Landesjugendorchester tritt in Bassum auf

Feststimmung trifft Spielfreude

Feiertagsstimmung machte sich breit, als sich das Landesjugendorchester Bremen in der Bassumer Stiftskirche für ein Konzert einfand. Gesteigert wurde die Begeisterung durch den Auftritt von Anette Behr-König.
06.09.2020, 16:52
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Von Dorit Schlemermeyer
Feststimmung trifft Spielfreude

Das Landesjugendorchester Bremen wurde auch in der Bassumer Stiftskirche gekonnt von Stefan Geiger geleitet.

Vasil Dinev

Es war ein bisschen wie Weihnachten, auf jeden Fall feierlich war es in der Bassumer Stiftskirche. Grund war das Konzert des Landesjugendorchesters Bremen unter der Leitung von Stefan Geiger. Auch, wenn das Konzert natürlich wieder unter besonderen Bedingungen stattfand. Profitieren konnten davon allerdings Gäste, die auf diese Weise sogar auf der Empore Platz nehmen konnten. Mitnichten entschädigt, sondern vielmehr belohnt wurden währenddessen alle durch ein beeindruckendes Konzerterlebnis, das mit Musik eines großen Komponisten begann: Antonio Salieri.

Seine „Sinfonia Veneziano in D-Dur“ wurde von den jungen Musikern mit großer Spielfreude dargeboten. Sie beginnt mit einem Sonatensatz aus „Der Schule der Eifersüchtigen“, einem zweiaktigen Dramma giocoso, so die Erläuterung im Programm. Das Orchester hatte für sein Herbstprogramm nur diesen ersten Satz, Allegro moderato, ausgewählt – für zwei Oboen, zwei Hörner und Streicher, die als Solisten die Glanzlichter der Musik setzten und damit einem der bekanntesten Werke des Komponisten einen wunderbaren neuen Ausdruck verliehen. Ganz zur Freude des Dirigenten und des Publikums, das überschwänglich applaudierte und sich sogar noch einmal steigerte, als Anette Behr-König den Altarraum betrat.

Die Konzertmeisterin der Bremer Philharmoniker wohnt in Bassum und wurde mit viel Applaus willkommen geheißen. Sie übernahm den Violinen-Solopart in Antonin Dvoraks Romanze f-moll, op. 11 und zusammen mit dem Orchester zelebrierte sie einen weiteren Höhepunkt für das Publikum. Von Dvorak vermutlich für den Violinvirtuosen Frantisek Ondricek geschrieben, war es das äußerst sensible Zusammenwirken von Violine und Orchester, das die gefühlvolle und bewegende Melodie – die zugleich Sehnsucht, Wehmut und Lebensfreude ausstrahlte – zum Publikum transportierte. Dieses war sichtlich bewegt und beeindruckt und brach schließlich in frenetischem Beifall aus.

Mit Edward Elgar, folgte der dritte Charakterkopf, der im Programm abgebildet war, das auf der Vorderseite Plakat und auf der Rückseite Programm war. Darin wird Elgar als eine Art musikalischer Erlöser seines Heimatlandes beschrieben, denn nach dem großen Barockkomponisten Henry Purcell gab es lange Zeit keinen englischen Tondichter mehr von Weltrang. Elgar galt als der große Erneuerer. Die drei Streichersätze „Frühlingslied“, „Elegie“ und „Finale“ fanden Eingang in eine dreisätzige Serenade, die sich durch feine Melodie-Linien mit vielen spielerisch heiteren Nuancen auszeichnete, also wunderbar passend für ein Abendständchen, so die Bezeichnung für eine Serenade. Allerdings wurde diese Bezeichnung dem dann folgenden Klangerlebnis nicht so richtig gerecht, denn das Orchester erschuf mit seinen Streichern ein fast schon berauschendes Klangerlebnis.

Und der Konzertabend war noch nicht zu Ende. Mit der „Sinfonia Concertante KV 297 b“ für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester hatte Wolfgang Amadeus Mozart ein Werk komponiert, das laut Programm für die Solisten viele Herausforderungen bietet, um die Partien in ihrer ganzen Schönheit strahlen zu lassen. Auch für das Orchester hielt es demnach „wunderbare Aufgaben“ bereit. Für die jungen Musiker also eine echte Aufgabe mit nicht zu unterschätzendem Schwierigkeitsgrad, die hohe Konzentration erforderte. Mats Frederik Wulff übernahm den Solopart Oboe, Odile Ettelt Klarinette, Jacob Dean Horn und Viola Focke Fagott. Zusammen mit dem Orchester ließen sie das Werk in beeindruckender Weise geradezu erstrahlen und sorgten damit ein letztes Mal an diesem Abend für Beifallsstürme beim Publikum.

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