Milchlandpreis 2020 Hofpädagogik und Tierwohl

Beim Milchlandpreis-Wettbewerb 2020 belegte die Familie Brüning aus Bassum den dritten Platz. Die Landwirte überzeugten vor allem durch ihren Fokus auf die Bedürfnisse der Tiere sowie Nachhaltigkeit.
23.08.2021, 17:06
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Hofpädagogik und Tierwohl
Von Antonia Blome

Bassum. Nachhaltigkeit und die Milchwirtschaft in Einklang bringen – das ist das Ziel des Milchlandpreis-Wettbewerbes der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN). In die Spitzengruppe der rund 8800 Milcherzeuger in Niedersachsen schaffte es die Familie Brüning aus Bassum. Der Betrieb belegt für das Jahr 2020 den dritten Platz. Bei einer Feierstunde überreichte LVN-Vorsitzender Jan Heusmann der Familie ein repräsentatives Hofschild als sichtbare Auszeichnung. Die Jury lobte insbesondere die tiergerechte Kuhhaltung und das Engagement des Betriebes in der Bauernhofpädagogik.

Die Familie Brüning erhielt zuvor bei einer digitalen Preisverleihung die Ehrung in Form einer Trophäe der "Bronzenen Olga 2020" und einen Geldpreis in Höhe von 1500 Euro. "Wir haben schon einmal mitgemacht und den Wettbewerb verfolgt", sagt Betriebsleiter Hergen Brüning. "Nachdem wir unseren Betrieb vor vier Jahren erneuert und bessere Bedingungen geschaffen haben, wussten wir, dass wir Chancen haben." Der erste Platz ging an Familie Börger aus Wietmarschen in der Grafschaft Bentheim. Der beste Betrieb erhält eine "Goldene-Olga"-Trophäe sowie 3.500 Euro Preisgeld. 

Die Familie Brüning bewirtschaftet insgesamt rund 250 Hektar. Auf dem Betrieb werden 60 Milchkühe und 110 weibliche Nachzuchttiere gehalten. Die Herde erbringt laut Hergen Brüning eine weit überdurchschnittliche Milchleistung von rund 13.600 Kilogramm pro Kuh und Jahr. Das gesamte Grundfutter und Teile des Kraftfutters bauen die Landwirte selbst an. "Das ist ein großer Kreislauf, der beim guten Boden, hochwertigen Futter und der Gülle anfängt", sagt Brüning. Der Betriebsleiter wird von seiner Ehefrau Tina Brüning und vier Teilzeitmitarbeitern unterstützt. Die Familie engagiert sich außerdem im Bereich Bauernhofpädagogik: Einmal pro Woche bietet sie Veranstaltungen für drei- bis sechsjährige sowie sechs- bis neunjährige Kinder auf dem Hof an.

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Der Wettbewerb ist laut dem LVN-Vorsitzenden Jan Heusmann in Deutschland einzigartig. Die Milchviehhalter müssen einen umfangreichen 30-seitigen Fragebogen ausfüllen und sich nach ihrer Bewerbung einem mehrstufigen Beurteilungsverfahren unterziehen. Die Auszeichnung ist nach Angaben der Landesvereinigung als "Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften" konzipiert. Zur Bewertung der Nachhaltigkeit der einzelnen Betriebe prüft ein zweiköpfiges Gutachterteam die Höfe und deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie. Dafür verbringen die Experten einen ganzen Tag auf den Höfen und werfen zum Beispiel auch einen Blick die Buchhaltung. "In den vergangenen 20 Jahren konnten wir als LVN gemeinsam mit über 1000 Wettbewerbs-Teilnehmern zeigen, dass niedersächsische Milchbauernhöfe ihre Verantwortung ernst nehmen und sich auf den Weg machen, nachhaltig zu wirtschaften", sagt Jan Heusmann. "Es ist immer wieder beachtlich, welche Motivation die Auszeichnung hinterlässt und welche Entwicklungen im Bereich Tierwohl und Umweltschutz auf den Betrieben zu beobachten sind."

Der Wettbewerb biete Verbrauchern Einblicke in die Landwirtschaft und Milcherzeugern die Möglichkeit, ihre Leistungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit darzustellen. "Verbraucher wünschen sich mehr Transparenz und Nachhaltigkeit, Landwirte mehr Verständnis für ihre Arbeit", weiß Heusmann. Jedes Jahr bewerben sich etwa 45 bis 60 Betriebe bei dem Wettbewerb. In diesem Herbst besuchen Gutachter wieder verschiedene Höfe, um den Gewinner für das Jahr 2021 zu ermitteln.

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