Freiwilliges Soziales Jahr

Lieber Musicals als Theater

Seit Anfang September absolviert Julia Limberg ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Stadt Bassum, die erstmals die Stelle im Bereich Kultur ausgeschrieben hat. Dabei ist kein Tag wie der andere.
29.11.2019, 17:25
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Lieber Musicals als Theater
Von Tobias Denne
Lieber Musicals als Theater

Hat gut lachen: Julia Limberg aus Twistringen ist Bassums erste Kultur-FSJlerin.

Vasil Dinev

Angefangen, da muss sie nicht lange überlegen, hat es mit einem Vorschlag ihrer Mutter. „Sie hat das Angebot in der Zeitung gesehen und meinte, dass das vielleicht etwas für mich wäre“, sagt sie. Also hat sich Julia Limberg auf die Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur in Bassum beworben. Damit ist sie die Erste, denn vorher gab es das Angebot nicht. Ihr Fazit bislang: „Es gefällt mir gut.“

Seit Anfang September ist die Twistringerin in Bassum als Kultur-FSJlerin aktiv und kann schon sagen: Kein Tag ist wie der andere. Von der Vorstellung der Lesung von Anne Gesthuysen bis zu Terminen außerhalb Bassums – Limberg kann sich nicht über zu wenig Bewegung und neuen Eindrücken beklagen. „Letztens war ich mit bei zwei Veranstaltungstreffen und habe bei beiden Terminen um die 20 Leute kennengelernt“, erzählt Limberg. Gar nicht so einfach, die Namen alle zu lernen. Von denen kommt beim ersten Mal noch ein prüfender Blick, aber wenn Limberg sich vorstellt und erklärt, wer sie sei und was sie mache, „dann sind die Leute begeistert“, freut sie sich über die offenen Arme, die sie empfangen.

Viel unterwegs

Ebenso in ihrem Büro im Rathaus, das sie sich mit Claudia Voss und Susanne Vogelberg teilt. Die beiden sind es auch, die Limberg mit Aufträgen versorgen und sie mitnehmen zu den verschiedensten Terminen. An diesem Tag muss sie noch durch Bassum ziehen und Plakate aufhängen. Nicht das erste Mal für die 18-Jährige. „Ich wusste gar nicht, dass es bestimmte Läden hier gibt“, war sie bei ihrer Premiere überrascht. Mittlerweile kennt sie sich aber schon besser aus in der Lindenstadt, schließlich ist sie ständig unterwegs. Ein Treffen hier, eine Abendveranstaltung da. „Es ist abwechslungsreich und vielfältig“, sagt Limberg, die lieber Musicals als Theater besucht. „Das war in der Schule Pflicht“, gibt sie zu und lacht. Da braucht sie keine Angst mehr vor zu haben, die Zeit am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen ist vorbei. Allerdings wusste Limberg nicht genau, was sie machen sollte nach ihrem Abitur. „Ich glaube, ich bin nicht so der Typ fürs Studieren“, sagt sie.

Da sie schon ein Praktikum im Kindergarten gemacht hat („Die Zeit fand ich gut, aber dann reichte es auch“) und „kein typisches FSJ“ machen wollte, kam das Angebot von der Stadt wie gerufen für die Abiturientin. Zwar ist sie in Bassum die erste Kultur-FSJlerin, allein auf weiter Flur ist sie dagegen nicht. „In meiner Gruppe sind wir ungefähr 35“, erzählt sie. Denn während ihrer zwölf Monate trifft sie sich für Bildungstage mit ihren Kollegen. Manche davon haben ein vorgegebenes Programm, andere kann sie sich aussuchen. So kann sie etwa die Einsatzstelle mit einem Kollegen tauschen oder komplett woanders arbeiten für ein paar Tage.

Eigene Projekte

Limbergs Alltag in Bassum besteht aber nicht nur aus Plakatieren oder zu Terminen mitzugehen, sie hat auch ein eigenes Projekt in petto für den Bassumer Advent. „Wir stellen ein großes Zelt auf, in dem man basteln kann und eine Geschichtenerzählerin kommt“, verrät Limberg schon mal ein wenig. Auch wenn sich die Aktion eher an Kinder richtet, „die Eltern können auch gerne basteln“, findet sie. Die Idee, etwas für Kinder beim Bassumer Advent zu organisieren, kam ihr, weil sie gemerkt hat, dass es kaum bis keine Aktionen gibt. „Ich habe dann vorgeschlagen, etwas zu tun. Und dann haben wir zusammen überlegt“, entwickelte sich langsam aber sicher die Idee zwischen Limberg, Voss und Vogelberg.

In den verbleibenden Monaten kommt aber noch ein weiteres Projekt auf sie zu – und das muss die 18-Jährige allein auf die Beine stellen, damit ihr FSJ anerkannt wird. „Manche machen einen Podcast, andere organisieren eine Veranstaltung“, berichtet sie von den Ideen ihrer Kollegen. Limberg hat für den richtigen Einfall und die Umsetzung noch ein paar Monate Zeit, ehe sie wieder Bassum verlässt. Würde sie noch einmal vor der Entscheidung stehen, sich für das FSJ zu bewerben, würde sie ohne zu Zögern wieder die Bewerbungsunterlagen zücken. Denn abgesehen von ihrer Arbeit, ist sie froh, dass sie gut von allen aufgenommen wurde. „Das würde ich zumindest sagen“, gibt sie zu und schmunzelt.

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