Hilfsorganisation Faithline Unterstützung für Menschen in Not

In Europa gibt es viele Menschen, die unter schlechten Bedingungen leben. Tobias Hoffmann hat sich in Ländern wie Polen und Rumänien bereits ein Bild gemacht und entschieden, den Verein Faithline zu gründen.
25.10.2021, 12:10
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Unterstützung für Menschen in Not
Von Dennis Glock

Bassum. Es waren prägende Bilder, die Tobias Hoffmann, erster Vorsitzender des Vereins Faithline, bei seinem ersten Besuch in Rumänien mit bloßen Augen wahrnahm. Kinder spielten ohne Schuhe und mit zerrissener Kleidung im Dreck. Hunger und Durst waren den Kleinen bei jeder Bewegung anzusehen. An fließendes Wasser, Strom oder eine menschenwürdige Unterkunft war nicht zu denken. Vieles erinnerte ihn an ein Elendsviertel, wie man es aus Afrika kennt. Und das, obwohl Rumänien Mitglied der EU ist. Schnell war ihm klar, die Armut ist hier allgegenwärtig, Hilfe musste dringend her. „Die Anblicke waren ziemlich hart, es war unfassbar dreckig. Wenn man sieht, wie diese Menschen leben, gibt einem das zu denken und man macht sich im selben Moment Pläne, wie man helfen kann“, erklärt Hoffmann.

So gründete Hoffmann im Jahr 2016 den Verein Faithline. Bilder, wie er sie aus Rumänien kannte, zeigen ihm im Nachhinein, dass es richtig war. Denn die Hilfspakete in Form von Kleidung, Nahrung oder Aufbauarbeiten wird in den südosteuropäischen Ländern dringend benötigt. „Die Idee war es, täglich etwas Gutes zu tun. Dass Hilfstransporte in dieser Form überhaupt existieren, war mir am Anfang gar nicht bewusst. Aber wenn man einmal drin ist, entstehen schnell Kontakte“, erinnert sich der gelernte Tischler zurück und fügt hinzu: „Was wir hier tun, hat definitiv Potenzial, meine Lebensaufgabe zu werden.“

Das Motto von Faithline lautet „Lieben, Helfen, Vernetzen“ und setzt sich ganz klar aus drei Bausteinen zusammen. Zum einen hat die Hilfsorganisation die Not der Menschen stets vor Augen und fühlt sich mit ihnen verbunden. Dabei wollen sie den Betroffenen etwas zurückgeben (Liebe). Um aber wirklich etwas bewirken zu können, ist die Organisationen auf Unterstützung von außen angewiesen. Nur mit dem starken Zusammenhalt ist es möglich, den Menschen vor Ort lebenswichtige Güter zu liefern (Helfen). Ohne ein aufgebautes Netzwerk mit anderen Organisationen, das sich teilweise auf ganz Europa ausdehnt, wären die Planungen für die Hilfstransporte ebenfalls deutlich schwieriger (Vernetzen).

Doch wie sieht die tägliche Arbeit überhaupt aus? Damit dringend benötigte Hilfsgüter den Weg in die Krisengebiete finden, muss einiges geschehen. „Hilfstransporte fahren, das heißt: Kontakte knüpfen, Hilfsgüter einsammeln, viel telefonieren, Papierkram, Lagerverwaltung, Zoll, Fahrzeuge be- und entladen und natürlich Lkw fahren“, berichtet Hoffmann, der sich vor wenigen Jahren selbstständig gemacht hat und Entrümpelungen, Renovierungsarbeiten und Objektpflege anbietet. Von seiner täglichen Arbeit profitiert Faithline ungemein: „Oft sehe ich bei Entrümpelungen Dinge, die eigentlich noch zu gebrauchen sind. Die Menschen wären beispielsweise froh, einen Tisch oder Stühle zu besitzen.“

Ebenfalls ein Teil von Faithline ist Ingvar Goldsche. Der Versicherungsmakler aus Bassum ist schon lange mit Tobias Hoffman befreundet und war von der Idee, eine Hilfsorganisation zu gründen, von Anfang an überzeugt. „Wenn ich mir angucke, wie hilfsbereit einige Menschen sind und bei jedem ihrer Einkäufe immer eine Tube Zahnpasta doppelt kaufen und sie dann zu uns bringen, ist das einfach ein tolles Gefühl“, sagt Goldsche. Die vereinseigene Lagerhalle an der Bremer Straße ist gefüllt mit Gütern, die nur darauf warten, bei den Bedürftigen anzukommen. „Oft erhalten wir Säcke gefüllt mit Kleidung, die in den Gebieten dringend benötigt wird. Ich kann nur immer wieder wiederholen, dass es auf jede einzelne Spende ankommt“, versichert Goldsche.

Nachdem sich Hoffmann und Goldsche gemeinsam mit ihren beiden Mitarbeitern im Februar per Lkw nach Polen aufgemacht hatten, halfen sie Mitte Oktober auch bei den Wiederaufbauarbeiten im Ahrtal. Zwar sind die beiden Touren nicht zu vergleichen, doch Faithline kommt es immer vor allem auf eins an: helfen. „Wir sind ein starkes Team und versuchen immer unser Bestes. Die Eindrücke können prägen, egal, wo wir helfen. Zumal wir immer acht bis zehn Tage auf engstem Raum im Transporter leben“, sagt Hoffmann. Wann und wo die nächste Hilfsmission stattfindet, ist noch unklar. In Ländern wie Lettland, Polen und Rumänien wurde seitens Faithline bereits angefragt. „Das ist auch immer eine Frage der Zeit und des Geldes. Die steigenden Spritpreise machen die Fahrten nämlich auch nicht gerade günstiger“, gibt Hoffmann zu.

Zur Sache

Spenden erwünscht

Faithline ist als gemeinnützig anerkannt und lebt von Spenden. Der Verein arbeitet mit Hilfswerken zusammen, zu deren Mitarbeitern er eine persönliche Beziehung pflegt. Zu seinen Partnern gehören unter anderem GAIN, Hilfe von Herz zu Herz,  humedica, TOS Ministries und Herzenspakete. Faithline garantiert außerdem, dass jede Spende dort ankommt, wo sie wirklich benötigt wird. Interessierte haben im Internet unter https://faithline-aidtransports.com die Möglichkeit, ihren Teil beizutragen und den Verein in unterschiedlicher Art und Weise mit Spenden zu unterstützen. Für weitere Informationen stehen Tobias Hoffmann telefonisch per Mail an info@hoffmann-bassum.de oder telefonisch unter 01 77 / 8 96 77 28 und Ingvar Goldsche per Mail an ingvar@goldsche24.de oder telefonisch unter 0 42 41 / 34 40 zur Verfügung.

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