Freudenburg Bassum Neue Dauerausstellung im ehemaligen Verlies in Bassum

Nach sechs Jahren Umbau eröffnete der Heimatverein jüngst seine neue Dauerausstellung im ehemaligen Verlies an der Freudenburg. Neben der historischen Aufarbeitung soll es auch Raum für Veranstaltungen geben.
18.08.2022, 16:27
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Neue Dauerausstellung im ehemaligen Verlies in Bassum
Von Lina Wentzlaff

Bassum. "Gruselig, dunkel und kalt – so ist es heute nicht mehr", betonte Erster Stadtrat Karsten Bödeker bei der Eröffnung der Dauerausstellung im ehemaligen Verlies der Freudenburg. Nach rund sechs Jahren Renovierungsarbeiten und der Erstellung eines moderneren Konzeptes lud der Kultur- und Heimatverein nun zur offiziellen Vorstellung des Bassumer Wahrzeichens im kleinen Kreise ein.

"Eine Ausstellung im Verlies hat es schon lange gegeben. Das ist nichts Neues", sagte Christine Franzke vom Vorstandsteam des Kultur- und Heimatvereins Bassum. Doch da das Interieur noch aus den 1980er-Jahren stammte, sei es mittlerweile in die Jahre gekommen. Und auch der Präsentationsstil in "alten, wuchtigen Vitrinen" sei schon lange nicht mehr zeitgemäß gewesen. "Das haben auch schon die Vorstände vor uns erkannt", betonte Franzke.

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Nun erstrahlt das Gebäude im neuen, modernen Glanz. Im Erdgeschoss sollen bald schon Veranstaltungen stattfinden – Lesungen etwa. Folgt man der Treppe ins erste Obergeschoss, zeigt sich der historische Schatz. Alte Krüge, Dokumente aus dem Mittelalter, ein Schreibtisch. Für die moderne Ausstellung bekam der Heimatverein Unterstützung von Isabel Drewniok von der Bassumer Agentur Videoart.

Sechs Themenbereiche

Die Ausstellung – mit Leihgaben aus dem Nienburger Museum – ist in sechs große Themenbereiche aufgeteilt, berichtete Ingrid Skripalle vom Aktionsteam. Die Ausstellungswände sind vielseitig gestaltet: Es gibt Magnettafeln, Bildschirme und Ratespiele. Viele der Exponate und Fotos, die Teil der Ausstellung geworden sind, wurden an den Heimatverein von Privatpersonen herangetragen. "Wir hatten außerdem eine tolle Kooperation mit unserem Stadtarchiv und auch das Kreismuseum hat uns mit wertvollen Tipps unterstützt", sagte Ingrid Skripalle. Auch der Originalschreibtisch des Bassumer Heimatforschers und Uhrmachers Heinrich Dornbusch hat es in die Ausstellung geschafft.

Im Keller wurde nun ein moderner Sitzplatz mit einer neuen Teeküche eingerichtet. Daneben hängt ein großes Nagelkreuz, das noch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges stammt, berichtete Ingrid Skripalle. Im hinteren Teil des Raumes befindet sich dann schließlich das Verlies.

Multifunktionale Stätte

Das Ziel des fünfköpfigen Aktionsteams Verlies sei es gewesen, im Gebäude eine multifunktionale Stätte zu schaffen. Es sollte ein Ort werden, an dem einerseits Geschichte präsentiert wird, an dem aber auch kleinere kulturelle Veranstaltungen gemacht werden und Gruppierungen und Kleinvereine den unteren Raum für ihre eigenen Veranstaltungen und Ausstellungen nutzen. Doch bis dahin war es noch "ein hartes Stück Arbeit", fasste Christine Franzke die sechs Jahre zusammen.

Da das Gebäude immer mit Feuchtigkeit zu kämpfen hatte, mussten im ersten Schritt erst einmal die Heizung erneuert und die Grundmauern von außen abgedichtet werden. "In diesem Zuge haben wir auch eine Luftentfeuchtungsanlage angeschafft." Danach folgte die Verlegung von elektrischen Leitungen sowie der Einbau der neuen Teeküche. "Wir hatten aber gar kein Wasser im Gebäude", sprach das Vorstandsmitglied das nächste aufkommende Problem an. So musste zusätzlich auch eine Frischwasser- sowie Abwasserleitung in das ehemalige Verlies gelegt werden.

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Doch als die Arbeiten gerade vorangingen, kam erst einmal die Corona-Pandemie dazwischen. "Aber wir hatten uns ein Ziel gesetzt: Im Juli 2022 wollten wir unsere Arbeit beendet haben." Das bedeutete noch einmal mehr Engagement von allen Beteiligten, betonte Christine Franzke. Mit der Eröffnung im kleinen Kreise wolle man nun den Personen und Institutionen, die den Umbau unterstützt haben, einen Einblick in die Arbeit der letzten sechs Jahre geben. Ein besonderer Dank ging vom Kultur- und Heimatverein an den Landschaftsverband Weser-Hunte und die Stadt Bassum für die Unterstützung bei der Finanzierung.

Der stellvertretende Landrat Volker Meyer und Karsten Bödeker betonten, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen für die Stadt sei. So wurde mithilfe des Vereins nicht nur das Verlies hergerichtet, sondern auch ein Stück Heimatgeschichte erhalten. "Für dieses ehrenamtliche Engagement kann eine Gemeinde nicht dankbar genug sein", sagte Bödeker.

Info

Bisher gibt es noch keine offiziellen Öffnungszeiten für das Bassumer Verlies. Interessierte können die neue Dauerausstellung an der Freudenburg aber das nächste Mal am 11. September zum Tag des Denkmals besichtigen.

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