Digitale Lernallianzen in Leeste Was in welche Tonne gehört

Für das Projekt Digitale Lernallianzen haben Schüler der KGS Leeste und Unternehmen gemeinsam an aktuellen Aufgabenstellungen gearbeitet. Eine Gruppe klärte mit der AWG Bassum zu Plastik im Biomüll auf.
20.01.2022, 17:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Weyhe/Landkreis Diepholz. Berufsorientierung mit Praxisbezug: Bei der zweiten Auflage der Digitalen Lernallianzen haben elf Gruppen des elften Jahrgangs der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste im vergangenen Schulhalbjahr gemeinsam mit lokal ansässigen Unternehmen Projekte umgesetzt. So konnten die Jugendlichen eine neue Perspektive auf die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis Diepholz gewinnen. Am Donnerstag stellte eine Gruppe stellvertretend das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) aus Bassum vor.

Für eine Reportage zum Thema Plastik in der Biotonne besuchten Felina Kiuntke, Amy Bentke, Benita Trimpf und Yannik Riemer das Kompostwerk der AWG, überprüften Mülltonnen und starteten eine Umfrage zur Mülltrennung – und lernten dabei den Betrieb im Bassumer Entsorgungszentrum kennen. „Ich fand den Einsatz total super“, würdigte AWG-Sprecher Dominik Albrecht das Engagement des Quartetts und die gute Absprache.

Während ihrer Recherchen erlebten die vier Schülerinnen und Schüler so manche Überraschung – allerdings im negativen Sinne. „Wir haben 90 Tonnen kontrolliert und in 18 Plastiktüten gefunden“, zeigte sich Benita Trimpf erstaunt. Dabei habe die Gruppe bei dem rund zweistündigen Rundgang am Abend vor der Leerung nur oberflächlich in die Biomüll-Behälter geguckt. Mit Aufklebern auf den Tonnen und Flyern in den Briefkästen hätten sie dann versucht, Aufklärungsarbeit zu leisten.

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Ein mutiger Ansatz, fand Albrecht, der diese Aktion auch selbst begleitet hatte. „Sie sind über ihren Schatten gesprungen und haben in der Dunkelheit mit Taschenlampen in die Tonnen geguckt“, sagte der AWG-Sprecher. Mit einer Umfrage, die das kommunale Abfallunternehmen später auch über die eigenen Kanäle streute, sammelten die Elftklässler weitere Erkenntnisse zum Verhalten der Verbraucher. Von den 190 Teilnehmern wussten zwar 147, was kompostierbare Plastiktüten sind. Mehr als die Hälfte würde sie allerdings falsch entsorgen: im Bioabfall. Eigentlich gehören diese in die Restmülltonne. „Die Tüten brauchen zu lange, um sich zu zersetzen“, erläuterte Felina Kiuntke.

Erkenntnisse wie diese nahm das Recherche-Team auch vom Besuch des Kompostwerks mit, bei dem Leiter Maik Paul über die Arbeit und die Mülltrennung informierte. „Prozentual ist das kein so großer Wert“, berichtete Yannik Riemer aus dem Gespräch. Doch optisch fielen die Plastiktüten, Konservendosen und anderen Objekte stark ins Gewicht – sogar Schuhe und einen Fußball fand die Gruppe zwischen dem Grünabfall. „Die Menschen wollen richtig trennen“, berichtete Albrecht aus der Arbeitspraxis. Einige ließen sich jedoch durch Marketingbegriffe wie die kompostierbaren Plastiktüten fehlleiten.

Für die umweltbewussten Jugendlichen sind das dennoch oft vermeidbare Ärgernisse. „Das hat uns gezeigt, dass noch viel Müll getrennt werden muss“, bilanzierte Amy Bentke und schob hinterher: „Das ist wichtig.“ In diesem Bereich sei noch mehr Aufklärungsarbeit notwendig, schlussfolgerte sie. Ihr erlangtes Wissen fassten die Schülerinnen und Schüler deshalb mit Hilfe Albrechts in einer Reportage zusammen, die nun auf der Internetseite der AWG, www.awg-bassum.de, abrufbar ist. Dort geben die vier Autoren auch gleich Tipps, um eine falsche Mülltrennung zu vermeiden: Bereits beim Kauf möglichst auf Plastik verzichten und Papier-Abfalltüten für die Biotonne nutzen.

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Das Ergebnis lobte auch Marou Wäsche von der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft (PSG), die die Digitalen Lernallianzen koordiniert. „Ihr habt euch richtig Mühe gegeben“, sagte sie der Gruppe. Ziel des Projekts sei, dass die Jugendlichen für die Unternehmen eine Lösung zu einer Aufgabe erarbeiten, die den Betrieb in der Praxis weiterbringt. Für die sei es außerdem eine neue Form, mögliche Auszubildende anzuwerben.

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Bei einer internen Schulmesse am kommenden Mittwoch, 26. Januar, werden die elf Gruppen und Unternehmen ihre Projekte dann in einer Videokonferenz präsentieren.

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