Bjarne Altenburg Frischer Wind

Seine ersten drei Kirchenvorstandssitzungen hat Bjarne Altenburg schon hinter sich. Mit 22 Jahren ist er das jüngste Mitglied des obersten Gremiums der Gemeinde in Bassum. Um die Verantwortung weiß er.
22.12.2020, 17:00
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Frischer Wind
Von Tobias Denne

Bassum. Wenn Bjarne Altenburg über sein Engagement spricht, dann war oft der Zufall mit im Spiel. Wie etwa die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde in Bassum oder eben – wie jetzt – der Sitz im Kirchenvorstand. Womit alles angefangen hat, das hatte nichts mit dem Zufall zu tun. Denn nachdem er ein paar Mal im Musik-Camp der Kreismusikschule mitgefahren war, wollte er als Teamer mitmachen. Wenn er aber erst einmal aktiv ist, dann bringt sich Bjarne Altenburg auch voll und ganz ein. „Ich glaube, dass ich meine Interessen gut vertreten kann“, sagt er und lacht.

Der 22-jährige Bassumer ist ein fröhlicher Mensch und schnell wird deutlich: Er ist jemand, der etwas bewegen will. „Unmöglich gibt es nicht. Es macht total viel Spaß, selbst zu gestalten“, findet der Lehramtsstudent. Vor Kurzem fand seine dritte Kirchenvorstandssitzung statt, für ihn ist es „spannend, die andere Perspektive zu sehen. Vorher hatte man schon viele Berührungspunkte“, sagt Altenburg. Denn normalerweise waren er und seine Mitteamer nur beim Kirchenvorstand, wenn dieser etwa eine Freizeit absegnen sollte.

Der Vorstand ist für alles, was in der Kirchengemeinde vor sich geht, verantwortlich. Gottesdienste, Freizeiten, Hygienekonzepte, die Finanzen – bei allen Angelegenheiten hat der KV die Finger im Spiel. Muss er auch. „Der Platz ist eine große Verantwortung, weil der Kirchenvorstand entscheidet, wie sich die Gemeinde nach außen präsentiert“, weiß Altenburg. Als ein Platz frei wurde, wurde er gefragt, ob er nicht im KV mitarbeiten wolle. „Von der Jugend wollten wir gerne einen Vertreter im KV haben“, erzählt der Bassumer, der über die Jugendleitercard (Juleica) in die Kirchengemeinde gekommen ist.

Eigentlich, das gibt der Bassumer zu, hatte er nach seiner Konfirmation kaum etwas mit der Kirche in der Lindenstadt am Hut. Weil er im Musik-Camp der Kreismusikschule als Teamer mitfahren wollte, brauchte er die Juleica. Und die machte er „über die Kirchengemeinde. So kam ich in Kontakt zu den Teamern hier“, erinnert sich Altenburg, der in Osnabrück studiert. Seitdem hat er viele Projekte – wie die Church-Night – mit den Konfirmanden ins Leben gerufen oder ist mit ihnen auf Freizeit gefahren. Richtig bitter ist, dass er mit zwei anderen Teamern die Jugendarbeit in Bassum neu organisieren wollte. Im Februar fiel der Startschuss, dann kam das Coronavirus. „Wir sind gerade in so einer Corona-Schwebe. Machen wir weiter oder nicht?“, fragte sich in diesen vergangenen Monaten nicht nur Altenburg. Zwar konnten sie beispielsweise noch im Sommer (mit Abstand) Kanu fahren, viel mehr ging allerdings nicht.

Langweilig wird Altenburg, der neben seinem Studium Straßenbahn in Bremen fährt, nicht. Wieder so ein Zufall, zumindest teilweise. Denn nach seinem Abitur zog es ihn Richtung Süden und er startete ein duales Studium bei SAP. In Mannheim wurden damals Studenten gesucht, die die Straßenbahn fahren. Als Altenburg wieder zurück in die Gegend seiner Kindheit zog, fragte er einfach bei der Bremer Straßenbahn AG an und fährt seitdem quer durch die Hansestadt. Engagiert hat sich Altenburg bereits in der Schule: unter anderem als Schülervertreter. „Das habe ich gern gemacht und bin voll darin aufgegangen“, gibt er zu.

Und das empfiehlt er auch jedem: „Das bringt unheimlich viel.“ So lernt man früh, Kompromisse mit anderen Menschen oder Institutionen zu schließen und mit negativen Erlebnissen umzugehen. „Wir haben viel geplant, was abgesagt werden musste“, erinnert sich Altenburg und ergänzt lachend: „Meine Frustrationsgrenze ist ziemlich hoch.“

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