Kulturbühne Bassum Außergewöhnliche, virtuose Kompositionen

Haydn, Lourie, Hallgrimsson, Walckiers: Werke dieser vier Komponisten standen auf dem Konzert der Kammerphilharmonie Bremen auf der Bassumer Kulturbühne im Mittelpunkt.
26.06.2022, 17:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Dorit Schlemermeyer

Bassum. Musik hautnah erleben und live. In diesen Genuss kamen die Zuhörer am Sonnabend bei der Bassumer Kulturbühne. Unter dem Titel „Musikalischer Brückenschlag“ traten Musiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen auf.

„Dass wir diese Verbindungen haben und jetzt wieder die Möglichkeit, diese Musik live zu hören, das ist alles ein großes Glück“, brachte es Bassums Kulturbeauftragte Claudia Voss auf den Punkt. Bevor Beate Weis von den Kammerphilharmonikern die Moderation übernahm: „Das ist hier ein netter intimer Moment mit Ihnen, hat Wohnzimmeratmosphäre“, begrüßte die Violinistin die überschaubare Anzahl an Gästen und erzählte vom laufenden Projekt der Kammerphilharmonie. „Das Orchester arbeitet an Werken von Joseph Haydn. Wir sind erfreut und beglückt, welch neue Facetten wir von diesem Komponisten entdecken durften." Damit hatte Weis zugleich das passende Vorwort für das erste Werk geliefert: Haydns Londoner Trio Nr. 1 C-Dur. 1794 entstanden, ursprünglich für zwei Flöten, werden die Trios heute gerne in der Besetzung mit Geige gespielt, erfuhren die Zuhörer aus dem Programmflyer. Und hörten ein Stück, das den damaligen heiteren Spielcharakter von Hausmusik wieder spiegelte.

Das Flötenspiel von Bettina Wild fand seine perfekte Ergänzung durch die Violine von Beate Weis und das Violoncello von Marc Francaux in brillanter Ausführung. Als der letzte Satz „Finale vivace“ verklungen war, bedankte sich das Publikum mit viel Beifall. Der nächste Komponist war vielen nicht bekannt: Arthur Vincent Lourie. Obwohl er zu den schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt. Seine außergewöhnlichen Kompositionen für die Flöte bescherten dem Publikum ein spannendes Hörerlebnis. „La flute de pan“ beschäftigt sich mit der Geschichte der Nymphe Syrinx, die sich in Schilfrohr verwandelt und Pan als einzige Möglichkeit der Zwiesprache den Bau eines Instruments aus Schilfrohr bleibt. Mit Flatterzunge und Tremoli setzte Flötistin Bettina Wild die klagenden Töne der verwandelten Nymphe perfekt in Szene. Noch eindrucksvoller war das nachfolgende Stück „La flute à travers le violon“ von 1935, in dem Flöte und Geige geradezu verschmolzen und so ein bildreiches musikalisches Werk schufen. „Man muss sich erst reinhören, aber dann ist es ein faszinierendes Hörerlebnis“, kommentierte eine Besucherin in der Pause.

Die Hörerlebnisse für die Zuhörer setzten sich nach der Pause mit einem weiteren faszinierenden Komponisten fort. Der Isländer Hafliði Hallgrímsson wurde 1941 in Akureyri (Nordisland) geboren und begann im Alter von elf Jahren mit dem Cellounterricht. Sein Werk „Verse 1“ für Flöte und Cello wurde 1975 uraufgeführt. Als Inspiration diente ihm ein Aufenthalt im englischen Aldeburgh, direkt an der Küste. Bettina Wild und Marc Froncoux nahmen die Zuhörer mit in die Klangwelten des Komponisten und präsentierten ein aufregendes Klangerlebnis, das auf musikalische Weise den Strand und das Meer an der englischen Kleinstadt darzustellen versuchte.

Ein weiterer zu Unrecht fast vergessener Komponist betrat an diesem Abend die Kulturbühne: Eugène Walckiers. "Als wir uns mit diesem Komponisten beschäftigten, mussten wir feststellen, dass es fast unmöglich war, an Noten zu kommen“, sagte Weis. Virtuose, ausdrucksstarke Flötenpassagen und gleichberechtigte Streicherstimmen machen das Grand Trio zu einem eindrucksvollen Werk, sehr schön auch das Cellosolo zu Beginn des langsamen Satzes. Dem Publikum gefiel die neue Entdeckung. Das Konzert endete mit Joseph Haydns Londoner Trio Nr. 3 G-Dur.

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