Naturbad Bassum

Ein ambitionierter Plan

Das Naturbad in Bassum wird derzeit umgebaut. Die ersten Arbeiten sind vor einigen Wochen gestartet, um die Bassumer Perle wieder hübsch zu machen. Die Zeit drängt, soll doch am 1. Juli eröffnet werden.
15.04.2021, 06:07
Lesedauer: 3 Min
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Ein ambitionierter Plan
Von Tobias Denne
Ein ambitionierter Plan

Mitten im Nichtschwimmerbecken schauen sich Erster Stadtrat Norbert Lyko (links) und Techniker Steffen Langhorst den Plan noch mal genauer an. Derzeit läuft die Suche nach den Bestandsleitungen.

Vasil Dinev

Endlich! Das mag der eine oder andere denken, sobald er die nächsten Zeilen liest. Die Arbeiten am Naturbad in Bassum laufen auf Hochtouren. „Wir sind voll dabei und wollen es auch bis zum Start am 1. Juli bleiben“, gibt sich Steffen Langhorst, technischer Leiter der Stadt, optimistisch. Zumindest ist an diesem Tag den Anwesenden anzumerken, dass sie sich freuen, dass es vorangeht. Erster Stadtrat Norbert Lyko betont zwar, dass man schon weiter sein könne, aber: Seit zwei Wochen geht es ans Eingemachte.

Wasser ist derzeit keines in den Becken - lediglich ein paar Pfützen vom Regen, die nicht abfließen. Ansonsten herrscht Ebbe im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Rundherum sieht das Naturbad schon eher nach Baustelle aus. Ein Bagger gräbt sich in die Erde, um nach Bestandsleitungen zu schauen. „Wir überprüfen, welche Leitungen wir noch weiter nutzen können“, erklärt Langhorst die Aktion. Am Eingangsgebäude, das erst im zweiten Teilabschnitt erneuert wird, liegen zahlreiche Rollen Folie, die nur darauf warten, eingesetzt zu werden. Ebenso die Tische und Stühle, die noch aus der vorvergangenen Saison am Eingang stehen. Im Corona-Jahr 2020 blieb das Bad zu, das soll sich zumindest im Sommer in diesem Jahr noch ändern. Und dafür wird kräftig Hand angelegt.

Haufenweise Folien liegen bereit, um verarbeitet zu werden.

Haufenweise Folien liegen bereit, um verarbeitet zu werden.

Foto: Vasil Dinev

Bislang waren es vor allem die Vorarbeiten, „50 Prozent Rückbau“, wie Langhorst das nennt, was zu leisten war. Leitungen, damit die Becken bald erwärmt werden können, wurden indes an der hinteren Seite schon gelegt. Die vordere folgt noch. Die Stadt Bassum hofft darauf, dass sie die Fernwärme, die die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) schon für das Krankenhaus bereitstellt, auch für das Naturbad nutzen kann. „Wir werden keine fossilen Brennstoffe nutzen. Es soll regenerativ sein“, betont Lyko. Fotovoltaik etwa würde nicht funktionieren, da die Flächen auf den Dächern zu klein sind und man nicht die Liegewiese zupflastern will. „Die Ideallösung ist, dass wir das abzweigen“, sagt er. Das werde derzeit noch geprüft, Mitte Mai rechnet er mit einer Entscheidung. „Das dauert schon viel zu lange“, gibt Lyko zu. Auch bei einem ambitionierten Start am 1. Juli würde das Wasser noch nicht wärmer werden können.

Währenddessen gehen die Arbeiten an den Becken und dem Drumherum selbstredend weiter. „Wir bringen alles in die Erde, was in die Erde muss“, kündigt Langhorst an. Wasser, Gas, Strom - oberirdisch wird es eine neue Uhr geben. Die, die derzeit noch im Naturbad steht, ist auch schon sehr vergilbt. Vor allem die Kinder dürfen sich über ein ordentlich aufgewertetes Becken freuen. Oder die Eltern, sollten die Kleinkinder noch nicht lesen können. „Das Becken wird erweitert“, erzählt Langhorst. Es wird eine Art Sandstrand geben, ebenso einen Wassertunnel und eine Schwengelpumpe. Außerdem wird der Steg zwischen Nichtschwimmer und Schwimmer komplett saniert. Im zweiten Teilabschnitt, der wohl im kommenden Jahr folgen wird, sind unter anderem das Sanitärgebäude, ein neuer Aussichtsturm und die Wegeführung um das Bad herum an der Reihe. In ein paar Jahren kommen noch Wohnmobilstellplätze hinzu. „Das wird hier ein top Ding“, freut sich Lyko schon jetzt.

Mit mittelschwerem Geschütz wird nach Bestandsleitungen gesucht. Womöglich kann man einige weiterverwenden.

Mit mittelschwerem Geschütz wird nach Bestandsleitungen gesucht. Womöglich kann man einige weiterverwenden.

Foto: Vasil Dinev

Klingt fast so, als ob das Bad auf einem guten Weg ist. Ist es auch, allerdings läuft bei einem solchen Großprojekt (mindestens 1,8 Millionen Euro) nicht alles von vorneherein rund. So wurde beim Beton im Nichtschwimmerbecken, das im Jahr 2005 angelegt wurde, festgestellt, dass es Risse aufweist. Außerdem müssen die Bewegungsfugen erneuert werden. „Die Erfahrung zeigt, dass immer etwas auftritt“, sagt Lyko. Er freut sich zumindest, dass die Arbeiten voranschreiten. Der Förderverein packt ebenfalls tatkräftig mit an, hat innerhalb von Arbeitsdiensten das Grün zurückgeschnitten und wird auch die Bänke aufbereiten. Auf der Baustelle tummeln sich darüber hinaus auch die Bäderfachkräfte um Katharina Funke und ihre Kollegen, die ebenfalls die Bauklamotten angezogen haben, um mitzuhelfen. Funke: „Das sind schon tolle Aussichten, und wir können es eigentlich gar nicht abwarten.“ Jetzt muss nur noch das Coronavirus mitspielen, damit am 1. Juli wirklich eröffnet werden kann.

Immer wieder treffen sich die Verantwortlichen zur Baubesprechung. So ein großes Projekt braucht einiges an Koordination.

Immer wieder treffen sich die Verantwortlichen zur Baubesprechung. So ein großes Projekt braucht einiges an Koordination.

Foto: Vasil Dinev
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