Einheitsbuddeln der Landfrauen Bäume, Bünte, Butscherwerk

Der Landfrauenverein Freudenberg-Bassum beteiligt sich wieder am Einheitsbuddeln. Am 3. Oktober sind alle auf den Hof Buschmann in Bünte eingeladen, um dort 250 Bäume zu pflanzen.
27.09.2022, 15:27
Lesedauer: 3 Min
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Bäume, Bünte, Butscherwerk
Von Micha Bustian

Bassum. Einheitsbuddeln. Das klingt so, als würden gleich große Menschen mit täuschend ähnlichen Schaufeln gleich große Löcher buddeln. Stimmt aber nicht. Das Einheitsbuddeln heißt so, weil es am Tag der Deutschen Einheit stattfindet, am 3. Oktober. Das ist der kommende Montag. Und dann wird auf einem Waldstück beim Hof Buschmann zwischen Bassum und Bramstedt in der Tat gebuddelt. Von 14 bis 17 Uhr.

Das Einheitsbuddeln ist eine Aktion des Landfrauenvereins Freudenberg-Bassum. Bereits zum dritten Mal seit 2019 haben die Damen beschlossen, sich diesem Projekt des Vereins Einheitsbuddeln anzuschließen. Und zu welchem Zweck wird nun gebuddelt? Klar doch: um der Umwelt etwas Gutes zu tun. In die ausgehobenen Löcher auf dem Grundstück der Familie Buschmann, Bünte 5a in Bassum, werden Bäumchen gepflanzt. Genauer gesagt: Eichen.

Das Ganze ist eine öffentliche Pflanzaktion, sagt Katharina Buschmann von den jungen Landfrauen, „eine von zwei öffentlichen Pflanzpartys in Deutschland“. Dafür haben die Veranstalterinnen 250 Eichen gekauft, die von Besuchern eingepflanzt werden sollen. „Damit wird unser Wald wieder aufgeforstet.“ Und jeder Baum wandelt ja bekanntlich durch die Fotosynthese Kohlendioxid in Sauerstoff um. Kohlendioxid – das Gas, das vornehmlich verantwortlich ist für die Erwärmung der Atmosphäre.

Also braucht es reichlich Bäume, die ja noch weitere ökologisch relevante Vorteile in sich bergen. 250 davon wollen die Bassumer Landfrauen am Tag der Deutschen Einheit in die Erde bringen. Wer sich beteiligen möchte, sollte eins nicht vergessen: einen Zehn-Euro-Schein. Denn so viel kostet das Vergnügen, Teilnehmer am Einheitsbuddeln in Bünte zu sein. Damit refinanzieren die Landfrauen die Bäumchen, den Verbissschutz und einen Pfahl, der der kleinen Eiche die Richtung weist. Die Buddler werden gebeten, einen Spaten, Arbeitshandschuhe und Gummistiefel mitzubringen. Neben dem Zehner, der zur Finanzierung nicht ausreicht. Den Rest trägt die Abfallwirtschaftsgesellschaft mit Sitz in Klövenhausen.

250 Bäume – das klingt schon nach recht viel. In den vergangenen Jahren hatten die Landfrauen immer 150 Setzlinge dabei, 2021 waren es Schwarzerlen. Doch die Beteiligung am Einheitsbuddeln wurde immer besser. Wurden bei der Premiere im Jahr 2019 noch 40.000 Bäumchen gepflanzt, so sollen es diesmal 100.000 Euro sein. Bundesweit versteht sich, nicht allein in Bünte. Irgendwann soll es dann so weit sein, dass am 3. Oktober jeder Bürger der Bundesrepublik einen Baum einbuddelt. Das ist das Fernziel.

Doch zurück zu den Bassumer Landfrauen, zurück zur Aktion auf dem Hof Buschmann. Dort werden natürlich nicht nur Baumwurzeln unter die Erde gebracht. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens haben die Landfrauen auch ein Rahmenprogramm organisiert. So gibt es für alle Fleißigen Kürbissuppe zur Stärkung. Und damit die lieben Kinderchen sich nicht langweilen, während Mama und Papa kräftig schaufeln, haben die Organisatorinnen Insa Isern vom Butscherwerk engagiert. Die Waldpädagogin wird Hängematten im Waldstück aufhängen, weil es überaus entspannend ist, in Baumkronen zu blicken. Darüber fertigt sie mit ihren Gästen Tongesichter, die dann ihren Platz an den Bäumen finden sollen. Und letztlich ist sie auch immer für eine Geschichte gut, weiß Birgit Meyer-Borchers, die Vorsitzende des Landfrauenvereins Freudenberg-Bassum. Bei ihr gibt es keine festen Uhrzeiten. Wer sich den Nachwuchs-Pflanzern anschließen will, kann einfach vorbeischauen.

Nun wieder zurück zu der hart arbeitenden Bevölkerung, die in Bünte Bäume pflanzt. Dazu gehören naturgemäß der komplette Landfrauenvorstand und auch eine Vielzahl an Ortsvorsteherinnen aus dem Verein. Sie alle werden natürlich nicht mit Schaufel und Setzling allein gelassen. Schließlich gibt es einiges zu beachten, wenn man einen Baum pflanzt. Dafür bekommen sie eine Pflanzanleitung. „Dann kann gar nichts mehr schiefgehen“, sagt Katharina Buschmann. Sollte es dann doch noch Fragen geben, sind Herbert Schorling und Arndt Buschmann vor Ort und helfen. Soll ja klappen mit den Bäumen.

Zur Sache

Aktiv im Klimaschutz

Ja, der Verein heißt tatsächlich Einheitsbuddeln e.V.. Seine Wurzeln liegen in Schleswig-Holstein, von wo aus dann auch am 3. Oktober 2019 organisiert wurde. Der Verein begleitet das jährliche Einheitsbuddeln und engagiert sich für das gemeinschaftliche Baumpflanzen zum Erhalt deutscher Wälder. Ziel ist es, aktiv zum Klimaschutz beizutragen, heißt es auf der Internetseite www.einheitsbuddeln.org. Die Menschen in Deutschland sollen dazu motiviert werden, sich durch einen einfachen Beitrag am Schutz unserer Natur und unseres Klimas zu beteiligen.

In diesem Jahr ist übrigens Thüringen offizieller Gastgeber. Von dort aus sollen es diesmal 100.000 Bäume werden, die eingepflanzt werden sollen. Ziel sind 83 Millionen. Die Vision: „Stell dir vor, am 3. Oktober würde jeder Mensch in Deutschland einen Baum pflanzen. 83 Millionen. Jedes Jahr. Ein neuer Wald. Von Nord nach Süd, von Ost nach West. Für das Klima. Und für dich und deine Familie. Für unsere Zukunft.“

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