Familienbetrieb ständig weiterentwickelt

Bassumer Modehaus Maas feiert 100-jähriges Bestehen

Wandel gehört zum Leben. Sehr deutlich wird dies am Modehaus Maas, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Über die Jahrzehnte ist das Unternehmen zu einem bedeutsamen Handelsgeschäft herangereift.
17.11.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Yannik Sammert
Bassumer Modehaus Maas feiert 100-jähriges Bestehen

Werner, Christa und Michael Maas (von links) freuen sich über die Entwicklung des Familienunternehmens.

Michael Galian

Stillstand ist nicht gut, da sind sich Christa und ihr Sohn Michael Maas einig. In diesem Jahr feiert ihr Familienunternehmen, das Modehaus Maas, 100-jähriges Bestehen. Und vielleicht ist die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens tatsächlich einer der wesentlichsten Faktoren des jahrzehntelangen Erfolgs. „Wir sind zu einem der maßgebenden Modehäuser im Landkreis geworden“, hebt Werner Maas hervor. Er freut sich über den Geburtstag: „Es ist etwas Besonderes, dass sich ein Familienunternehmen, wie wir es sind, so lange in der Modebranche behaupten kann.“

Ab 1979 hat er die Firma zusammen mit seiner Gattin Christa in der dritten Generation geleitet. Noch im gleichen Jahr wurde das Unternehmen in „Textilkaufhaus Maas“ unbenannt. So mauserte sich Maas unter ihrer Führung von einem allgemeinen Kaufhaus zum Modehaus. Ihr Sohn Michael steht nun seit 2017 in der ersten Reihe. „Die Übernahme der Geschäftsführung hat gut funktioniert. Aber ich bin ja auch im Unternehmen groß geworden und kannte viele Mitarbeiter“, erzählt er. Erhält er noch Unterstützung von seinen Eltern? „Wir helfen nur noch, wenn wir gefragt werden“, antwortet Christa Maas. Dann lächelt sie.

Klein angefangen

Gegründet wurde die Firma einst von Gottlieb Maas und seiner Frau Meta als Textil-Etagengeschäft „Haus ohne Schaufenster“. Die Verkaufsraumfläche an der Bremer Straße 50 betrug damals noch bescheidende 16 Quadratmeter. „Ein entscheidender Meilenstein“ war dann laut Werner Maas der Umzug an die Sulinger Straße im Jahr 1961 und die damit einhergehende Vergrößerung des Geschäfts. „Die Eröffnung in der Innenstadt hatte magnetische Wirkung. Banken und Verwaltung haben sich erst danach dort angesiedelt“, betont er. Auch heute steht das Modehaus noch an der Sulinger Straße. Hinzugekommen sind zwei weitere Fialen. In Syke wird Mode an die Frau gebracht, und in Weyhe wird Damen- sowie Herrenbekleidung angeboten. Auch das Gebäude in Bassum hat sich über die Jahrzehnte verändert.

1994 wurde zum Beispiel eine zweite Etage ergänzt. Und das Eckhaus wurde 2010 modernisiert. Michael Maas ließ 2017 wiederum die Räumlichkeiten des Obergeschosses renovieren. „Die Gestaltung ist mir wichtig, denn die Kunden sollen sich wohl fühlen“, sagt der Nachfolger seiner Eltern. In der Geschichte des Gebäudes gibt es jedoch auch ein unschönes Kapitel. Im Jahr 1975 verursachte ein technischer Defekt einen Brand. Große Teile des Bassumer Gebäudes wurden zerstört und die komplette Ware wurde unverkäuflich. Die Folge war ein Gesamtschaden in Höhe von 2,5 Millionen D-Mark. „Als ich von dem Brand hörte, bin ich hingefahren. Die Rauchwolken zu sehen, war dann wirklich ein Schreckmoment“, blickt Werner Maas zurück. Doch bereits nach zehn Wochen öffnete das Kaufhaus wieder. „Die Leute kamen als Zeichen der Solidarität in Scharen“, ist der Senior nach wie vor gerührt.

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Schön war für ihn auch eine Veranstaltung mit ehemaligen Mitarbeitern anlässlich des Jubiläums. „Die Stimmung war toll.“ Mit der Veranstaltung brachte die Familie Wertschätzung zum Ausdruck. „Wir sind unseren Angestellten sehr dankbar. Denn das Team hinter uns war und ist ganz wichtig. Alleine kann man es nicht schaffen“, weiß Werner Maas. Sohn Michael sieht das genauso und legt großen Wert auf ein gutes Verhältnis zu seinen Angestellten. Rund 50 Mitarbeiter hat die Firma heute.

„Gerade aktuell in der Corona-Zeit ist es wichtig, transparent und ehrlich zu sein. Es ist meine Aufgabe, unsere Angestellten zu informieren, wo wir gerade stehen“, schildert Michael Maas. Denn die Pandemie mache sich im Geschäft bemerkbar, gesteht der Geschäftsführer. „Viele Leute haben Angst rauszugehen und denen, die keine Angst haben, fehlen Anlässe sich einzukleiden. Veranstaltungen wie Hochzeiten und Konfirmationen finden nicht statt“, erklärt er. Nichtsdestotrotz sei das Modehaus unverändert ein „gesundes Unternehmen“.

Feierlichkeiten fielen klein aus

Und die Firma ist nicht nur liquide, sondern dank des Juniors auch bestens für die digitale Zukunft aufgestellt. Noch im Jahr seines Einstands richtete er das Verschicken von Werbebotschaften per E-Mail ein. 2018 kamen dann ein Online-Shop und eine interne Mitarbeiter-App dazu. Abgerundet wurde der digitale Fortschritt 2019 durch eine Kunden-App. „Insgesamt erreichen wir inzwischen 60 Prozent der Kunden digital. Damit gehören wir bei den mittelständischen Unternehmen zu den besten zehn Prozent“, skizziert der Leiter. Die meisten Kunden informieren sich im Internet und kommen dann in die Läden. Genau damit ist Maas zufrieden: „Zu einem Online-Händler wollen wir gar nicht werden.“

Die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag fielen angesichts der Corona-Pandemie übrigens kleiner aus als erhofft. Ende Oktober fand zumindest ein Late-Night-Shopping im 1990er-Jahre-Stil statt. Unter anderem sorgte eine Saxofonspielerin für musikalische Untermalung beim Stöbern. Überhaupt hat Michael Maas Veranstaltungen für sich entdeckt, die über das reine Shoppen weit hinausgehen. Bereits zweimal fand eine Modenschau mit Joachim Llambi, bekannt aus der Fernsehsendung „Let‘s Dance“, statt.

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Auch Streetfood-Märkte wurden beispielsweise schon veranstaltet. Maas freut sich, solche Veranstaltungen anbieten zu können. Und die Resonanz der Leute sei wirklich positiv. „Gleichzeitig sind solche Events ein gutes Forum, um auf das Modehaus aufmerksam zu machen“, erzählt der Unternehmer.

Bereits 2010 erfüllte sich hingegen seine Mutter Christa einen Traum, der an sich ebenfalls wenig mit dem Einkaufen zu tun. Aus einer Kaffeebar im Modehaus wurde ein Bistro. Christa Maas sagt scherzhaft: „Nicht selten werden die Herren dort platziert, während die Frauen am Shoppen sind.“

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