Kitas Bassum

Schöne neue Welt

Zwei Kitas, eine ähnliche Situation: Die Einrichtung in Bramstedt und die Rentei-Kita haben in den vergangenen Wochen und Monaten mit Umbauten zu tun gehabt. Seit ein paar Wochen spielen die Lütten nun darin.
15.10.2020, 17:42
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Schöne neue Welt
Von Tobias Denne
Schöne neue Welt

Mehr geht nicht: Andrea Hahn (von links), Petra Kroner von der Kita Bramstedt und Erster Stadtrat Norbert Lyko wissen, nun ist das Maximum aus dem Gebäude herausgeholt.

Michael Galian

Bassum. Renovierte Räume sind doch etwas Schönes. Alles sieht sauber aus, die Möbel und Spielsachen sind es auch. Und hell sind sie vor allem, perfekt zum Spielen, Toben oder Lernen. In Bassum wurden in diesem Jahr gleich zwei Kitas umgebaut, um Kindern in der Lindenstadt mehr Platz zu verschaffen. Beide Umbauten wurden vor wenigen Wochen fertig.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Elke Redenius-Rehling über das umgebaute Pastorenhaus an der Bürgermeister-Bernard-Straße in Bassum. Gleichzeitig gibt die Leiterin der evangelischen Rentei-Kita zu: „Ich hätte nicht gedacht, dass das alles so schnell fertig wird.“ Denn vor wenigen Monaten war das 200 Jahre alte Gebäude noch eine riesige Baustelle. Davon ist nichts mehr zu sehen. Die Räume sind hell und haben meist bodentiefe Fenster. Nur von außen ist noch zu erkennen, dass es sich um ein altes Haus handelt. Denn die vordere Seite zeigt den typischen Fachwerkstil. Insgesamt 50 Kinder, die älter als drei Jahre sind, dürfen nun ihren Kita-Alltag hier erleben. Da die Rentei nach einem offenen Konzept arbeitet, gibt es zwar morgens einen gemeinsamen Start in der Stammgruppe, danach können die Lütten aber tun und lassen, was sie wollen. Lust auf Bewegung? Ab in den Bewegungsraum, in dem Matten und Schaumstoffbauklötze bereitstehen. Oder doch lieber etwas Musik hören und sich ausruhen? Dann ist der Wahrnehmungsraum perfekt. „Hier ist alles umgebaut worden, es ist einfach schön“, schwärmt Redenius-Rehling von den neuen Räumlichkeiten. Und dabei war es bis zum Beginn äußerst knapp. Denn die Möbel kamen nicht pünktlich zum Start. „Die wurden am Dienstag geliefert. Am Donnerstag haben wir sie aufgebaut. Die Eltern haben alle gesagt, dass sie ihre Kinder einen Tag zu Hause lassen, damit wir die Möbel aufbauen können“, erinnert sich Redenius-Rehling an die Luxus-Situation. Nun steht aber alles.

Zwei Gebäude, eine Kita

Dort, wo früher Konfirmanden ihren Unterricht hatten, können sich die Kids nun richtig austoben. Die sind aber gerade beim Mittagessen in der Cafeteria, wo gleichzeitig zwei Gruppen Platz finden. Die anderen Lütten puzzeln, malen in der Zwischenzeit oder spielen „Auto“ auf dem Flur. Das Obergeschoss ist für die Mitarbeiterinnen reserviert. Dort werden Dienstbesprechungen der beiden Häuser abgehalten. Denn: Das umgebaute Pastorenhaus ist die Außenstelle der Rentei-Kita, die an der Bremer Straße liegt. „Eine Kollegin ist mit rübergezogen. Das fand ich wichtig, damit die Seele der Rentei weitergegeben wird“, sagt Redenius-Rehling. Denn beide sind evangelische Kitas und behandeln das Thema Kirche auch im Alltag. „Wir arbeiten auch mit der Kirche zusammen“, sagt sie. So hören die Kinder mal Bibelgeschichten oder besichtigen die Stiftskirche. Insgesamt arbeiten sieben Personen an der Bürgermeister-Bernhard-Straße, davon sind vier pädagogische Kräfte.

Die neuen Waschräume (eine mit einer Badelandschaft, „wir sind ganz happy“), ein Mal- und Bastelraum und das Außengelände komplettieren die Räume. Letzteres soll im kommenden Jahr noch mal angegangen werden. In Absprache mit Eltern und Kindern werden Gerätschaften für den Außenbereich geschaffen. „Wir setzen uns auch mit den Kindern hin und fragen sie, was sie sich wünschen“, kündigt Redenius-Rehling an. Auch sonst setzt die Einrichtung auf Partizipation. „So lernen die Kinder, Wünsche zu äußern und merken, dass man nicht sofort alles bekommt“, sagt die Leiterin.

Auf etwas warten, das kennen Andrea Hahn und Petra Kroner von der städtischen Kita in Bramstedt. Auch bei ihnen wurde ordentlich gewerkelt. So wurde das Dachgeschoss ausgebaut, um mehr Kinder zu beherbergen. „Der Bedarf wächst“, weiß Kita-Leiterin Hahn. Also wurde sich auch vonseiten der Stadt Bassum frühzeitig mit einer Lösung beschäftigt. Am Ende wurde das Dachgeschoss ausgebaut, das Mitte August nun bezogen werden konnte. „Nur ein Raum ist so geblieben, wie er war“, sagt Hahn und lacht. So war der Essensraum im Erdgeschoss vorher etwa der Bewegungsraum, der nun im ersten Stock seinen Platz gefunden hat, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Bramstedter Kita arbeitet übrigens ähnlich wie die Rentei in Bassum. Auch hier können sich die Kinder entscheiden, was sie gerne machen wollen. Dazu gibt es verschiedene Räume wie den Kreativbereich oder den Theater- und Rollenspielraum. „Wir haben keine kleinen Gruppenräume, sondern Funktionsräume“, erläutert Hahn das teiloffene Prinzip.

Im Bewegungsraum im Dachgeschoss toben die Lütten gerade. Ein Ball hängt von der Decke, Matten liegen auf dem Fußboden. Den Kids gefällt's. Nebenan ist der Raum zum Lesen gedacht. „Es ist ein tolles Campusgelände“, freut sich Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko über die Situation vor Ort. Er berichtet, dass der Umbau sogar günstiger wird, als zunächst geplant. „Nicht nur ein bisschen“, sagt er. Die genaue Summe kann er allerdings erst nennen, wenn alle Rechnungen da sind. Die veranschlagten 220 000 Euro werden jedoch nicht erreicht.

Krippe zieht in Feuerwehrhaus

In den kommenden Jahren soll die Situation noch besser werden, schließlich gibt es eine neue Krippe im derzeitigen Feuerwehrhaus, das im Sommer 2021 von den Brandschützern geräumt wird. Diese bekommen einen Neubau, bei der Kita hat man sich bewusst gegen ein komplett neues Gebäude entschieden. „Wir haben nicht so forsch geplant, sondern mit Augenmaß. Wir fragen uns, was kann die Ortschaft verkraften?“, betont Lyko. Zwar wächst Bramstedt derzeit durch die Baugebiete Dorfstraße II und III, aber es ist noch nicht planbar, wie sich die Kita-Zahlen entwickeln, sodass ein Neubau gerechtfertigt wäre.

Sei’s drum. Die Kinder haben jedenfalls Spaß in ihrer neuen/alten Kita, ob in Bramstedt oder in Bassum. Und das ist doch fast die Hauptsache.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+