Stiftskirche Bassum

"Leichte, schöne Unterhaltungsmusik"

"Strahlende Musiker" in der Lindenstadt: Am Donnerstag, 23. September, spielt das Ensemble der Kammerphilharmonie Bremen unter diesem Motto in der Bassumer Stiftskirche.
15.09.2021, 16:30
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Von Wolfgang Sembritzki
"Leichte, schöne Unterhaltungsmusik"

Flötistin Ulrike Höfs tritt als Teil eines Ensembles der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in der Bassumer Stiftskirche auf.

Vasil Dinev

Bassum. Von Bukarest nach Bassum: Ulrike Höfs ist gerade erst aus Südosteuropa gelandet. Viel Zeit, um nach dem Konzert in Rumänien durchzuschnaufen, bleibt der Flötistin jedoch nicht. Denn am Donnerstag, 23. September, steht der nächste Auftritt des Ensembles der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in der Bassumer Stiftskirche an. Es spielen Ulrike Höfs an der Flöte, Glenn Christensen an der Violine, Anja Manthey an der Viola und Nuala McKenna am Violoncello. "Ich freue mich total", sagt Claudia Voss von der Bassumer Stadtverwaltung. Mit der Kammerphilharmonie habe sie bereits im Frühjahr ein Konzert geplant, coronabedingt musste es jedoch entfallen. 

Innig und nah am Publikum

Für den Auftritt in der Stiftskirche hat Höfs ein Programm zusammengestellt, bei dem das Werk von Joseph Haydn im Mittelpunkt steht. In kleiner Besetzung werde musiziert, innig, ganz nah am Publikum und im intensiven musikalischen Austausch zusammengespielt, heißt es in der Pressemitteilung zum Konzert. Zum Besten gibt das Ensemble zwei Werke Haydns, das „Quartett Hob II:C8 für Flöte und Streichtrio“ sowie das „Sonnenquartett Nr. 2“.

Ersteres ist als Divertimento der "gehobenen Unterhaltungsmusik" zuzuordnen, so Höfs im Pressegespräch. Zu Lebzeiten Haydns habe diese Form von Musik gerade Hofleute während ihrer Zusammenkünfte oder bei Mahlzeiten unterhalten – Radios oder andere Kurzweil gab es schließlich noch nicht. Beim Sonnenquartett, eines der besonderen kammermusikalischen Werke von Haydn, musste Höfs etwas nachjustieren, da dort die Geige in größerem Umfang als die Flöte abgebildet ist. "Es ist das erste Mal, dass alle vier Stimmen gleichwertig behandelt werden", schwärmt sie.

Zudem steht das „Quartett in g-Moll“ von Haydns Zeitgenosse Georg Abraham Schneider auf dem Programm, dessen Werk in der Klassik verwurzelt ist, aber auch bereits Elemente des Sturm und Drangs enthält. "Ich vermute, dass er es für einen Kollegen geschrieben hat", verrät Ulrike Höfs. Mit Blick auf die Virtuosität des Stücks schließt sie aus, dass Schneider es für Laien komponiert haben könnte. Komplettiert wird das Konzert durch „Trois Nocturnes“ des zeitgenössischen französischen Komponisten Nicolas Bacri. "Das erzeugt gerade in einer Kirche eine schöne Atmosphäre", so Höfs.

"Das Programm ist eine Herausforderung"

"Das Programm ist eine Herausforderung. Unser Beruf bedeutet nicht, dass wir etwas lernen und es dann immer können", beschreibt Höfs die Tücken des Auftritts. Dahinter stecke harte Arbeit und viel Übung am Instrument, die durch die Corona-Pause nicht leichter wurde. "Äußerst schmerzlich" sei es gewesen, alleine für sich zu Hause zu üben und nur auf eine Kamera und ein Mikro zu blicken. Und vor allem, ohne Publikum aufzutreten. Online-Konzepte könnten die Interaktion mit den Zuhörern nicht ersetzen. Auch die Verkleinerung der Gruppengröße ist gewöhnungsbedürftig. So müssten wegen der Ansteckungsgefahr etwa auch die Bläser zwei Meter Abstand zueinander halten. "Da sitzen sie sonst zu dritt oder viert", erklärt Höfs. Dennoch sei sie froh, überhaupt wieder spielen zu können.

Zur Sache

"Strahlende Musiker"

Unter dem Motto „Strahlende Musiker“ findet das Konzert am Donnerstag, 23. September in der Stiftskirche Bassum statt. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Karten kosten 20 Euro und sind vorab erhältlich beim Bürgerservice der Stadt Bassum, Alte Poststraße 10, und bei Papier&Tinte, Bahnhofstraße 17 in Bassum. Insgesamt gehen 100 Karten in den Verkauf. Das Konzert dauert eine Stunde ohne Pause.

Die zum Zeitpunkt des Konzerts gültigen Corona-Regelungen werden beachtet. Nach dem aktuellen Stand gelten die bekannten Hygieneregeln, es werden auch die Kontaktdaten erfasst.

Weitere Informationen zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen: www.kammerphilharmonie.com.

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