Insektenpark

Inspiration fürs Zuhause

In Bramstedt plant die Arbeitsgruppe Landnutzung des Klima-Aktions-Bündnisses einen Insektenpark direkt in der Nähe von Schule und Neubaugebiet. Die Infrastruktur ist wichtig, sagt Jens Diedrich.
26.02.2020, 17:58
Lesedauer: 2 Min
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Inspiration fürs Zuhause
Von Tobias Denne
Inspiration fürs Zuhause

Rund 2600 Quadratmeter stellt die Stadt Bassum der AG Landnutzung zur Verfügung. Dort sollen sich nach und nach Insekten ansiedeln und eine Heimat finden. Der Vorteil: In unmittelbarer Nähe steht das Neubaugebiet "Dorfstraße II" und die Grundschule ist nicht weit entfernt. So können Kinder auch schnell zum Park und die Natur erleben.

Tobias Denne

Bassum-Bramstedt. Wenn alles glatt läuft, dann können die ersten Sträucher schon in diesem Jahr gepflanzt werden. Jens Diedrich ist optimistisch. „In den nächsten zwei bis drei Jahren gestalten wir die Fläche Stück für Stück und haben viele kleine Themen auf engem Raum“, erzählt er. Mit „wir“ meint er die Arbeitsgruppe Landnutzung im Klima-Aktions-Bündnis. Mit „Fläche“ meint er rund 2600 Quadratmeter direkt am Baugebiet „Dorfstraße II“ in Bramstedt – eigentlich als Ausgleichsfläche angedacht. Dort soll ein Insektenpark entstehen. „Es ist der perfekte Ort, ein wunderbarer Standort“, findet Diedrich.

Die Nähe zur Grundschule und zur Kita, die nur rund 100 Meter Luftlinie entfernt liegen, der Finkenbach in unmittelbarer Nähe, der Schulweg direkt an der Fläche und eben das Baugebiet an der Dorfstraße. „Uns ist es wichtig, dass die Fläche erschlossen ist“, sagt Diedrich. Denn durch die Lage direkt im Bramstedter Ortskern müssen die Menschen nicht weit fahren, um zum Park zu kommen, sondern können auch mal bei einem Sonntagsspaziergang vorbeigehen.

Vor Ort will die AG Landnutzung dann mithilfe des Biologen Rolf Witt einen Park für Wildbienen und andere heimische Insekten gestalten. Auch die Vogelwelt soll von dem Projekt profitieren. „Der Vorteil an solchen Aktionen, wie auch Blühflächen, ist, dass man schnell Erfolge sieht. Die Natur macht es dann schon passend“, weiß der Bramstedter. Sicher, auch Obstbäume sollen auf der Fläche stehen, allerdings plant die AG zudem etwa Sträucher, Hochbeete, Wildbienennisthilfen, Fledermauskästen, Nahrungsquellen, Trockenmauern, Totholzstapel oder ein sogenanntes Sandarium. „Der Großteil unserer Wildbienen nisten im Boden“, erzählt Diedrich. Eine rund 200 Quadratmeter große Fläche soll ausgehoben und mit Sand befüllt werden. In den Sand kommen dann etwa Stauden. „Wildbienen brauchen Licht und einen sandigen und mageren Boden“, weiß Diedrich, der sagt, dass man so etwas auch zu Hause in einer kleinen Ecke seines Gartens einfach nachmachen kann.

Das ist auch ein Ziel des Insektenparks, der entsteht. Die Menschen können sich vor Ort informieren über die Lebensweise, Bedeutung oder Bedrohung der Insekten und es selbst im Garten ausprobieren. „Es gibt Menschen, die gute Vorsätze haben und etwas tun wollen“, können sich diese in Bramstedt eine Inspiration beim Park holen. Auch die angesprochene Nähe zur Grundschule kommt nicht von ungefähr. So soll es eine Zusammenarbeit mit den Lehrern und Schülern geben. „Wir waren lange ein schlechtes Vorbild, jetzt können wir ein gutes sein. Wir versuchen, die junge Generation für die Sache zu begeistern“, hofft Diedrich auf positive Reaktionen. So könnte etwa der Park in den Unterricht miteinbezogen werden. Wie genau, darüber spricht die AG derzeit mit der Schulleitung.

Diedrich ist es wichtig, dass man nicht nur über das Klima redet, sondern auch etwas tut. Und er freut sich, wenn es in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten losgehen kann. Zeitlich rechnet er mit Ende des Jahres, wenn das Baugebiet „Dorfstraße II“ fertig sein sollte. Bis dahin setzt sich die AG Landnutzung (für den Insektenpark sind vier bis acht Menschen aktiv) nicht nur mit der Bramstedter Schulleitung zusammen, sondern auch immer wieder mit dem Biologen Rolf Witt, der das Projekt als Experte begleiten wird. Gerade die Unterstützung des Biologen hält Diedrich für wichtig, können doch nicht einfach irgendwelche Sträucher oder Bäume gepflanzt werden: „Wir wollen etwas Ordentliches machen.“

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