Stadtbrandmeister Bassum

In sicheren Händen

Nach zehn Jahren endet für Theo Garrelts am 31. Dezember die Zeit als Stadtbrandmeister in Bassum. Sein Nachfolger ist Claas Meyer. Für Garrelts ist nun der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören gekommen.
10.12.2019, 17:32
Lesedauer: 3 Min
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In sicheren Händen
Von Tobias Denne
In sicheren Händen

Claas Meyer (links) übernimmt ab dem 1. Januar den Posten des Bassumer Stadtbrandmeisters von Theo Garrelts.

Braunschädel

Bassum. Harmonisch. So würde der noch amtierende Stadtbrandmeister Theo Garrelts seine letzten zehn Jahre beschreiben. Sowohl bei der Feuerwehr insgesamt als auch im Kontakt mit der Verwaltung. „Die Arbeiten waren gut zu bewältigen. Wir haben viel vorangebracht“, findet der Hallstedter und ergänzt: „Ich habe schnell gemerkt, dass manche Dinge nicht so schnell gehen, wie ich es gern hätte.“ Zum neuen Jahr wird Claas Meyer, derzeit noch Bassumer Ortsbrandmeister, den Posten übernehmen und die Nachfolge Garrelts' antreten. „Ich bin wirklich froh, dass er das macht. Ich freue mich darüber“, schwärmt er von Meyer.

Seine Sammelmappe hat der Hallstedter an seinen Nachfolger schon übergeben. Dick ist sie. Darin finden sich alle Unterlagen zu den aktuellen Projekten der Feuerwehren. Schließlich muss man immer mal wieder etwas schnell nachgucken und hat so alles griffbereit. „Wenn die abgeschlossen sind, kommen sie heraus“, erklärt Garrelts das Prozedere.

Als klar wurde, dass sich Theo Garrelts mit seinem vorzeitigen Abschied (eigentlich wäre seine Amtszeit 2021 ausgelaufen) befasst, stellte sich für Meyer die Frage: „Will ich ewig Ortsbrandmeister sein?“ Schließlich ist er bei den Einsätzen immer mit dabei. Bislang hat die Feuerwehr in diesem Jahr 125 Einsätze gehabt. „Bei 90 Prozent bin ich mitgefahren“, erzählt Meyer, wenn er auf das Jahr schaut. Jede Brandmeldeanlage – ob Fehlalarm oder nicht – kostet mindestens eine Stunde, bei einem richtigen Brand auch gern mal drei bis vier. „Ich habe die Hoffnung, dass es als Stadtbrandmeister strukturierter wird. Die Termine sind planbarer“, weiß Meyer, der sich gefragt hat, ob er sich noch mal verändern wolle. Denn bei einem neuen Stadtbrandmeister, der wieder rund zehn bis zwölf Jahre im Amt ist, dann „bin ich 67 Jahre alt und trinke Kaffee“, schaut Meyer schon in die Zeit nach der aktiven Feuerwehr.

Dann jetzt also. Meyer wurde gewählt und schon ernannt. Der offizielle Wechsel folgt dann zum 1. Januar. „Ich höre zwei Jahre früher auf, weil wir den Feuerwehrbedarfsplan haben“, begründet Garrelts seine Entscheidung. Vor eineinhalb Jahren hat er sich gefragt, wo die Feuerwehren in Bassum stehen. „Dann habe ich überlegt, dass in den kommenden zwei Jahren keine neuen großen Dinge passieren“, weiß er. Das heißt: ein ruhiger Übergang und eine entspanntere Einarbeitungszeit für den 45-jährigen Meyer. Was natürlich nicht heißen soll, dass Meyer nichts zu tun haben wird. Denn der Feuerwehrbedarfsplan steht zwar (Meyer: „Die Daten zusammenzutragen war heftig“), wird aber nach und nach umgesetzt. Wie in Bramstedt zum Beispiel, wo ein neues Gebäude für die Einsatzkräfte gebaut wird. „Die Ergebnisse sind sehr positiv. Überall tut sich was oder hat sich schon getan“, freut sich Garrelts.

Die weitere Umsetzung wird er aus zweiter Reihe mitbekommen. Meyer dagegen, der schon seit mehr als 30 Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist, wird sie hautnah erleben – und beeinflussen können. Auf die Frage nach Gestaltungsmöglichkeiten als Stadtbrandmeister breitet Garrelts die Arme weit aus. „Man hat schon einen großen Einfluss“, sagt er und nennt als Beispiel das Hygienekonzept, das ab dem kommenden Jahr umgesetzt wird. Auch für die Heißausbildung (seit 2011) und Ausbildung für Führungskräfte (seit 2009) ist Garrelts verantwortlich. „Vorher gab es so etwas gar nicht“, erinnern sich Meyer und Garrelts. Bei dem Führungskräfte-Kurs werden die Ortsbrandmeister der Lindenstadt professionell ausgebildet und Grundwissen für Einsätze beigebracht. „Wenn solche Ideen gelingen, dann ist das schön“, gesteht Garrelts.

Claas Meyer weiß: Die großen Projekte braucht es im Moment für die Feuerwehr nicht. „Ich muss mich ja auch reintüddeln“, gibt er zu. Wobei er aufgrund seiner Erfahrungen als Ortsbrandmeister (seit 2010) „sämtliche Themen kennt“, wie Garrelts berichtet. Zusammen sei man die Unterlagen durchgegangen und habe Einzelheiten besprochen – und natürlich die Mappe übergeben. Was dann demnächst kommt, das wird man sehen. Sicher, kleine Projekte wird es geben und werden in Angriff genommen, aber insgesamt „sind wir gut vorbereitet und knüpfen daran an“, versichert Meyer, der durch seine Zeit bei der Feuerwehr viele neue Freundschaften geschlossen hat.

„Wir haben eine tolle Kameradschaft und als Jugendlicher konnte ich mir einen Kindheitstraum erfüllen“, schwärmt der 45-Jährige. Als Gruppenleiter und später Ortsbrandmeister war Meyer zwar immer an der Front, aber „man bekämpft immer wieder Feuer“. Schließlich ist man für die Sicherheit seiner Kameraden und die Koordination des Einsatzes verantwortlich. Garrelts weiß: „In Zukunft wirst du fast nichts mehr anfassen.“ Meyer stimmt zu: „Nur Papier.“

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