Anni Wöhler-Pajenkamp Mit Herz für Mutter Erde

Für ihr ehrenamtliches Engagement hat die Stadt Bassum Anni Wöhler-Pajenkamp geehrt. Die Bramstedterin setzt sich seit Jahren für Umwelt- und Naturschutz ein. Und denkt noch nicht ans Aufhören.
27.03.2019, 09:39
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Mit Herz für Mutter Erde
Von Tobias Denne

Bassum-Bramstedt. Ob sie schon ans Aufhören gedacht hat? „Nein, warum?“, fragt sie zurück. Zweifelsohne würde dann auch etwas in Bassum fehlen. Schließlich engagiert sich Anni Wöhler-Pajenkamp schon seit etlichen Jahrzehnten ehrenamtlich. „Es ist ja immer etwas zu tun“, weiß die Bramstedterin auch aus eigener Erfahrung. Vor allem bei ihren Steckenpferden, die sie sich ausgesucht hat, bleiben die Themen aktuell. Denn Wöhler-Pajenkamp beschäftigt sich mit Umwelt- und Naturschutz. Für ihr Engagement wurde sie jüngst mit der Bassumer Medaille ausgezeichnet.

Sie sitzt am Esstisch in ihrem Haus in Bramstedt und bietet einen Apfelsaft an. „Den habe ich von der Streuobstwiese Eschenhausen“, sagt sie. Seit knapp 20 Jahren betreut sie diese Wiese. Sie pflegt nicht nur die Obstbäume, sondern organisiert auch die Apfelernte. Angefangen hat ihr ehrenamtliches Engagement während ihrer Studienzeit in Göttingen. Dort, wo sie Deutsch und Biologie auf Lehramt studierte, begann sie, Ferienfreizeiten für Berliner Kinder zu organisieren. Deutschland war zu dieser Zeit noch geteilt und ein Verein setzte sich zum Ziel, West-Berliner Kindern Ferienfreizeiten zu ermöglichen. Nach ihrem Studium hätte sie als Lehrerin arbeiten können, allerdings wurden nur wenige Lehrer eingestellt und „ich wollte nicht mehr überall hingehen“, verrät Wöhler-Pajenkamp mit einem Grinsen. Daher entschied sie sich für eine Arbeit in einem sozialpädagogischen Heim. Seit dem Beginn der 1980er-Jahre wohnt sie mit ihrer Familie in Bramstedt.

Nach der Geburt des ersten Sprösslings widmete sich Wöhler-Pajenkamp dann vollends dem Ehrenamt – und das bis heute. „Ich bin Eine, die gerne etwas übernimmt“, gibt sie zu. Dass sie sich mittlerweile auf Naturschutz und Umwelt festgelegt hat, hat ebenfalls mit dem Nachwuchs zu tun. „Vorher habe ich mich nur privat dafür interessiert. Gewissermaßen kam das mit meinen Kindern, die in der Naturschutzjugend aktiv waren. Ich bin dann irgendwann mitgegangen“, erinnert sie sich. Seit 22 Jahren ist sie nun auch Mitglied beim Naturschutzbund (Nabu) Syke und Umland. „Vielleicht bin ich das Kind meiner Zeit“, mutmaßt die heute 65-Jährige über den Grund, warum gerade Naturschutz ihr so am Herzen liegt.

So war sie immer gern draußen an der frischen Luft und „ich gehe gern mit offenen Augen durch die Welt und habe mich auf Pflanzen spezialisiert. Die können nicht einfach weglaufen“, merkt Wöhler-Pajenkamp mit einem Augenzwinkern an. Sie entdecke immer mal wieder etwas Neues. Das versucht sie, auch bei ihren Gästeführungen einzubringen. „Da kommt wohl die Pädagogin in mir durch“, sagt sie. Sie selbst absolvierte 2005 die Ausbildung zur Gästeführerin. Zuvor hatte sie an Fahrradführungen in Syke teilgenommen. Seit der Ausbildung ist sie in Syke als Führerin aktiv, kurz danach kam Bassum. „Ich wandele zwischen den Welten“, sagt sie schmunzelnd. Denn Bramstedt liegt ja genau zwischen der Hache- und der Lindenstadt.

Die Ideen für ihre Führungen liegen auf – oder besser wachsen aus – dem Boden. „Ich schaue mir an, was da gerade wächst und blüht“, verrät Wöhler-Pajenkamp. Je nach Pflanze oder Blühzeit überlegt sie, wann sie eine Führung anbieten kann. So hatte sie mal in Neubruchhausen eine Tour zu den Frühblühern gemacht. „Man kann dann viel zeigen“, weiß die Bramstedterin.

Dass sie besonders Fahrradtouren anbietet, hat ebenfalls einen guten Grund: „Ich fahre selbst gern Rad.“ Gleichzeitig machten ihr die Unternehmungen mit den Menschen Spaß. „Manchmal bekomme ich auch Rückmeldung, dass die Teilnehmer mit offeneren Augen durch die Welt gehen und manche Pflanzen wiedererkannt hätten“, ist die 65-Jährige stolz. Für Anni Wöhler-Pajenkamp war das Ehrenamt nie ein Opfer ihrer Zeit. „Ich war dort, wo ich war, immer ehrenamtlich aktiv und habe die Zeit immer als Bereicherung empfunden.“

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