Kommunalwahl

SPD legt in Bassum leicht zu

Wenig Verschiebungen hat es bei der Stadtratswahl in Bassum gegeben. Die CDU bleibt stärkste Kraft, die Sozialdemokraten haben im Vergleich zur Wahl 2016 etwas zulegen können.
13.09.2021, 01:03
Lesedauer: 3 Min
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SPD legt in Bassum leicht zu
Von Wolfgang Sembritzki
SPD legt in Bassum leicht zu

Die CDU bleibt stärkste Kraft im Bassumer Stadtrat.

Michael Galian

Bassum. Die CDU hat bei der Wahl zum Rat der Stadt Bassum die meisten Stimmen geholt. Kurz vor ein Uhr stand am sehr frühen Montagmorgen stand fest: Wie schon 2016 haben 34,2 Prozent (7733 Stimmen) der Wählerinnen und Wähler ihr Kreuzchen bei den Christdemokraten gemacht. "Wir sind insgesamt zufrieden", sagt Volker Meyer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Bassum. "Ich glaube, dass die Arbeit der letzten Jahre honoriert wurde." Die Christdemokraten sitzen weiterhin mit zehn Mitgliedern im Stadtrat. Die "schwierige Situation" durch die niedrigen Umfragewerte der CDU für die Bundestagswahl sei durchaus klar gewesen, so Meyer. Dennoch hätten die Leute "hier schon unterschieden" und der CDU auf kommunaler Ebene in Bassum zu einem guten Ergebnis verholfen.

Die SPD ist in Bassum nun alleinige zweitstärkste Kraft: Mit 22,88 Prozent (5175 Stimmen) haben die Sozialdemokraten einen Sitz hinzugewonnen – das ist keiner anderen Partei gelungen, die bereits im Rat vertreten war. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ausgang", sagt Luzia Moldenhauer, Vorsitzende des Bassumer SPD-Ortsvereins. Die Kandidaten hätten die Entwicklung der Auszählung gemeinsam verfolgt. Die Stimmung sei "sehr gut" gewesen, auch wenn die meisten arbeitsbedingt am Montag früh raus mussten und die Auszählung nicht bis zum Schluss begleiten konnten. 

Stolzer Bürgerblock, gemischte Gefühle bei Grünen und FDP

Noch auf dem Treppchen landete der Bürgerblock mit 19,01 Prozent (4299 Stimmen). "Wir sind sehr zufrieden, dass wir unsere sechs Sitze im Stadtrat halten konnten", sagt Jürgen Laschinski, Erster Vorsitzender des Bürgerblocks. Sicherlich habe man ein Prozent verloren, könne jedoch weiterhin seine politischen Ziele verfolgen. "Es ist ein Ergebnis, worauf wir stolz sein können." Laut Laschinski geht es für den Bürgerblock nun darum, die Ortsteile "im Gleichklang" mit dem der Kernstadt zu entwickeln. Natürlich habe man sich gewünscht, von CDU und SPD noch "etwas mehr wegzuknabbern", allerdings habe wohl auch Bundestagswahlkampf dazu beigetragen, dass mehr Menschen ihr Kreuz bei den etablierten Parteien gemacht haben. 

Dahinter folgen die Grünen mit 14,63 Prozent (3308 Stimmen). "Wir sind etwas zwiegespalten", sagt Rainer Hartmann. Prozentual haben sich die Grünen im Vergleich zur Wahl 2016 verbessert (12,3 Prozent), allerdings hätten sie sich "einen größeren Ruck erhofft". Von daher sei man auf der anderen Seite leicht enttäuscht, dass man keine weiteren Sitze holen konnte und weiterhin zu viert im Stadtrat vertreten ist. "Offenbar gibt es in Bassum keine Aufbruchstimmung", so Hartmann, es habe "nur marginale Veränderungen" gegeben. Gerade in den Ortsteilen habe die Wahl lediglich der Findung von Ortsvorstehern gedient, "da sind wird zu wenig verwurzelt". Dass Christian Porsch Bürgermeister bleibt, begrüße man. Es spreche jedoch auch dafür, dass "kein Bedarf an Veränderung" da sei. Aber: "Wir freuen uns, dass wir mit unserem Kern-Team weitermachen dürfen."

Gemischte Gefühle hat auch die Bassumer FDP: Die freien Demokraten holten 4,30 Prozent (973 Stimmen) und damit mehr als bei der Wahl 2016 (2,7 Prozent/570). Für einen weiteren Sitz im Stadtrat reichte es dennoch nicht. "Es ist einerseits erfreulich, dass wir deutlich besser abgeschnitten haben", sagt Thomas Becker vor dem Hintergrund, dass die FDP 25 Jahre lang nicht Bassumer Stadtrat vertreten war, ehe er 2016 einzog. Dennoch hätte er sich etwas freie demokratische Gesellschaft gewünscht: "Die Rechte und die Möglichkeiten, wahrgenommen zu werden, sind einfach geringer", so Becker, der weiterhin für die FDP als Einzelkämpfer in den Ring steigt.

"Mega dankbar für das Vertrauen"

Einzelbewerber Kodjovi Kougblenou darf sich freuen: Der Sprachdozent holte 2,47 Prozent (558 Stimmen) und zog so in den Stadtrat ein. "Mit so einem positiven Wahlergebnis hatte ich nie im Leben gerechnet", so Kougblenou. Er sei "mega dankbar für das Vertrauen" und dankte allen Mitgliedern des Vereins Sprache verbindet, seinen Nachbarn und seiner Familie. "Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe im Stadtrat und verspreche, dass ich mich sehr für die Belange meiner Mitbürger einsetzen werde", so Kougblenou.

Für die Linke, die 2,51 Prozent (568 Stimmen) auf sich vereinen konnte, zog erneut Maria Babic in den Stadtrat ein. "Ich bin sehr erfreut, dass ich gewählt wurde", sagt Babic auf Nachfrage. Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren sei der ausschlaggebende Punkt für ihre Wiederwahl und das Vertrauen der Wähler gewesen. Der neuen Wahlperiode sieht sie gelassen entgegen: "Der Start wird leichter, weil ich schon vorher im Stadtrat saß." Vor fünf Jahren, als sie erstmals in das Gremium einzog, sei sie "sehr viel nervöser" gewesen, weil ihr die Erfahrung noch gefehlt habe.

Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zur Wahl 2016 leicht an und lag bei 58,7 Prozent (2016: 56,1). 129 Stimmzettel (1,64 Prozent) waren ungültig.

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