Nordwestdeutscher Schützenbund

Die Zielmarke vor Augen

Der Nordwestdeutsche Schützenbund hat vor zehn Jahren angefangen, sein Landesleistungszentrum umzubauen. Was jetzt fehlt, ist die Kleinkaliber-Anlage. Die soll nächstes Jahr einziehen, dann ist alles fertig.
13.07.2020, 17:56
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Die Zielmarke vor Augen
Von Tobias Denne
Die Zielmarke vor Augen

Das neueste Werk: Die Fassade am Landesleistungszentrum zieren nun große, grüne Letter. So langsam neigen sich die Arbeiten dem Ende entgegen.

Vasil Dinev

Noch hallt es ganz schön in der neuen Halle. Und dunkel ist es. „Der Rohbau ist fertig. Wir wollen den letzten Schritt nun gehen“, kündigt Frank Pingel an. Das heißt, dass die Räume ausgeleuchtet, die Kabel verlegt und – ganz zum Schluss – die Scheiben für die Wettkämpfe eingebaut werden. Denn dort, wo sich jetzt der Präsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes (NWDSB) und dessen Geschäftsführer Andreas Viebrock befinden, kommt die neue Kleinkaliber-Anlage hin. Insgesamt 20 Anlagen finden in vier Räumen Platz. Die Wände wurden nachträglich eingezogen, ebenso die Zwischendecke.

Denn ursprünglich gehörte die Halle KMH-Kammann Metallbau aus Bassum, vor zehn Jahren zog der NWDSB mit seinem Landesleistungszentrum vom Bramstedter Kirchweg an die Lange Straße und baute das ehemalige Firmengebäude sukzessive aus. Vor Kurzem kamen die großen grünen Lettern an die Fassade und zeugen davon, dass die Arbeiten innen (bis auf die Kleinkaliber-Anlage) fertig sind. „Vorher war die Fassade zugewachsen. Jetzt ist es so, wie wir uns das gewünscht haben“, sagt Pingel. Dass die Buchstaben schon jetzt an die Wand kamen, lag daran, dass das Dach saniert werden musste. „Wir wollten erst das Dach, dann die Seiten herrichten“, betont Pingel. Derzeit sind noch ein paar Malerarbeiten zu erledigen, die übrige Fassade strahlt in Weiß.

Auch ohne die Schützenfeste in diesem Jahr, die Geselligkeit gehört dazu.

Auch ohne die Schützenfeste in diesem Jahr, die Geselligkeit gehört dazu.

Foto: Vasil Dinev

Präsident und Geschäftsführer freuen sich darüber, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sind. Seit zehn Jahren ist der Schützenbund dabei, die knapp 5000 Quadratmeter herzurichten. Zuerst kam die Geschäftsstelle, nach und nach wurden die Anlagen (alleine 140 Luftdruckstände) eingebaut und ein paar bauliche Veränderungen vorgenommen. „Das Objekt ist ein Glücksgriff“, betont Pingel. Durch die Größe kann der NWDSB nahezu alles abhalten, was es abzuhalten gibt. Sei es die Delegiertentagungen, Lehrgänge oder Wettkämpfe. „Es ist ein riesiger Vorteil, wenn alles vor Ort ist, so können Synergien genutzt werden“, ist Pingel überzeugt. Mit der Kleinkaliber-Anlage kommt auch der letzte Puzzlestein dazu.

Die Be- und Entlüftungsanlage ist zumindest schon einmal eingebaut, die Schützen werden sie zukünftig im Rücken haben. Wie eine metallische Wand nimmt sie die ganze Breite ein. Hunderte kleine Löcher drücken die Luft durch den Raum. „Eine kleine Luftwalze“, nennt Viebrock das. Bei den Scheiben wird die Luft dann abgesaugt. Ein Stockwerk drüber steht die gesamte Technik. Im kommenden Jahr sollen auch Wettkämpfe stattfinden. Dann sind die Arbeiten am Landesleistungszentrum abgeschlossen – nach elf Jahren.

Mittendrin: Dank des großzügigen Platzes können NWDSB-Präsident Frank Pingel (links) und Geschäftsführer Andreas Viebrock auch während Corona zahlreiche Gäste beherbergen.

Mittendrin: Dank des großzügigen Platzes können NWDSB-Präsident Frank Pingel (links) und Geschäftsführer Andreas Viebrock auch während Corona zahlreiche Gäste beherbergen.

Foto: Vasil Dinev

Mehr als 4,5 Millionen Euro stecken in dem Komplex, die Mitglieder der rund 850 Mitgliedsvereine trugen durch ihre Jahresbeiträge zur Umsetzung bei. Wenn keine Sportler vor Ort sind, bleiben die Hallen übrigens nicht leer. Sie werden vermietet und anders genutzt. So tagt die Bassumer Liedertafel dort, es finden Yoga-Kurse statt oder die Volkshochschule nutzt die Räume für Boxtrainingskurse. Auch die Stadt Bassum war jüngst mit ihrem Stadtrat vor Ort. „Wir können 100 Personen unterbringen, unter Corona-Bedingungen“, erzählt Pingel stolz.

Auch schon vorher war es möglich, gewisse Wände zu entfernen, um mehr Platz zu haben. Wie in der Halle 1 etwa. Dort trennen kleine Wände den Schießstand vom Rest der Halle. Falls ein großer Wettkampf ansteht, werden die Wände entfernt und die Zuschauer können den Schützen über die Schulter schauen. „Ohne die Wände wäre es im Winter eine Katastrophe, den Raum zu heizen“, gibt Pingel schmunzelnd zu. Er selbst freut sich darüber, dass so langsam das Ende in Sicht ist und Veranstaltungen nach dem Lockdown wieder starten können. Seit knapp einem Monat herrscht wieder mehr Leben beim NWDSB. „Die Vorstände geben sich eine Riesen-Mühe, um alles korrekt durchführen zu können“, zollt der Präsident den Verantwortlichen Respekt. Denn auch das gehört zum Schießsport: die Gemeinschaft. Gerade durch die Absage sämtlicher Schützenfeste fehlt im Kalender der Vereine eine große Feier, die man mit allen begehen kann. „Die Geselligkeit gehört dazu“, weiß Pingel.

Diese zieht in größerer Form bereits im Herbst wieder in Bassum ein. Denn am 26. und 27. September sowie 3. und 4. Oktober veranstaltet der NWDSB ein Landespokalschießen. Der Clou: Alle Vereine können mitmachen und daran teilnehmen. Pingel hofft auf zahlreiche Besucher: „Jeder kann sich angucken, was hier entstanden ist.“

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