Insektenpark Bassum

Vorarbeit geleistet

Vor Kurzem herrschte reger Betrieb im Insektenpark in Bramstedt. Die AG Landnutzung vom Klima-Aktions-Bündnis hat Sträucher und eine Blühwiese gepflanzt
12.05.2021, 11:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Tobias Denne
Vorarbeit geleistet

Nicht nur Sträucher kamen in die Erde, die Mitglieder (Jens Diedrich, links, und Sabine Müller) haben auch eine mehrjährige Blühwiese angepflanzt.

Michael Galian

Bassum-Bramstedt. "Die kommen von ganz allein", da ist sich Jens Diedrich sicher und schaut Richtung Sandarium. Er steht inmitten des Insektenparks, der gerade in Bramstedt entsteht. Das eine oder andere kleine Tierchen kundschaftet bereits jetzt das Areal aus und schaut, wo es sich niederlassen kann. In wenigen Wochen soll es - so der Plan - ordentlich blühen. Und auch im Sandarium wird sich einiges verändern, wenn "in zwei bis drei Wochen die ersten Gänge entstehen", wie Diedrich voraussagt. Schließlich brauchen die Wildbienen einen Unterschlupf für ihre Eier. Platz dafür haben sie auf jeden Fall, immerhin wurden rund 100 Quadratmeter nur beim Sandarium angelegt. 

Wir, die ältere Generation, können den Jüngeren helfen.
Jens Diedrich

Vor wenigen Tagen waren acht Mitglieder der Arbeitsgruppe Landnutzung vom Klima-Aktions-Bündnis aktiv und haben die Pflanzungen vorgenommen. Eingebuddelt wurden übrigens nur heimische Sträucher - wie etwa Faulbaum. Knapp 40 Stück. "Es sind vogel- und insektenfreundliche Pflanzen. Die blühen im Frühjahr und Sommer, und im Frühherbst tragen sie Früchte für die Vögel", erzählt Diedrich. Im Gespräch sprüht er vor Begeisterung über dieses Projekt, das direkt am Neubaugebiet "Dorfstraße II" angrenzt, in unmittelbarer Nähe zur Grundschule liegt und auch für Spaziergänger oder Radfahrer gut erreichbar ist.

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In einer Gemeinschaftsaktion hat sich vor Kurzem die AG Landnutzung vom Klima-Aktions-Bündnis dem Insektenpark in Bramstedt gewidmet.

Foto: Michael Galian

Die Ehrenamtlichen wollen mit dem Projekt vor allem eins: inspirieren und begeistern. "Nicht jeder kann ein Sandarium von 100 Quadratmetern anlegen, das ist klar. Aber vielleicht findet hier jemand etwas, was er oder sie im eigenen Garten umsetzen kann", sagt Diedrich. Es kommt ja nicht auf die Größe der Fläche an, sondern darauf, dass man etwas macht. "Wir wollen für kleine Flächen begeistern", hofft Diedrich, dem es - wie auch den anderen - wichtig ist, dass aufgeklärt wird. Und nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder. Daher ist eine Kooperation mit der Grundschule geplant. "Herr Baron (Schulleiter, Anm. d. Red.) ist sehr aufgeschlossen", freut er sich. Es solle jetzt kein grünes Klassenzimmer werden, aber eine Zusammenarbeit sei sicher möglich. "Wir, die ältere Generation, können den Jüngeren helfen", hofft er. Alle sollen begeistert werden: Landwirtschaft, Klimaschützer, Privatleute, junge und ältere Menschen.

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Genau hingeschaut: Auch eine mehrjährige Blühfläche wurde von Jens Diedrich und den anderen Ehrenamtlichen angelegt.

Foto: Michael Galian

Daher kommen passend zu den Sträuchern auch Info-Tafeln, damit Besucher wissen, um was es sich für eine Pflanze handelt, was die Besonderheit ist und wie sie aussieht. "Die Leute können hier einen Blick kriegen für einheimische Gewächse", sagt Diedrich. Immerhin müsse alles zueinanderpassen, daher bringe es nichts, Pflanzen zu importieren, die es hier eigentlich nicht gebe. Das bringe den Insekten nichts. "Wildbienen gehen nur auf einheimische Pflanzen. Wir können nur das schützen, was da ist", betont Diedrich. Für die Pflanzen etwa war die Baumschule Wolters verantwortlich, aber auch die Firma Voss, der Biohof Steding und Ernst Petershagen haben schon jetzt fleißig mitgeholfen - sei es bei der Bodenbearbeitung oder dem Aushub des Sandariums. 

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Rein den Spaten: Arne Falter kümmert sich um das Sandarium. Der Aushub ist 60 Zentimeter tief.

Foto: Michael Galian

Und damit das Projekt nicht nur eine Eintagsbiene bleibt, sondern auch nachhaltig wird, haben die Ehrenamtlichen eine mehrjährige Blühfläche angesät - ebenfalls um die 100 Quadratmeter. "So eine Fläche ist die Königsdisziplin, aber wenn sie einmal im Gang ist, dann hat man es die nächsten Jahre perfekt", freut sich Diedrich schon auf die Früchte der Arbeit. Königsdisziplin übrigens deshalb, weil es vor allem im ersten Jahr darauf ankommt, dass die Fläche feucht liegt und das Wetter passt. "Wir geben nur einen kleinen Schubs, den Rest übernimmt die Natur", weiß er. Und dann kommen die Insekten auch von ganz allein.

Zur Sache

Bei Fragen

Jens Diedrich steht bei Rückfragen oder Informationen rund um den Insektenpark und die AG Landnutzung für Interessierte zur Verfügung. Die Telefonnummer dazu lautet: 04241/8047722. Per Mail ist der Bramstedter ebenfalls erreichbar: bassum-landnutzung@klima-aktions-buendnis.de . Das Klima-Aktions-Bündnis ist zu finden auf www.klima-aktions-buendnis.de.

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