Kinderzirkus Schapito Kleine Artisten kommen groß raus

Marcello Monaco und Daniela Franzen haben sich für die Herbstferien etwas Besonderes einfallen lassen. Eine Woche lang trainierten sie den Bassumer Nachwuchs für eine Zirkusvorstellung.
29.10.2021, 15:56
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Kleine Artisten kommen groß raus
Von Sarah Essing

Bassum. "Vorhang auf! Manege frei!", heißt es an diesem Sonnabend ab 15 Uhr in der Bassumer Gildefesthalle. Zauberer und Fakire, Clowns und Dompteure, Seiltänzer und Einradfahrer wollen ihr Publikum verzaubern. Dafür trainierten und übten fast 30 Kinder eine Woche lang fleißig mit Daniela Franzen, Marcello Monaco und ihrem Team. Die beiden Piazetta-Organisatoren hatten das Kinderzirkus-Projekt "Schapito" für die Herbstferien organisiert, um für Kinder und Künstler einen positiven Beitrag in der aktuellen Situation zu leisten (wir berichteten). Dabei sollten Laien und Profis gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Das Ergebnis ist nun zu sehen. Einen Einblick gab es unter der Woche schon bei den Proben.

"Hopp, Coco! Spring!", ruft Dompteur Aaron und hält dem kleinen "Affen" einen Ring vor die Nase. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob Coco besonders willig ist. Er verschränkt die Arme und schmollt ein wenig. Dompteur Aaron muss also noch ein wenig mehr Überzeugungskraft in die Stimme legen. Dann hüpft das Äffchen, und seine beiden "Artgenossen" hüpfen hinterher. "Applaus für meine drei Affen!", fordert Aaron, doch geklatscht wird in der Gildefesthalle nicht – noch nicht. Denn Aaron und seine drei Freunde sind noch mitten im Training. Gemeinsam mit Daniela Franzen setzen sie sich zusammen und überlegen, was sie nach dem Trick mit dem Ringsprung noch vorführen könnten. "Man könnte zwei Ringe nehmen", schlägt Aaron vor. "Durch den ersten springe ich und durch den zweiten mache ich einen Purzelbaum", ergänzt sein "Äffchen". Das heißt in Wirklichkeit Jakob und trägt wie seine beiden Kumpel für den Auftritt nur eine Affenmaske. "Gute Idee", findet Daniela Franzen und lässt die Jungs ihren Vorschlag gleich mal ausprobieren.

"Es ist unsere Aufgabe die Ideen der Kinder auf den Punkt zu bringen", erklärt ihr Partner Marcello Monaco wie im Kinderzirkus Schapito gearbeitet wird, um eine Vorstellung auf die Bühne zu bringen. Vorschläge und Ideen der Kinder sind dabei gern gesehen, er und das Team seien eher dafür zuständig unterstützend und ein wenig ordnend zur Seite zu stehen. Und das funktioniert hervorragend wie er nach wenigen Tagen bereits sagen kann. "Wir haben zusammen eine tolle Atmosphäre geschaffen, als ob wir uns schon lange kennen", gerät er ins Schwärmen.

Zum Auftakt der Woche habe dabei zunächst das Kennenlernen im Vordergrund gestanden, verrät Monaco. Noch wichtiger sei jedoch das Entwickeln einer gewissen Disziplin gewesen, die für artistische Kunststücke erforderlich ist, das Gefühl füreinander da zu sein, miteinander etwas zu schaffen und sich gegenseitig zu unterstützen. Jeden Tag wurde von 11 bis 18 Uhr zusammen geprobt. Dabei konnten die Kinder alles ausprobieren, die Hulahoop-Reifen, Einräder, Jonglage, Seiltanz, Tuchakrobatik, Trapez und sich in der mit Matten, Kästen und Bänken ausgestatteten Festhalle richtig austoben.

"Nur zwei Mädchen konnten bereits Einrad-Fahren", erinnert sich Monaco. Die übrigen mussten alles von der Pike auf lernen. Das klappte bei der einen mal besser, bei dem anderen mal weniger. "Ich habe Stelzenlaufen in zwei Tagen gelernt", ist Martje Eckhoff von ihrer neuen Kunstfertigkeit begeistert. Das sei gar nicht so schwer gewesen, findet sie. "Nur hinterher fühlt sich das Laufen komisch an", ergänzt ihre Freundin Lina Nordmann lachend. Wenn man von den Stelzen wieder heruntersteigt, sei das wie nach dem Rollschuhfahren ein eigenartiges Gefühl.

Einen halben Meter höher als gewöhnlich stolzieren Martje und Lina dann über das Parkett. Dabei schwenken sie Fahnen. Das beeindruckt auch Marcello Monaco, der gemeinsam mit Mohamed Sorr, Artist, der schon im Zirkus Knie auftrat, den Gang der Mädchen absichert. "Manche Kinder haben einfach ein Talent dafür", sagt er. Doch auf Talent allein kommt es nicht an. "Wir haben in den ersten Tagen beim Ausprobieren darauf geachtet, wo die Stärken der Kinder liegen", sagt er. Denn natürlich sei es das Ziel dieses Projekts, alle Kinder mitzunehmen. Das sei auch gelungen. "Jedes Kind hat seine Darbietung gefunden."

Und wie diese am besten präsentiert wird, zeigten ihnen ebenfalls die Profis. "Wenn man auf der Bühne oder in der Manege ist, muss man präsent sein", verrät der Artist. "Man muss zum Publikum sprechen." Wie das geht, welche Gesten und Tricks dabei helfen, dabei standen die Profis den kleinen Nachwuchsartisten ebenfalls helfend zur Seite. Das Ergebnis ist ab 15 Uhr zu bestaunen. "Wir sind guter Dinge, dass wir eine witzige, schöne Aufführung auf die Bühne bringen werden."

Zur Sache

Der Name Schapito

des Bassumer Kinderzirkus-Projekts leitet sich vom französischen Wort "Chapiteau" für Zelt ab. In einem Zelt tritt der Artisten-Nachwuchs aber nicht auf, sondern in der Bassumer Gildefesthalle, Eschenhäuser Straße 9b. An diesem Sonnabend, 30. Oktober, öffnet sich der Vorhang um 15 Uhr. Alle interessierten Zuschauer sind willkommen. Der Eintritt ist frei. Es gelten die 3G-Regeln am Einlass.

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