Hotel Zum Mühlenteich

Ein neues Schmuckstück

Vor wenigen Wochen feierte das neue Hotel Zum Mühlenteich in Neubruchhausen seine Einweihung. Seitdem wird der Kalender immer voller bei der Familie Lau, die das Hotel führt.
18.02.2020, 17:46
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Ein neues Schmuckstück
Von Tobias Denne
Ein neues Schmuckstück

Das neue Hotel in Neubruchhausen: eine Mischung aus Tradition und Moderne. Während von außen der historische Charme erhalten blieb, sind die Räume modern gehalten.

fotos: Michael Galian

Bassum-Neubruchhausen. Eine Verbindung von Geschichte und Moderne, wie Holger Rullhusen findet. Für Irmgard Lau ist das Areal ein „Schmuckstück“. Eines, das viel Arbeit im Vorfeld gemacht hat. Rund vier Jahre haben die Arbeiten am neuen Hotel in Neubruchhausen gedauert. Ende November feierte das Hotel Zum Mühlenteich seine Einweihung. „Drei Tage vorher haben wir noch nachts ausgepackt“, erinnert sich Jacqueline Lau etwa an Möbel, die noch an den richtigen Platz mussten. Pünktlich zur Einweihung hat noch alles geklappt – fast zumindest. „Der Hof ist gerade fertig geworden. Es fehlen aber nur noch ein paar Kleinigkeiten“, sagt Rullhusen. Manche Türen gehen noch falsch auf. Das merke man aber erst, wenn man damit arbeite.

Die Priorität hatten die Fachwerkhäuser, in denen Menschen nicht nur übernachten, sondern auch Veranstaltungen abhalten oder Essen können. Seit rund drei Monaten ist das nun möglich. „Wir haben großen Zulauf mit den Feierlichkeiten“, freut sich Irmgard Lau. Holger Rullhusen, Vorstand im Verein Wassermühle Neubruchhausen und Inhaber, macht mit ihr gerade einen Kontrollbesuch, eine Lampe nach historischem Vorbild wurde geliefert und an der Wand angebracht. Kleinigkeiten nun mal. „Ich hatte das Areal von Margret Wiese gekauft und überlegt: Was kann man damit machen?“, fragte sich Rullhusen. Alters- oder Ferienwohnungen klangen schon mal nicht schlecht. „Von Anfang an war aber ein Hotel die charmanteste Idee.“ Zur Einweihung hätte der Inhaber übrigens auch gern die ehemalige Besitzerin dabei gehabt. „Gerne möchte ich sie hier herholen, damit sie sich das angucken kann“, hofft Rullhusen doch noch auf eine Stippvisite von Wiese.

Nun, rund fünf Jahre nach dem Kauf, steht Rullhusen auf dem Hof. Eine siebenstellige Summe hat er mittlerweile investiert. Um ihn herum ragen die Fachwerkhäuser – die Scheune, das Wohnhaus, der alte Schweinestall – in die Höhe. Bis auf die Mühle sind alle grundsaniert und renoviert worden. Der Boden ist gepflastert, die Wände verklinkert, die Fensterrahmen sind weiß. „Das Grundproblem war, dass es ein weicher Untergrund ist. Wir haben zwölf Meter tiefe Pfähle im Boden“, erzählt Rullhusen von rund 40 Bohrungen, damit die Häuser nicht abgängig werden. Gleichzeitig mussten zwei Gebäude hochgesetzt werden. „Wir haben viel mit dem Denkmalschutz diskutiert und gut zusammengearbeitet“, freut sich der Inhaber des Areals. Denn die Gebäude durften äußerlich nur nach bestimmten Auflagen verändert werden. Innen gab es dagegen andere Probleme. Es musste eine neue Dämmschicht eingearbeitet werden, neue Fenster oder ein zu nasser Keller im Wohnhaus. „Wir mussten den zuschütten, weil er nicht mehr zu retten war. Leider“, bedauert Rullhusen.

Mit Jacqueline (von links), Torsten und Irmgard Lau hat Holger Rullhusen eine perfekte Familie gefunden, die das Hotel führt. Eine Kombination, die passt, wie er findet.

Mit Jacqueline (von links), Torsten und Irmgard Lau hat Holger Rullhusen eine perfekte Familie gefunden, die das Hotel führt. Eine Kombination, die passt, wie er findet.

Foto: Michael Galian

Doch auch ohne Keller gibt es genügend Platz für Gäste. So passen rund 60 Menschen in den Veranstaltungssaal, elf Doppelzimmer können gemietet werden. Das historische Ambiente wird auch in den modern eingerichteten Zimmern und im Saal aufgegriffen. In den mietbaren vier Wänden sind etwa die Kopfenden der Betten aus altem Holz hergerichtet. Jedes Bett ein Unikat also. Im Veranstaltungssaal zieren Holzbalken die Decke. Die Wände hingegen sind weiß gehalten, hinter dem Weinregal befindet sich ein Abstellraum. Der Blick geht fast automatisch in Richtung Terrasse, in Richtung des Mühlenteichs.

Ein Ambiente, das anlockt. „An Weihnachten klingelte schon das Telefon, um für Ostern zu reservieren“, erzählt Jacqueline Lau. Sie führt mit ihren Eltern, Torsten und Irmgard, nicht nur das Restaurant Zum Mühlenteich, sondern auch das neue Hotel. Die Familie, die seit 15 Jahren in Neubruchhausen das Restaurant leitet, hatte überlegt, sich zu vergrößern. Als Holger Rullhusen den Laus einen Besuch abstatte und fragte, ob die Familie das künftige Hotel führen möchte, „war es klar. Die Kombination ist ideal“, freut sich Rullhusen. Genau so wie die Einwohner, wie der Inhaber weiß. „Die älteren Neubruchhausener sind froh, dass was passiert.“

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