Bassumer Medaille

Mit Herzblut dabei

Klaus-Dieter Sprenger wurde jüngst für sein ehrenamtliches Engagement mit der Bassumer Medaille ausgezeichnet. In seiner übrigen Freizeit schaut der Sparkassen-Leiter liebend gern Quizsendungen.
29.03.2019, 10:20
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Mit Herzblut dabei
Von Tobias Denne
Mit Herzblut dabei

Offene Kirche, Gästeführer und Aktiba: Klaus-Dieter Sprenger ist in seiner Freizeit ehrenamtlich vielseitig aktiv.

Michael Braunschädel

Bassum. Klaus-Dieter Sprenger setzt sich vor seinen Schreibtisch. Er muss etwas nachschlagen. Wenn sich der Bassumer erst einmal für etwas interessiert, dann lässt ihn das nicht mehr so leicht los. „Ich schaue gern Quizsendungen“, verrät er grinsend. Wer folgte 1901 auf die britische Königin Victoria? Eduard VII. oder Georg V.? „Mich interessiert die englische Thronfolge“, gibt Sprenger zu. Allerdings legt er sich nicht nur auf die Blaublüter fest, auch Geografie bezeichnet er als eines seiner Steckenpferde. „Man macht etwas besser, wenn man es mit Freude macht“, weiß er. Mit solch einer Freude hat sich auch der Organisation der Aktiba verschrieben. Im vergangenen Jahr fand bereits die sechste Auflage statt. Für Klaus-Dieter Sprenger war es die letzte als Sprecher der Gewerbeschau. Für sein rund 20-jähriges Engagement rund um die Aktiba wurde er jüngst mit der Bassumer Medaille ausgezeichnet.

Sprenger ist aber nicht abgetreten, ohne dass auch hierbei die Nachfolge geregelt war. „Wir haben vier junge Leute dazubekommen. Sie sind wunderbar integriert. Daher habe ich für mich die Entscheidung getroffen aufzuhören“, sagt Sprenger. Sein Nachfolger ist Dennis Heuermann. Victorias war übrigens Eduard VII. Wie es bis zu Elisabeth II. weitergeht, da macht Sprenger aber niemand etwas vor. Wie aus der Pistole geschossen und zielsicher zählt er die Vorgänger der heutigen Monarchin auf – auch vor Victoria kann er die britischen Herrscher benennen.

In anderen Bereichen schaut Klaus-Dieter Sprenger dagegen lieber nach vorn und ist Freund von Neuerungen. Mit Herbert Schorling, Reinhard Meyer und Matthias Kühnling gebar er die Idee einer Gewerbeschau in Bassum. 2000 war das. „Wir wollten etwas machen“, erinnert sich der 63-Jährige. Heute ist die Aktiba mit rund 100 Ausstellern eine etablierte Größe in Bassum und umzu. Dass er für seine Arbeit eine Medaille von der Stadt Bassum bekommt, damit hat der Leiter der Bassumer Sparkassen-Filiale indes nicht gerechnet. „Die Aktiba ist erst einmal eine Teamleistung“, will sich Sprenger nicht hervortun. Schließlich sind heute zwischen zwölf und 14 Menschen im Kern involviert.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort kam das Team damals auf die Kartbahn am Bramstedter Kirchweg. „Das ist ein Top-Gelände, vor allem im Frühjahr ist dort noch nicht so viel los“, nahmen die Organisatoren bei ihren Planungen gleich Rücksicht auf die Kart-Saison. Nachdem alles vorbereitet war, konnte es dann endlich 2003 losgehen. Die Geburt der Aktiba. „Für uns war vieles neu, wir hatten ja keine Erfahrung. Die größte Sorge, die wir hatten, war: 'Kriegen wir das hin?'“, weiß Sprenger noch genau.

Mit jeder Veranstaltung lernten sie dazu und verfeinerten die Gewerbeschau. Anfangs sogar noch mit Künstlern wie Mike Krüger („Wir waren bei Rudi Carrell und haben ihm von der Idee erzählt. Er fand sie gut und hat bei ihm angerufen“) oder Bernd Stelter. „Später haben wir keine Künstler mehr engagiert, weil das Risiko zu groß war, wenn sie doch nicht kamen.“ Nach der dritten Messe im Jahr 2009 stellte sich langsam aber sicher eine gewisse Routine ein, was nicht heißen soll, dass seitdem jede Aktiba ohne Probleme über die Bühne gegangen ist. „Letztes Jahr mussten wir 1000 Liter Wasser in wenigen Tagen rauspumpen, weil die Drainage nicht funktionierte“, erzählt Sprenger. Pünktlich zum Aktiba-Wochenende wurde die Bahn aber noch trocken.

Wenn Sprenger an die Zeit zurückdenkt, dann erinnert er sich an „lustige Treffen, bei denen der Spaß nie zu kurz gekommen ist. Es sind auch Freundschaften entstanden“. Gleichzeitig ist er auch ein wenig traurig: „Es ist so etwas wie ein eigenes Kind. Ich war immer mit Herzblut dabei.“ Aber Sorge davor, dass er sich langweilt, hat er gewiss nicht. Schließlich ist der 63-Jährige unter anderem bei der offenen Kirche aktiv und führt Gäste durch seine Stadt. Seinen Gästeführerschein hat er vor 13 Jahren gemacht. „Die Bassumer Geschichte interessiert mich“, hat Sprenger auch hierbei ein Augenmerk auf die Vergangenheit gelegt. „Ich höre oft von den Menschen: 'Ich hätte nicht gedacht, dass Bassum so schön ist'“, freut sich der 63-Jährige.

Er erklärt gerne und gibt sein Wissen weiter. „Ich bin ein oberschlauer Besserwisser, manchmal lasse ich das raus“, gibt er zu und lacht. Aber auch Sprenger ist sich bewusst, dass er nicht alles weiß. „Zwar bin ich Bassumer, aber wenn ich etwas höre, was ich nicht kenne, dann lerne ich auch ein Stück weit dazu.“ Wenn er etwas nicht weiß, dann liest sich Klaus-Dieter Sprenger die Infos an. Gleichwohl kann der Bassumer nicht mit allen Lebensbereichen etwas anfangen: „Musik ist nicht so meine Stärke. Bis 1983 kenne ich mich noch etwas aus, ab dann habe ich keine Platten mehr gekauft“. Aber auch diese weiße Lücke versucht der 63-Jährige zu schließen. „Die Radios heute zeigen ja die Titel und Interpreten an“, versucht sich Sprenger, darüber auch die aktuellen Lieder zu merken. Schmunzelnd sagt er: „Das klappt aber nicht so wie, wenn es um Geschichte geht.“

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