Fotomarathon Bassum Noch viel zu entdecken

Vor einem Jahr gewann Claudia Voss, Bassums Kulturbeauftragte, den Fotomarathon in Bremen. Sie lockte das Event in die Lindenstadt. Wir haben mit ihr über ihre Leidenschaft gesprochen.
26.08.2020, 15:43
Lesedauer: 3 Min
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Noch viel zu entdecken
Von Tobias Denne

Bassum. Die Begeisterung für das Fotografieren und Bilder zieht sich bei Claudia Voss schon durch das ganze Leben. „Sie bedeuten mir sehr viel“, sagt sie. So war es auch kein Wunder, dass sie irgendwann Fotos von ganz früher, von Oma und Opa bei sich aufbewahrt. Die Bremerin sitzt im Reisegarten im Stiftspark in Bassum in einer Sitzecke. Einer ihrer Lieblingsorte in der Lindenstadt. In wenigen Tagen ziehen fast 100 Fotografen mit ihren Kameras durch Bassum. Der Fotomarathon am 5. September steht an. Ob der Stiftspark auch eine Station sein wird?

Voss, die in der Stadt Bassum für die Kultur zuständig ist, hält dicht. Das macht ja schließlich den Reiz des Marathons aus. Die Teilnehmer wissen vorher nicht, was sie erwartet und müssen spontan schauen, wie sich die vorgebenden Themen in Fotos umsetzen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eigentlich findet der Marathon immer in Bremen statt, dieses Jahr ist es die erste sogenannte Landpartie. „Für mich war der Gewinn eine Initialzündung, da geht was“, erinnert sich Voss. Sie hat voriges Jahr den Wettbewerb auf dem ersten Platz abgeschlossen. Diesmal ist sie Mitorganisatorin.

Der Reisegarten sei sehr vielfältig, etwa mit Bänken oder dem Duft-Kräuter-Naschgarten. „Er ist sehr naturbelassen, das mag ich“, sagt Voss, die am liebsten Menschen oder Details fotografiert, aber auch ihre Lernfelder hat. „An Landschaften scheitere ich“, gibt sie zu. Aber das sei ja auch das Tolle an der Fotografie. Jeder kann das ablichten, was er oder sie möchte. Das, wo bei jedem Einzelnen die Fähigkeiten liegen. „Mein Schwiegervater ist genau das Gegenteil. Er fotografiert gerne Architektur und Landschaften“, erzählt die Bremerin, bei der die Leidenschaft mit der Geburt des Sohnes erst richtig Fahrt aufgenommen hat.

Schon als Jugendliche hat sie Bilder gemacht, wobei „ich eher geknipst habe“. Als ihr Sohn geboren wurde, „hatte ich Zeit und ein wunderschönes Motiv“, schwärmt sie vom Sprössling. Mit einer neuen Kamera hat sie unzählige Bilder gemacht – nicht nur vom Sohnemann. „Ihn immer weniger, er wurde ja auch flügge“, erzählt sie und schmunzelt. Ihr gefällt die Rolle der Beobachterin. Eigentlich fotografiert sie alles, was ihr vor die Linse kommt. Sei es ein Rapsfeld an der Bundesstraße 51 auf dem Heimweg nach Bremen oder in der Hansestadt selbst. Dann schwingt sich Voss aufs Rad und fährt in die Überseestadt oder zum Werdersee. „Ich habe fast immer meine Kamera dabei“, sagt sie und ergänzt: „Man lernt, die Sachen anders zu sehen und anders hinzugucken.“ Mit einem bestimmten Ziel geht sie aber nicht los, lässt sich vielmehr von Menschen, Motiven, Perspektiven inspirieren.

Sie selbst bezeichnet sich als ambitionierte Hobbyfotografin. „Da ist noch viel Luft nach oben, aber es soll auch ein Hobby bleiben“, betont sie. Gleichzeitig erzählt sie davon, dass sie auf Instagram seit Anfang März jeden Tag ein Foto postet, damit „ich mich mit meiner Kamera auseinandersetze“. So kommen auch wieder richtige Aha-Momente vor den Sucher. Wie bei der „Night Of Light“ im Juni, als bundesweit Gebäude rot angestrahlt wurden, um so auf die Probleme der Künstlerszene wegen des Coronavirus aufmerksam zu machen. „Da habe ich bewusst das erste Mal die blaue Stunde fotografiert“, berichtet sie stolz und zeigt den angeleuchteten Schlachthof auf ihrem Smartphone. „Blaue Stunde“ wird in der Fotografie die Zeit zwischen Sonnenuntergang und der Dunkelheit genannt. Der Himmel ist etwa so hell wie das künstliche Licht von Straßenbeleuchtungen oder Gebäuden. „Der Schlachthof hat wunderschön geleuchtet“, schwärmt sie.

Durch ihre Arbeit in Bassum hat sie die Lindenstadt auch noch mal anders kennengelernt. Wobei sie auch zugibt, noch längst nicht alles gesehen und fotografiert zu haben. Claudia Voss betont: „Ich habe hier noch viel zu entdecken.“

Womöglich sehen das die Teilnehmer vom Fotomarathon ähnlich. Denn am Sonnabend, 5. September, von 11 bis 17 Uhr ziehen die Fotografen durch Bassum und umzu. Start ist um 10 Uhr am Rathaus, Alte Poststraße 14. Dort beginnt der Tag mit dem Check-In. Startschuss für die Motivjagd ist dann um 11 Uhr. Weitere Informationen gibt es online auf www.fotomarathonbremen.de; hier ist auch die Anmeldung möglich. Die Kosten betragen 25 Euro pro Person.

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