Nach Brand auf Recyclinghof in Bassum

Landkreis prüft mögliches Fehlverhalten beim Betreiber

Nach dem Brand bei der Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR) in Bassum will der Landkreis nun mögliche Ursachen prüfen. Entwarnung gibt es derweil, was die Schadstoffausbreitung angeht.
05.06.2020, 18:04
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Landkreis prüft mögliches Fehlverhalten beim Betreiber
Von Micha Bustian
Landkreis prüft mögliches Fehlverhalten beim Betreiber

Nach dem Brand auf dem GAR-Gelände in Bassum sollen nun die möglichen Ursachen überprüft werden.

Nonstopnews/Kai Strömer

Es hat gebrannt am Sonnabend bei der Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR). Weithin sichtbar. Genauso deutlich erkennbar wie die dicke, schwarze Rauchwolke an der Grenze zwischen Stuhr und Bassum war in den vergangenen Tagen die Unsicherheit der Anwohner. Immer wieder kamen Fragen auf. Wie konnte es zu solch einem Feuer kommen? Wie gefährlich sind die beim Brand entstandenen Schadstoffe? Fragen, die Bassums Bürgermeister Christian Porsch nicht beantworten konnte. Deshalb lud er sich für Freitagnachmittag Experten ein und bat die Presse dazu.

Ingo Arnold, Fachberater Gefahrgut bei der Bassumer Feuerwehr, betrachtete die Schadstoffausbreitung als „ein zentrales Thema“ bei der Bevölkerung. Er konnte aber schnell beruhigen: Lediglich an einem Punkt habe die Feuerwehr „etwas erhöhte Werte“ feststellen können. Vier- bis fünfhundert Meter entfernt von der GAR sei zu viel Schwefeldioxid und Kohlenmonixid gemessen worden. Für Arnold kein Grund zur Panik, „diese Werte haben keine weiteren Maßnahmen nach sich ziehen müssen“. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Auch nicht durch den Ruß-Niederschlag – vorausgesetzt, niemand isst den Ruß oder schmiert sich damit die Haut ein. Dennoch bietet Porsch besorgten Bürgern an, Bodenproben zu nehmen, wo Rußflocken heruntergekommen sind. „Ich kann verstehen, dass man sich Gedanken macht“, sagt der Verwaltungschef.

Lesen Sie auch

Wie der Brand überhaupt entstanden ist, wird derweil untersucht. Die zuständige Genehmigungsbehörde für die GAR sei das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover, heißt es in einer Presseinformation des Landkreises Diepholz. Kreisbrandmeister Michael Wessels will diesen Untersuchungen nicht vorgreifen, nennt aber ein exemplarisches Beispiel, wie solche Brände in Recyclingstationen generell entstehen können. „Häufig kommt es aufgrund verschiedener Materialien zu solchen Bränden“, erklärt er. Und in einfachen Worten: „Da sind Sachen drin, die da nicht hineingehören.“ Feuerzeuge beispielsweise, Lithium-Akkus oder Reste von entzündlichen Stoffen in Flaschen. „Reste, die ausgasen.“ Und dann würden viele unglückliche Faktoren zu einem Brand führen. Kurz gesagt: „Die Ursache ist häufig falsche Mülltrennung.“

Ob das bei der GAR auch der Fall war, bleibt abzuwarten. Die Landkreisverwaltung prüft derzeit, „ob der Betreiber die Anlage entsprechend der Genehmigung betreibt und ob möglicherweise ein Betreiben abweichend von der Genehmigung ursächlich für das Brandereignis war“, heißt es seitens des Landkreises. Die Prüfung beziehe sich insbesondere auf Gesichtspunkte des Baurechts, in diesem Fall den vorbeugenden Brandschutz, sowie des Umweltrechts, hier speziell den Bodenschutz, den Schutz des Grundwassers und das Abfallrecht. Je nach Ergebnis würden entsprechende Maßnahmen eingeleitet, kündigt die Verwaltung an. Die Prüfung schließe dabei auch die Frage ein, ob die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens bestehen oder ob möglicherweise gar ein Anfangsverdacht für eine Straftat bestehen könnte. Denn seit 2015 gab es auf dem Gelände der GAR vermehrt Feuerwehreinsätze. Christian Porsch dazu: „Da muss es etwas zu optimieren geben.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+