Europäische Woche der Abfallvermeidung Ein Hauch von Europa im Fönix

Das Bassumer Jugendhaus Fönix nimmt an der europäischen Woche der Abfallvermeidung teil. Die AWG hat in Kooperation mit dem Näh-Café und dem Reparatur-Café drei Stationen für Kinder ab zehn Jahre eingerichtet.
17.11.2021, 17:59
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian / abu

Bassum/Landkreis Diepholz. 3G – das ist in Coronazeiten gut bekannt. Geimpft, genesen, getestet. Aber 3R? Die Abkürzung steht steht im Englischen für reduce, reuse und recycle, ins Deutsche übersetzt: Abfallvermeidung, Wiederverwendung und das Recyceln von Material. Darum geht es in der europäischen Woche der Abfallvermeidung, in der vom 22. bis zum 28. November europaweit Aktionen gestartet werden. Einen Hauch davon können Kinder ab zehn Jahre miterleben, wenn sie sich am Sonnabend, 27. November, im Jugendhaus Fönix in Bassum einfinden.

Das für Deutschland ausgegebene Motto ist zugegeben ein wenig sperrig: "Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!" Dennoch hat das Thema Abfallvermeidung gerade in Zeiten von Klimawandel und Rohstoffmangel durchaus seine Relevanz. Erst recht für die Abfallwirtschaftsgesellschaft mit Sitz in Klövenhausen bei Bassum. Sie ist auch Mitglied im Verband kommunaler Unternehmen, der mit seinem Namen für die europäische Woche der Abfallvermeidung steht. 

Die AWG war es also, die dieses kontinentale Unterfangen in den Landkreis Diepholz geholt hat. Dabei haben die Organisatoren das Rad nicht neu erfunden, sondern wiederverwendet. Ein Teil des 3R-Mottos. Am Sonnabend, 27. November, werden von 9.30 bis 12.30 Uhr in verschiedenen Räumen des Jugendhauses Fönix, Am Petermoor 2a in Bassum, drei Stationen von Institutionen aufgebaut werden, die sich so schon um Nachhaltigkeit bemühen.

Station eins: das Näh-Café. "Dort werden aus alten Stoffen Taschen gefertigt", erklärt AWG-Pressesprecher Dominik Albrecht. Er regt potenzielle Teilnehmer an, eigene Stoffe zur Verarbeitung mitzubringen. Das zu klein gewordene Lieblings-T-Shirt beispielsweise. "Dann hat man eine Tasche, an der man auch wirklich hängt."

Station zwei: das Reparatur-Café. Dort können Kinder und Jugendliche den erfahrenen Handwerkern über die Schulter gucken und lernen, was man noch reparieren kann und was nicht. Heinz Ahlering und Rolf Pohler werden mit einigen Mitstreitern ihr Ehrenamt ausüben und dabei gerne auch Kinderfragen beantworten. "Und wer weiß? Vielleicht entstehen so ja ein paar neue Ehrenamtliche für das Reparatur-Café. Das wäre doch die beste Synergie, die man sich vorstellen kann", findet Dominik Albrecht.

Station drei: das Reparatur-Café mit Praxisanteil. Das war Heinz Ahlerings Idee. Dort sollen alte Lichterketten auf die deutlich energieeffizientere LED-Technik umgerüstet werden. Was nicht ganz ohne Tücke ist, denn die vorhandenen Lichterketten seien in Reihe geschaltet, müssten aber auf Parallelschaltung umgebaut werden. Rolf Pohler bietet aber auch an, dass Kinder etwas, das ihnen am Herzen liegt, aber kaputt gegangen ist, mit ins Jugendhaus bringen. "Das ist doch besser als die Trockenübung mit den Lichterketten."

"Einfach toll" findet Dominik Albrecht auch die gesamte Aktion. Für Kinder und Jugendliche, die sich vor Ort in keiner der drei Stationen wiederfinden, wird die Arbeit an einem Experimentierkasten angeboten. Stefan Seltmann, ebenfalls Ehrenamtlicher im Reparatur-Café, wird das betreuen. Begleitende Eltern können übrigens nicht mit hinein in den Fönix. Aber auch dafür ist gesorgt. "Ich bringe meine Feuerschale mit", verspricht Jugendarbeiter Andreas Storn. Und wenn möglich, sollen auch Bratwürstchen und heiße Getränke für kleines Geld verkauft werden, "damit niemandem kalt wird".

Da zurzeit ja bekanntlich ein Virus grassiert, sind die Veranstalter vorsichtig. Sie haben vier Zeitslots a 45 Minuten eingerichtet, es sollen nie mehr als zwei Kinder oder Jugendliche an einem Tisch sitzen. Heißt: Maximal 24 Interessierte können teilnehmen. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.  Anmeldungen sind verpflichtend und können ab sofort auf der Internetseite jugendhaus-bassum.de vorgenommen werden – mit Wunschstation und bevorzugtem Zeitabschnitt. Letzte Anmeldungen können am 24. November abgegeben werden.

Zur Sache

Abfallvermeidung mit Wir-Gefühl

Die europäische Woche der Abfallvermeidung findet seit 2009 in ganz Europa statt. Laut Veranstalter ist sie "ein Projekt mit dem Ziel, das Thema des nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen durch vielfältige Aktionen der europäischen Öffentlichkeit zu präsentieren". Das Projekt möchte eine große Bandbreite an Akteuren vereinen – von der öffentlichen Verwaltung über die Zivilgesellschaft und Umweltinitiativen bis hin zu Unternehmen und Industrie.

Das Motto für Deutschland lautet "Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!" Eine Gemeinschaft ist laut Definition der Veranstalter "eine überschaubare soziale Gruppe, zum Beispiel die Familie, eine Gemeinde, der Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen oder ein Verein, deren Mitglieder durch ein starkes Wir-Gefühl eng miteinander verbunden sind – oftmals über Generationen". Auch die Nachbarschaft könne eine Gemeinschaft sein. Oder die Menschen aus dem Jugendhaus Fönix in Bassum.

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