Fußball

Bramstedt und Mörsen zeigen ordentliche Leistung

Beide Trainer der Fußball-Kreisligisten TSV Bramstedt und SV Mörsen-Scharrendorf sind mit der Leistung ihrer Spieler zufrieden – sowohl während als auch nach der abgebrochenen Saison.
06.05.2021, 12:08
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Florian Kastens
Bramstedt und Mörsen zeigen ordentliche Leistung

Auch SVMS-Trainer Friedhelm Famulla setzte in den zurückliegenden Monaten bei seinen Schützlingen auf den Faktor Eigenverantwortung, was das Training betrifft.

Michael Braunschädel

Auch bei Eckhardt Kotrade, Trainer des TSV Bramstedt, gibt es eine klare Meinung zur Annullierung der Kreisligasaison: "Absolut richtig und alternativlos. Mich hat es eher gewundert, dass man sich so lange Zeit gelassen hat. Aus meiner Sicht hätte das schon viel früher entschieden werden können. So hingen die Mannschaften doch sehr lange in der Luft. Mit dem Gedanken, dass zeitweise über einen Neustart nach einer zweiwöchigen Vorbereitungszeit nachgedacht wurde, konnte sich Kotrade zu keinem Zeitpunkt anfreunden: "Wie soll das denn im Amateurfußball auf Kreisligaebene funktionieren? Am besten dann noch direkt englische Wochen am Stück – da wären unzählige Verletzungen vorprogrammiert gewesen."

Schließlich war auch für den TSV Bramstedt seit Monaten kein Teamtraining gestattet. Jeder Spieler wurde eigenverantwortlich in die Pflicht genommen, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten fit zu halten. „Ich hatte auch den Eindruck, dass die Jungs da ordentlich mit umgegangen sind“, konstatiert der Trainer, dem es aber auch wichtig war, den Kontakt zu seinen Schützlingen fortlaufend zu halten: „Ich habe mich dann irgendwann mal aufs Rad gesetzt, um jeden einzelnen Spieler zu besuchen. Bei ein bisschen Smalltalk an der Haustür konnte ich so wenigstens Stimmungen einfangen. Es war schon damals rauszuhören, dass wir niemanden verlieren und alle weiterhin heiß auf den Fußball sind.“ Die wenigen Kreisligapartien stuft Kotrade als ordentlich ein. Drei Siegen stehen zwar fünf Niederlagen gegenüber, „aber die Tendenz war insgesamt positiv. Nach den Unruhen im Sommer ging es für uns in Bramstedt vor allem darum, Ruhe und Stabilität reinzubekommen und das ist uns definitiv gelungen. Wir hatten von Saisonbeginn an immer eine sehr hohe Trainingsbeteiligung. Einige der Niederlagen zum Schluss lassen sich leider auch mit hohen Verletzungssorgen begründen.“ Wie viele seiner Trainerkollegen hofft auch Kotrade auf einen halbwegs normalen Saisonstart nach dem Sommer. Sollte es dann so kommen, sieht er seine Mannschaft gut gerüstet für die neue Kreisligaspielzeit: “Wenn nichts Außergewöhnliches eintritt, bleiben wir komplett zusammen. Durch unsere Neuzugänge werten das Ganze weiter auf und sollten eine vernünftige Rolle spielen können.“

Beim SV Mörsen-Scharrendorf blickt Trainer Friedhelm Famulla auf insgesamt acht absolvierte Punktspiele in der Kreisliga zurück: „Der Start ist uns mit zwei Siegen super gelungen. Da war sicherlich auch Euphorie dabei. Neuer Trainer, neuer Schwung, jeder will sich zeigen. Anschließend war dieser Schwung ein wenig verflogen, da mussten wir uns erst einmal finden“, erklärt Famulla die Serie von drei Niederlagen am Stück, ehe vor dem Lockdown noch einmal drei Siege in Folge gelangen: „Da standen uns dann auch wieder unsere Langzeitverletzten Niels Heuermann und Lukas Feldmann zur Verfügung. Die beiden sind enorm wichtig für die Mannschaft. Mit ihnen auf dem Feld ist es einfach ein ganz anderes Spiel.“

Gerade erst so richtig in Schwung folgte dann aber die Pause, die bis heute andauert und in der Annullierung der Spielzeit endete. Wie in vielen anderen Vereinen setzte auch Famulla in den zurückliegenden Monaten bei seinen Schützlingen auf den Faktor Eigenverantwortung: „Die Jungs wollen doch selbst fit bleiben. Viele haben ihre Läufe in einer App gepostet. Getan haben aber alle etwas.“ Über Kommunikationskanäle wie WhatsApp oder zahlreiche Telefongespräche hielt der Trainer den Kontakt zu seiner Mannschaft. „Dabei war schon rauszuhören, wie sehr alle diese fußballerische Untätigkeit nervt. Die Mehrzahl ist total heiß und will unbedingt zurück auf den Platz. Einige wenige Gespräche waren aber auch nicht ganz leicht. Der eine oder andere hat schon mit dem Gedanken gespielt, kürzer zu treten beziehungsweise die Schuhe komplett an den Nagel zu hängen. Ich bin aber guter Hoffnung, dass ich zur neuen Saison alle wieder zu Gesicht bekomme.“

Der Übungsleiter ist überzeugt von der Qualität seiner Mannschaft und betont, „dass wir sicherlich oben mitspielen können, wenn wir von Verletzungen verschont bleiben. Wir bekommen etwas frisches Blut aus der eigenen Jugend hinzu, möglicherweise auch noch etwas von Extern. Aber insgesamt sind wir auch so schon gut aufgestellt.“ Zum möglichen Start der neuen Spielzeit sagt Famulla: „Ich fand den in dieser Spielzeit für die Kreisliga begonnenen Modus mit zwei Qualifikationsgruppen echt gut und attraktiv. Aus meiner Sicht kann das gerne beibehalten werden. Auch wenn die jetzige Entscheidung der Annullierung total nachvollziehbar und alternativlos war, muss ich sagen, dass der Plan zumindest für die Kreisliga wirklich gut und durchdacht war.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+