Handball Landesklasse Männer KRAGE Zusammenarbeit beendet

Diese Nachricht kam überraschend: Trotz sportlicher Erfolge gehen die HSG Phoenix und das Trainerduo Christoph Schweitzer/Stefan Honscha getrennte Wege. Intern habe es immer wieder Reibereien gegeben.
26.11.2021, 16:14
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Zusammenarbeit beendet
Von Nastassja Nadolska

Es war eine Nachricht, die wie eine Bombe eingeschlagen ist: Christoph Schweitzer und Co-Trainer Stefan Honscha haben ihr Amt bei der HSG Phoenix mit sofortiger Wirkung niedergelegt – obwohl es bei den Handballern sportlich bisher gut lief. Aktuell steht die HSG auf Platz drei und holte zuletzt gegen die SG Bremen-Ost II nach Rückstand noch einen wichtigen Sieg. "Ich muss zugeben, wir waren selbst ziemlich überrascht, weil es in der Liga ganz gut bei uns lief. Allerdings hatten einige Spieler des Teams eine andere Auffassung", sagt Ex-Coach Schweitzer.

Aus sportlicher Sicht habe es auch keine Beanstandung an der Arbeit des Trainerduos gegeben. "Diese Entscheidung hat seinen Ursprung nicht an der sportlichen Leistung", betont Claus Becker, sportlicher Leiter der HSG Phoenix. Intern habe es wohl in der Vergangenheit immer wieder Unstimmigkeiten zwischen einigen Spielern und dem Trainerteam gegeben. "Die ersten Gespräche haben wir schon im Mai geführt. Dabei ging es um die Trainingsinhalte, mit denen einige Spieler nicht zufrieden waren. Damals war es aber natürlich auch eine schwierige Zeit mit Corona", erklärt Claus Becker. Schweitzer und Honscha passten daraufhin die Trainingsinhalte an. Mit Beginn der Saison zeigten sich dann auch die ersten sportlichen Erfolge. "Im weiteren Verlauf kam es leider wieder zu internen Reibereien, die sowohl Trainingsinhalte als auch individuelle Entscheidungen des Trainerteams beinhalteten. Der Unmut bei einigen Spielern ist dadurch größer geworden", erklärt Becker. Daraufhin hat sich der Sportvorstand mit dem Trainerteam und dem Mannschaftsrat zusammengesetzt. Alle Parteien sind letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

Die internen Widerstände seien irgendwann zu groß gewesen, Schweitzer und Honscha hätten nicht mehr dagegen arbeiten wollen. "Einige Spieler haben sogar gesagt, dass sie das Team verlassen wollen, wenn sich nichts ändern würde. Deswegen haben wir uns auch im Interesse der Mannschaft für einen Rücktritt entschieden", betont der Ex-HSG-Coach, der die Situation immer noch nicht so richtig einschätzen kann. "Unsere Ausrichtung mit dem Aufstieg war klar. Scheinbar haben es einige Spieler aber anders gesehen. Wir sehen unseren sportlichen Weg als den richtigen an und daran wollten wir auch nichts ändern. Meiner Meinung nach hätte es aber viele Dinge gegeben, die durchaus zu klären gewesen wären", zeigt sich Schweitzer immer noch etwas enttäuscht über das Aus. Dennoch sieht er das ganze entspannt und freut sich auf die freie Zeit: "Es ist immer noch ein Hobby. Natürlich hat es mir Spaß gemacht, aber es zieht mir jetzt nicht den Boden unter den Füßen weg. Ich genieße jetzt die neu gewonnene Freizeit und warte ab, was passiert."

Einen Nachfolger haben die Verantwortlichen der HSG auch schon gefunden: Dustin Ostwald, der aktuell die weibliche A-Jugend der HSG trainiert, wird künftig an der Seitenlinie der Handballer stehen. "Das erste Training lief wohl ganz gut und ich bin zuversichtlich, dass es mit ihm gut laufen wird", sagt Claus Becker. Auch Schweitzer kann nur Positives über seinen Nachfolger berichten: "Ich freue mich für ihn und ich bin mir sicher, dass er die Aufgabe gut bewältigen wird." An diesem Sonntag (Anpfiff 17 Uhr) trifft die HSG vor heimischer Kulisse auf den VfL Horneburg II. "Ich bin gespannt, wie das Spiel läuft, aber ich hoffe das beste", betont Claus Becker.

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