TSV Bassum

Ein langer Weg

Eine junge Mannschaft, viele positive Ansätze, aber auch noch viel Arbeit: Das neue Frauenfußball-Team des TSV Bassum hat noch einen weiten Weg vor sich. Doch die ersten kleinen Schritte sind gemacht.
20.08.2018, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Ein langer Weg

Mit viel Einsatz und Laufbereitschaft suchten die Bassumerinnen um Joana Brunhorn (links) ihr Glück gegen Lembruch.

Jonas Kako

Bassum. Gut Ding will Weile haben – diese alte Weisheit führen sich Torsten Eggelmann und Detlef Bolte immer wieder vor Augen. Ihr Team braucht noch Zeit, das zeigte sich bei der 2:5 (1:1)-Niederlage gegen den SV Friesen Lembruch II im Kreispokal deutlich. Es war nicht das erhoffte Resultat, eine besondere Partie allerdings allemal: Denn für die neue Frauenfußball-Mannschaft des TSV Bassum war es das erste Pflichtspiel – und die Niederlage soll nur eine Randnotiz bleiben. Denn wenn es nach den beiden Coaches geht, liegt vor ihrem Team eine gute Zukunft.

Drei Wochen Vorbereitung – mehr hatten die Bassumerinnen nicht, um zusammenzuwachsen. „Vielleicht“, mutmaßt Eggelmann, „kam das Pokalspiel etwas zu früh.“ Aus der Luft gegriffen ist diese Aussage sicherlich nicht. Fünf Spielerinnen sind aus dem Team, das in der vergangenen Saison die A-Juniorinnen-Mannschaft der JSG Nordwohlde/Bassum gebildet hat, noch geblieben. Die Spielgemeinschaft ist zerfallen. Zu diesem Quintett sind nun 19 neue Akteurinnen gestoßen, viele davon Bassumerinnen, die in den vergangenen Jahren zum Beispiel für Hachetal, Neubruchhausen oder auch Weyhe-Lahausen gespielt haben. Sie bilden zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder eine eigenständige Frauenmannschaft in der Lindenstadt. „Wir sind beim TSV super aufgenommen worden“, freut sich Eggelmann. Das Team habe sogar sehr schnell einige Sponsoren gefunden. „Jetzt müssen wir nur noch sportlich nachziehen“, lacht der Trainer, genau wissend, dass das die größte Herausforderung ist.

Eine sportliche Identität finden

Der Mannschaft eine Identität zu verleihen, ihr eine Spielidee einzuimpfen, die sie umsetzen kann, und sie konkurrenzfähig zu machen, das ist die Aufgabe des Trainerduos. Schritt für Schritt gehen Bolte und Eggelmann sie an. „In den drei Wochen haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht, aber wir haben auch gesehen, dass es noch einiges zu tun gibt“, ist Eggelmann bewusst, dass sich das Team am Anfang eines langen Prozesses befindet. Doch die Mannschaft sendet positive Signale: „Die Mädchen zeigen eine absolute Lernwilligkeit, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit. Wenn ich sehe, wie weit wir in den drei Woche schon gekommen sind, dann ist das schon ein großer Schritt“, ist Eggelmann mit der Entwicklung zufrieden, besonders im Hinblick auf die Geschlossenheit des Teams, aber auch auf das Raumverständnis und den Spielaufbau. In den Trainingseinheiten und Testspielen sah das schon ganz ordentlich aus für ein Team der 1. Kreisklasse. „Allerdings ist die Drucksituation in einem Pflichtspiel eine andere“, weiß Eggelmann. Das zeigte sich auch gegen Lembruch. „Wir haben einige unnötige Fehler gemacht. Aber das Engagement hat uns gut gefallen. Die Mädchen sind sehr viel gelaufen, haben viele Wege gemacht“, machte der Coach auch einige positive Ansätze aus. Zur Pause stand es immerhin 1:1 gegen den klassenhöheren Kontrahenten.

Schritt für Schritt

Die Hauptarbeit gilt nun dem Spielerischen. Die Voraussetzungen bringe jede der 24 Spielerinnen im Alter von 16 bis 21 Jahren mit, findet Eggelmann. Der fußballerische Entwicklungsstand sei jedoch sehr unterschiedlich. Akteurinnen wie die Meyer-Zwillinge Viktoria und Katharina oder Jana Klink und Jennifer Koß bringen höherklassige Erfahrung mit, andere machen ihre ersten Schritte im Seniorinnenbereich. „Manche brauchen sicherlich noch etwas mehr Zeit als andere“, weiß auch Eggelmann. In den ersten Wochen der Saison, die für sie am 30. August mit dem Spiel beim TSV Drentwede beginnt, müssen die Bassumerinnen eventuell das eine oder andere Mal Lehrgeld bezahlen. „Das kann sicherlich passieren“, weiß Eggelmann. Wichtig sei, in diesen Momenten zusammenzuhalten. In dieser Hinsicht macht sich der Trainer allerdings keine Sorgen. „Die Mädchen verstehen sich sehr gut untereinander. Sie haben einen Mannschaftsrat gewählt und einen Festausschuss. Sie wollen gemeinsam etwas unternehmen“, sieht er ein stabiles Fundament, auf dem die Entwicklung in Ruhe weitergehen kann. „In ein paar Monaten“, zeigt sich Eggelmann überzeugt, „würde ein Spiel gegen Lembruch schon ganz anders aussehen.“

Weitere Informationen

TSV Bassum - SV Friesen Lembruch II 2:5 (1:1)

TSV Bassum: M. Meyer – Horstmann (46. Dettmer), Eggelmann, Klink, Brunhorn (13. Rohlfs), Denker, Babick, Eichberger (25. Wendt), Diersen, Klugmann, V. Meyer (29. Segelhorst)

Tore: 0:1 Annika Schierbaum (20.), 1:1 Maya Klugmann (42.), 1:2 Annika Schierbaum (48.), 1:3 Johanna Raabe (64.), 1:4 Annika Schierbaum (76.), 2:4 Joana Brunhorn (81.), 2:5 Johanna Raabe (85.) THR

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