Einzelhandel Bassum

Innenstadt vs. Internet

Der Einzelhandel hatte es auch vor Corona schwer. In Bassum läuft's wieder besser, aber nicht so gut wie vor der Krise. Wir-Vorsitz Maik Bandorski und Bürgermeister Christian Porsch werben für die Händler.
27.07.2020, 17:45
Lesedauer: 2 Min
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Innenstadt vs. Internet
Von Tobias Denne
Innenstadt vs. Internet

In der Zeit des Lockdowns seien die Einzelhändler in Bassum über sich hinausgewachsen, sagt Maik Bandorski. Viele haben ihre Werbung ins Internet verlegt.

Michael Braunschädel

Bassum. Janett Köhrmann vom Geschenkeland Wisloh in Bassum ist dankbar. Dankbar für die Unterstützung ihrer Kunden während der Zeit des Lockdowns. Über Wochen haben diese ihr die Treue gehalten und etwa Gutscheine bei ihr bestellt, damit sie nach Wiedereröffnung dort einkaufen können. „Sie kamen auch, als alles wieder offen war“, freut sich Köhrmann.

Sie hatte den Lockdown genutzt, um mal zu überlegen: Wie können wir uns attraktiver machen? „Wenn man sechs Tage die Woche im Laden ist, dann fehlt einem einfach mal die Zeit“, sagt sie. Also schaute sie mit ihrem Team ein wenig über den Tellerrand, stellte den Laden am Lindenmarkt ein wenig um und verlegte ihre Werbung ins Internet. „Wir haben die Lücke gefüllt. Als wir zumachen mussten, kam gerade neue Ware an. Die habe ich dann in meinen Whatsapp-Status gepackt“, erzählt die Geschäftsführerin. Kurzes Foto, kurze Infos und schon wussten zumindest ihre Kontakte schon mal Bescheid. Außerdem hat sie einen Instagram-Account erstellt, um dort auch anderen Leuten zu zeigen, was sie im Angebot hat. „So wollten wir uns in die Köpfe der Menschen holen“, sagt Köhrmann. Und das macht sie immer noch.

Für den Vorsitzenden der Wirtschafts- und Interessengemeinschaft Region (Wir) Bassum, Maik Bandorski, ist so etwas genau der richtige Weg, um auch in Zukunft überlebensfähig zu sein. Er wirbt, wie auch Bürgermeister Christian Porsch, dafür, dass die Bassumer vor Ort einkaufen und den Einzelhandel unterstützen. „Wir haben alle etwas davon“, betont Bandorski. Der Kunde bekomme das Produkt, die Beratung, das Einkauferlebnis und den Ansprechpartner vor Ort. „Und die Stadtentwicklung wird gefördert“, ergänzt er.

Bandorski weiß, dass „viele Geschäfte während des Lockdowns über sich hinausgewachsen sind und das Beste aus der Situation gemacht haben“. Nicht nur die telefonische Beratung wurde eingeführt, auch ein Lieferservice oder eben Werbung im Internet über Whatsapp, Facebook, Instagram. Im selben Atemzug betont er, wie wichtig heutzutage eine eigene Internetpräsenz ist. „Die Kombination von online und stationärer Beratung ist ein System für die Zukunft“, ist er überzeugt. Die Kunden könnten sich etwa auf der eigenen Seite über ein Produkt informieren und sich dann im Geschäft vor Ort beraten lassen. Zwar verbessere sich gerade die Situation im Vergleich zum Lockdown wieder, der Umsatz steige, aber „es ist noch nicht so wie vorher“, bedauert Bandorksi. Positiv stellt er heraus, dass auch nach der Wiedereröffnung die Geschäfte ihre Online-Werbung etwa über Social Media weiterführen. „Sie bleiben am Ball“, freut er sich.

Auch Bürgermeister Porsch wirbt für kreative Ideen in der Digitalisierung. „Die Maske hindert gerade beim Einkaufen, aber man weiß, wofür man es macht“, sagt er. Sicher bekomme man alles im Internet, allerdings hat das auch zwei Seiten. Denn der Einzelhandel brauche die Einnahmen, um zu überleben und gegebenenfalls Vereine und Institutionen in Form von Sponsoren zu unterstützen. Ganz zu schweigen von den Arbeits- und Ausbildungsplätzen. „Der Einzelhandel ist ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft“, unterstreicht Porsch, der mit Bandorski noch eine Idee ankündigt.

Denn das Land Niedersachsen hat genehmigt, in diesem Jahr noch vier verkaufsoffene Sonntage möglich zu machen. Normalerweise sollen die an besondere Aktionen geknüpft sein, aber das wird jetzt nicht nötig sein. Einer ist aber schon geplant, für den 4. Oktober. Im Zuge des Herbsttraums, den die Wir derzeit organisiert, sollen die Bassumer in den Geschäften schauen können und sich nach der langen Zeit mal wieder mit Freunden treffen und schnacken.

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