Uhr), Eröffnung des Bassumer Advents mit Bürgermeister Christian Porsch auf dem Stiftshügel (17 Uhr), Konzert der Klassischen Philharmonie Nordwest in der Stiftskirche (19 Uhr).

2. Dezember: Meditation (18.30 bis 19 Uhr in der Stiftskirche).

5. Dezember: Mitmachkonzert mit Matt und Basti, dazu Lichtershow und Nikolausaktion (15.30 Uhr).

9. Dezember: Adventslieder singen mit Kantor Ralf Wosch (18.30 bis 19 Uhr in der Stiftskirche).

12. Dezember: Musikalischer Klangzauber mit Werken aus Barock und Romantik mit Frauke Brandt an der Orgel, dem Frauen-Chor der Bassumer Kantorei und den Rainbow Gospel Singers in der Stiftskirche (17 Uhr).

16. Dezember: Meditative Andacht zum Thema "Hoffnungslichter" (18.30 bis 19 Uhr in der Stiftskirche).

24. Dezember: Kinderweihnacht in der Stiftskirche (11 Uhr), Christvesper mit musikalischem Krippenspiel in der Stiftskirche (14 Uhr), Christvesper auf dem Stiftshügel (15.30, 17 und 18.30 Uhr), Christnacht (23 Uhr).

Täglich: Kapelle der Stille am Westeingang der Stiftskirche (9 bis 17 Uhr).

Immer sonnabends: Offene Kirche (15 bis 18 Uhr).

Immer sonntags: Offene Kirche (15 bis 18 Uhr).

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