Fußball-Kreisliga

Der TVE Nordwohlde nimmt das ganze Dorf mit auf die Reise

Der Aufsteiger überwintert auf dem vierten Tabellenplatz. Ganz überraschend kommt das nicht, denn die Elf von Martin Werner verfügt über viel Qualität, die er darüber hinaus regelmäßig abruft.
21.12.2018, 16:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Sven Hermann

Nordwohlde. Ein Neuling hat in der Fußball-Kreisliga Diepholz für mächtig Furore gesorgt: Satte 34 Punkte sammelte der TVE Nordwohlde in 17 Spielen. Das Resultat: ein hervorragender vierter Tabellenplatz. Besonders auf fremden Plätzen wusste das Team von Trainer Martin Werner zu überzeugen. Die Mannschaft blieb auswärts ungeschlagen.

Die drei Saisonniederlagen erlitt der Aufsteiger allesamt in heimischer Umgebung. Er unterlag zusätzlich zu den Spitzenteams vom TSV Weyhe-Lahausen (0:1) und TSV Okel (1:3) dem Barnstorfer SV (2:3). „Mit der bisherigen Ausbeute sind wir natürlich zufrieden. Wir hätten allerdings vier Punkte mehr auf dem Konto haben können“, sagt Werner. Es waren nicht die Niederlagen, die den Coach wurmten, sondern das 1:1-Heimremis gegen den TuS St. Hülfe-Heede sowie das 2:2 beim FC Sulingen II. „Im Nachgang muss man sagen, dass dies die einzigen beiden Ergebnisse waren, die uns ärgerten“, verrät Werner. Der Abstand zum Ligasechsten TSV Holzhausen-Bahrenborstel beträgt allerdings bereits komfortable sechs Zähler, sodass eine Platzierung unter den Top fünf der Liga sehr wahrscheinlich erscheint.

Gänzlich unerwartet kommt die gute Platzierung für Werner indes nicht. „In der vergangenen Kreisklasse-Saison haben wir in Testspielen gegen Kreis- und Bezirksligisten bereits gute Resultate erzielt. Ich hatte schon zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass, wenn der Kader nach dem Aufstieg zusammenbleibt, wir mit unserem Leistungsvermögen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen würden“, schätzte der Übungsleiter die Lage richtig ein. Zugute kam dem TVE der perfekte Saisonstart mit vier Siegen aus den ersten vier Begegnungen. Gegen den TSV Bramstedt (6:2) und beim TV Neuenkirchen (6:1) erzielte die Elf jeweils ein halbes Dutzend Treffer, es folgten Siege beim SV Mörsen-Scharrendorf (3:1) sowie gegen den TSV Ristedt (3:1). Erst am fünften Spieltag punktete der TVE erstmals nicht dreifach: Beim SV Friesen Lembruch spielte er 1:1. „Nach solch einem guten Start mit vier Siegen in Folge hat die Mannschaft eine gewisse Siegermentalität entwickelt. Das hat sich im Laufe der Hinserie gezeigt“, sagt Werner. Ein Paradebeispiel war für ihn der 3:2-Sieg beim TSV Holzhausen-Bahrenborstel, bei dem die Nordwohlder einen 1:2-Rückstand noch in einen Sieg ummünzten und den entscheidenden Treffer in der 90. Minute erzielten.

Anders als im Aufstiegsjahr plagten die Nordwohlder im ersten Kreisliga-Halbjahr einige Verletzungssorgen. So konnte Stürmer Nils Wessel aufgrund einer Sprunggelenksverletzung gerade einmal fünf Partien bestreiten, erzielte in diesen immerhin vier Treffer. Trainersohn Max Werner wirkte gar nur ein Pflichtspiel mit, ein Bündelriss im Bauchbereich machte dem Innenverteidiger zu schaffen. „Dennoch haben wir die zweitbeste Verteidigung der Liga, Marvin Schwenke und Lukas Hagedorn konnten den Ausfall von Max gut kompensieren“, lobt Werner das Defensivverhalten und die Disziplin der mit 24 Gegentoren zweitbesten Abwehr der Liga. Für die Organisation des Spiels und die Grundstabilität sorgte Kapitän Hergen Bode im defensiven Mittelfeld. Und auch den offensiven Mittelfeldspieler Pascal Matz, mit elf Treffern bester Torschütze des Teams, sowie den mit einer enormen Grundschnelligkeit ausgestatteten linken offensiven Mittelfeldakteur Matheis Heikoop, der in allen Spielen zum Einsatz kam, nennt Werner beim Namen, ebenso seine nahezu gleichwertigen Torhüter, den erfahrenen 28-jährigen Marcel Kappermann und den erst 20-jährigen Alexander Finn Brockhoff.

Ein Nordwohlder Höhepunkt war der 3:0-Triumph über den aktuellen Tabellenführer TuS Wagenfeld, für Werner der Top-Favorit auf den Titel. „Für mich ist Wagenfeld die kompletteste Mannschaft“, sagt der Coach, dessen Team in der Restrunde bei sämtlichen Mitstreitern um die ersten Plätze wie Wagenfeld, Sudweyhe II, Weyhe-Lahausen und Okel antreten muss. „Ich sehe die Auswärtsspiele nicht als Nachteil an“, sagt Werner, der gespannt auf den Start ist. „Wichtig ist es, wie wir nach der langen Winterpause aus den Startlöchern kommen. Wir werden versuchen, den Abstand zu den drei ersten Teams zu verkürzen und auf Tuchfühlung zu bleiben. Unser Ziel ist es, die Liga weiter zu bereichern“, ergänzt Werner, für den ein weiterer wesentlicher Baustein des Nordwohlder Erfolgs der Sportliche Leiter Hartmut Wessel ist. „Er organisiert intern viele Dinge und steuert sie aus. Er ist eng involviert in die Kaderplanung, spielt eine wichtige Rolle“, lobt Werner, der auch das weitere Drumherum beim TVE schätzt. „Den Heimspielen wohnen zahlreiche Nordwohlder bei, auch auswärts wird unsere Elf, bei der viele Spieler aus Nordwohlde oder der näheren Umgebung kommen, zahlreich begleitet. Die Mannschaft hat es verstanden, das Dorf mit auf die Reise zu nehmen“, registriert Werner zufrieden.

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