Hilke Bald

Zurück zur Schule

Sieben Jahre lang war Hilke Bald die Ansprechpartnerin im Jugendhaus Fönix in Bassum. Seit einigen Wochen arbeitet sie nun in der Grundschule Petermoor. Es war ein Schritt zurück für sie.
29.06.2020, 17:30
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Von Tobias Denne
Zurück zur Schule

Seit ein paar Wochen arbeitet die Sozialarbeiterin Hilke Bald wieder in der Schule. Nach sieben Jahren im Jugendhaus Fönix geht's für Bald zurück.

Vasil Dinev

Bassum. Den Abschied, den hatte sich Hilke Bald ganz anders vorgestellt. Eine Party mit den Jugendlichen hätte es geben sollen. Aber wegen des Coronavirus war es ein leiser Abschied von den Heranwachsenden – und vom Jugendhaus Fönix. Sieben Jahre lang war sie als Sozialarbeiterin in der Bassumer Einrichtung aktiv. Vor einigen Wochen hat sie ihre Stelle gewechselt, arbeitet immer noch mit Menschen, diese sind aber deutlich jünger. Denn Bald ist die Nachfolgerin von Erika Stötzel und nun als Sozialarbeiterin unter anderem in der Grundschule Petermoor aktiv. Zwar könne sie derzeit ihre geplanten Angebote noch nicht ausüben, aber Hilke Bald hat gemerkt: „Die Schüler haben eine gute Basis mitbekommen, und ich möchte die Arbeit von Erika fortführen.“

Hilke Bald sitzt auf einem Rondell im Innenhof der Grundschule Petermoor. In der Mitte steht ein großer, Baum. „Ich werde einen Steckbrief am Baum anbringen, damit die Kinder wissen, dass es mich gibt, wenn sie reden wollen“, kündigt sie an. Am Rondell spielen die Kinder immer. Das Gespräch kann sich über alles Mögliche drehen. Ärger zu Hause oder in der Schule, die Hausaufgaben vergessen, einfach „alles, was sie bewegt“. Sie freut sich auf ihre Arbeit mit den Kindern, „ich bin auch gespannt, wie sie auf mich reagieren. Jeder Pädagoge hat seine Persönlichkeit“, sagt sie und schmunzelt. Außerdem hat sie beobachtet, wie motiviert die Kollegen und Kolleginnen sind. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Bald und blickt sich um. Es sei ein schöner Ort und eine tolle Schule.

Während sie nur dann arbeitet, wenn in der Schule der volle Betrieb herrscht, war das beim Jugendhaus Fönix nicht der Fall. Die Schüler kamen, wenn die Glocke klingelte und sie frei hatten. „Dann wurde es erstmal laut“, erinnert sich Bald an das Eintreffen der ersten Gruppen im Jugendhaus. Wenn sie an ihre Zeit im Fönix denkt, dann war „es abwechslungsreich, viel Alltag, aber auch wirklich nicht planbar“. Seien es Arbeitsgruppen, die angeboten wurden, oder einfach nur Zeit für ein Gespräch. „Die Jugendlichen waren unbefangen und offen“, sagt sie.

Sieben Jahre lang war sie im Fönix für die Jugendlichen da, erlebte den Umbau vor einigen Jahren hautnah („Es ist richtig schön geworden“) und schätzt das Engagement der Stadt Bassum an der Jugendarbeit. „Dafür bin ich dankbar“, versichert sie. Die Themen, die die Jungen und Mädchen beschäftigen, blieben über die Jahre dieselben. Verliebtsein, Mobbing, Petzen. „Das hat sich nicht geändert“, sagt Bald, die beobachtet hat, dass sich die Gedanken der Besucher vor allem um Alltags- und Entwicklungsfragen drehen. Gleichwohl ist es wichtig, dass jemand da ist, der ihnen zuhört. „Jemand, der Verständnis hat und sie auch ernst nimmt und kein Elternteil oder Lehrer ist“, betont sie. Was sich aber gewandelt hat, ist die technische Ausstattung. „Alle haben ein Smartphone. Das ist deren Ein und Alles“, weiß die Sozialarbeiterin. Sie ist froh, dass vor allem die Mädchen aufgeklärter hinsichtlich Social Media sind als vorher. Dass sie Kommentare unter Fotos von ihnen besser einordnen können und wissen, dass die, die kommentieren, vielleicht nicht im selben Alter sind. „Das liegt, glaube ich, daran, dass sie mit dem Internet aufwachsen“, sagt sie. Das tun die Kinder in der Grundschule natürlich auch, aber „es ist eine ganz andere Lebensphase“, hebt sie hervor.

Und sie weiß, wovon sie spricht. Immerhin schließt sich für sie der Kreis durch die Rückkehr an die Grundschule. Ihr Anerkennungsjahr nach dem Studium in Vechta hat Bald an einer Schule in Münster absolviert. „In dem Stadtteil gibt es viele Nationen. Es war bunt und jeder hat etwas anderes mitgebracht“, erinnert sie sich an ihre Zeit in der Fahrradstadt. Es sei anspruchsvoll gewesen und eine tolle Schule. „Ich hatte mich schon oft in Norddeutschland bewegt und ich wollte immer nach Münster“, erzählt sie. Nach Bassum ging es dank der Mutter. „Sie hat mir eine Anzeige in der Zeitung ausgeschnitten, ganz analog“, sagt Bald und schmunzelt. Anfangs sei sie die rund 165 Kilometer von Münster gependelt, dann fand sie eine WG in Bremen. „Ich bin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und natürlich dem Rad“, erzählt sie und hebt ihren Fahrradhelm auf. Ein bisschen Münster hat sie sich trotz der Distanz behalten.

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