Grundschule Mittelstraße

Doppeltes Neuland

Mit Thomas Mohrmann und Catherina Voss haben zwei neue Leute das Sagen bei der Grundschule Mittelstraße in Bassum. Als Konrektorin und Rektor haben sie gerade die Sommerferien hinter sich, doppeltes Neuland.
30.08.2020, 15:21
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Doppeltes Neuland
Von Tobias Denne
Doppeltes Neuland

Hatten in den Ferien einiges zu tun: Die kommissarischen Schulleiter Catherina Voss und Thomas Mohrmann.

Vasil Dinev

Bassum. Bei dieser Frage müssen beide erst mal überlegen. Nach kurzer Bedenkzeit sagt Thomas Mohrmann dann: „Notizzettel.“ In den vergangenen Wochen waren vor allem die Klebezettelchen das Utensil, das er am häufigsten gebraucht hat. Seine Kollegin Catherina Voss stimmt ihm da zu. Schließlich gab es für die beiden viel zu organisieren – im doppelten Sinne. Denn Voss und Mohrmann leiten kommissarisch die Grundschule Mittelstraße. „Beeindruckend, was sie vorher geleistet haben, von dem man gar nichts mitbekommen hat“, sagt Mohrmann über die Vorgängerinnen Andrea Hahne und Birgit Timmerberg. Und da gibt es ja noch die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie.

„Es sind viele Kleinigkeiten, die sich auch immer wieder ändern“, erzählt Mohrmann. So wurde erst jüngst klar, dass die Schüler im Sportunterricht schwimmen dürfen. „Man muss sehr spontan und flexibel sein“, sagt er und lacht. Außerdem steht an der Mittelstraße nicht nur die Sperrung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße an, sodass die Eltern nicht mehr ihre Kinder an der Schule absetzen können, sondern es stehen noch Bauarbeiten an. Dann haben die beiden Lehrer ein offenes Ohr für die Kollegen und vor Kurzem „kam eine Mail wegen des Schulobstes“, sagt Mohrmann. Viele unterschiedliche Leute, mit denen die Pädagogen zu tun haben. Und die Corona-Vorschriften. Kleinere und größere Baustellen, bei denen Notizzettel doch von Vorteil sind.

Mittlerweile sind die Sommerferien rum und die Schule hat wieder begonnen. „Ich bin auf jeden Fall angespannt. Wir waren jede Woche hier und haben uns natürlich auch gedanklich immer wieder mit der Schule auseinandergesetzt“, beschreibt Mohrmann die Zeit vor dem neuen Schuljahr. Voss ergänzt: „Was wir vorbereiten konnten, das haben wir vorbereitet.“ Dass die 27-jährige Voss und der 34 Jahre alte Mohrmann nun die Zügel in der Hand haben, liegt daran, dass Rektorin Timmerberg und Konrektorin Hahne beide die Schule verlassen haben. „Als es dann absehbar war, dass niemand Externes kommt und kein anderer Leiter aus einer anderen Schule konnte, ist man das Kollegium durchgegangen“, berichtet Mohrmann. Die Wahl fiel auf die beiden jungen Lehrer. „Wir sind dann auf Dechantin Ulrike Schenk zugegangen, damit wir handlungsfähig sind“, fügt er hinzu. So konnten Voss und Mohrmann schon vor der offiziellen Beauftragung am 1. August Dinge entscheiden. Denn dreieinhalb Wochen wären dafür zu wenig gewesen. So hatten sie insgesamt acht Wochen Zeit, um das neue Schuljahr vorzubereiten und in die Arbeit reinzukommen. „Frau Timmerberg hat alles perfekt organisiert, sie hat uns vorentlastet, bei dem, was ging“, erzählt Voss. So waren etwa Verträge für den Ganztag schon von ihr geschlossen, ehe sie nach NRW zog.

Neben den Notizzetteln waren auch PC und Bürostuhl unersetzlich während der unterrichtsfreien Zeit. Die Büros von Konrektorin Voss und Rektor Mohrmann liegen direkt nebeneinander. So rollte der Weyher auf seinem Stuhl das eine oder andere Mal öfter rüber zur Delmenhorsterin und sprach mit ihr gewisse Dinge ab. „Wir arbeiten zusammen und tauschen uns aus“, betont Mohrmann. Nicht zu vergessen ist aber auch das Kollegium, das die beiden kommissarischen Chefs mit einem Erste-Hilfe-Paket begrüßt hat. „Die Kollegen bieten immer wieder ihre Hilfe an. Es ist ein sehr gutes Miteinander, aber das war es auch schon vorher“, sagt der 34-Jährige.

Aber gerade die Arbeit mit den Kindern macht ihnen besonders viel Spaß. „Man begleitet die Kinder in ihrer Entwicklung, bekommt sehr viel zurück“, schwärmt Voss. Der schönste Moment für sie ist, wenn ein Kind etwas erst nicht verstanden hat, es durch Erklärungen, Übungen oder Veranschaulichung doch Klick beim Schüler macht. „Man muss selbst ein Kind geblieben sein“, findet sie. Mohrmann sieht das ähnlich, „man muss sich vorne ein bisschen zum Clown machen. Klar, die Autorität muss man haben, aber ich fand es früher furchtbar, wenn etwas hochtrabend erklärt wurde“, erinnert er sich an seine eigene Schulzeit. Wichtig ist es, den Stoff für die Jungen und Mädchen herunterzubrechen.

Dass es in den ersten Wochen noch nicht 100 Prozent butterweich läuft, ist klar. Aber die beiden Pädagogen sind froh über die Unterstützung von allen Seiten, die sie bekommen. Sei es die Landesschulbehörde, die Stadt oder die Elternschaft. Mohrmann: „Wir wissen, wo wir Hilfe kriegen.“

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