Mütter-Kinder-Zentrum

Warten auf den Startschuss

Noch warten die Verantwortlichen des Mütter-Kinder-Zentrums in Bassum auf Fördergelder. Sollten diese bewilligt werden, dann starten neue Angebote. Um Interesse auszuloten, gibt's eine Umfrage.
24.08.2020, 17:44
Lesedauer: 3 Min
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Warten auf den Startschuss
Von Tobias Denne
Warten auf den Startschuss

Das Mükize geht Richtung Zukunft: Als einer der ersten Schritte wurde die Internetseite überarbeitet.

Tobias Denne

Bassum. Von wegen Ferien: Das Mütter-Kinder-Zentrum könnte natürlich in der Sommerzeit die Füße hochlegen. Machen die Verantwortlichen des Mükize nicht. So befinden sich die Umbauarbeiten am Kindergarten in Bassum in den letzten Zügen (wir berichteten). Aber auch digital hat sich einiges getan – wie die Internetseite des Vereins unter www.muekize-bassum.de. Seit einigen Wochen erstrahlt der Auftritt in einem ganz neuen Glanz. Und das soll noch nicht alles sein. „Wir wollen uns gerne erweitern und den ganzen Verein digitalisieren“, kündigt Geschäftsführerin Katarina Wetzel an. Außerdem sind noch einige Projekte beim Mükize an der Mittelstraße in Planung. Das, was nun noch fehlt, sind die Fördergelder.

Doch, was wollen die Bassumer überhaupt? Um das herauszufinden, haben sich die Verantwortlichen eine Umfrage ausgedacht, die Interessierte auf der Internetseite der Stadt Bassum (www.bassum.de) abrufen können. Bis Ende August kann jeder die rund 30 Fragen beantworten. „Wie wollen die Bassumer ihre Freizeit gestalten? Die Antworten werden dann ausgewertet“, nennt Medienpädagogin Brigitta Wortmann den nächsten Schritt. Denn gerade wegen der Corona-Pandemie brachen die sozialen Kontakte weg. Ein großes Problem, wie Wortmann weiß. Daher zielt der Fragebogen auch darauf, digitale Angebote zu schaffen. Auf der Basis gibt es verschiedene Projekte, um sich als Verein und Mükize breiter aufzustellen. „Wir wollen gerne Familien mit Migrationshintergrund unterstützen. Viele sind in der Schule nicht richtig ausgestattet“, sagt Wetzel über ein schon konkretes Projekt. Gerade durch Corona hat sich viel Unterricht ins Internet verschoben. Wobei die Pandemie noch die Spitze des Eisberges ist, auch vorher sollten Schüler zu Hause recherchieren – ohne Rechner, Laptop oder Smartphone nicht möglich. „Bildung ist nun mal der Schlüssel, es muss was gemacht werden“, betont Wortmann. Daher plant der Verein, Möglichkeiten zu schaffen, Kinder dahingehend zu unterstützen. Entweder im Mükize oder bei sich zu Hause. Für Geräte sind die Anträge auf Fördergelder gestellt. Bei den ersten Rückläufern der Umfrage kam übrigens die Ausstattung mit Medien auch zur Sprache. „Viele wünschen sich Unterstützung“, sagt Wortmann.

All das zeigt, dass das Mükize sich zukunftsfähiger aufstellen will. Wie etwa bei der Internetseite. „Man kann sich jederzeit informieren und auch Kurse buchen“, freut sich Wetzel über den neuen Glanz. Aber auch seine Mitgliedschaft kann jeder online verwalten, hat Einsicht in den Kalender. „Jeder, der Zugang hat, sieht, ob ein Kurs schon voll ist“, erzählt Wetzel. Auch die Seite für den Kindergarten ist hinter einem Login versteckt, damit die Eltern Interna besprechen können, die Außenstehende nichts angehen. Dass so etwas ankommt, das hat Wortmann schon im vorigen Jahr erlebt. 2019 wurde das erste Mal die Wahl der Kurse für die Bassumer Ferienkiste online angeboten, so konnten sich Interessierte bequem von zu Hause anmelden und den richtigen Termin reservieren. „Es gab 25 Prozent mehr Nachfrage“, berichtet die Medienpädagogin stolz.

Auch während der ersten Wochen der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass der digitale Weg des Mükize goldrichtig ist. „Wir konnten sofort mit dem Kurs starten“, erinnert sich Brigitta Wortmann. Als von heute auf morgen alles ausgefallen ist und nichts mehr stattfinden durfte, schaltete das Mükize einen Online-Kurs frei. „Wir sind ein kleiner Verein und können daher schnell reagieren“, sagt Wetzel mit einem Schmunzeln. Für die Zukunft plant das Team, auch Kurse mit Dozenten anzubieten. Die kostenfreien Vorträge für alle bleiben natürlich bestehen.

Beim Mükize ist also schon mal alles in den Startlöchern. Sollten die Fördergelder bewilligt werden, geht es mit den Angeboten los. Aber nicht nur in der digitalen Welt, will sich das Team breiter aufstellen. „Ein zusätzliches Gebäude wäre schön, denn der Bedarf ist da“, sagt Wortmann. Sie selbst sei bereits vor knapp 20 Jahren beim Verein aktiv gewesen und ist begeistert, wie sich dieser entwickelt hat: „Früher war das hier von Müttern für Mütter. Ich finde jetzt einen ganz anderen Verein vor.“

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