Naturbad Bassum

1,3 Millionen Euro für die Perle

Einigkeit herrschte quer durch die Fraktionen im Sozialausschuss in Bassum. Dort stellte der Erste Stadtrat Norbert Lyko die Planungen für das Naturbad vor und brachte gleichzeitig die genauen Kosten mit.
16.09.2020, 16:22
Lesedauer: 2 Min
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1,3 Millionen Euro für die Perle
Von Tobias Denne
1,3 Millionen Euro für die Perle

Zum zweiten Teilprojekt gehört ein schöner Eingangsbereich für das Naturbad.

Michael Braunschädel

Bassum. Norbert Lyko machte sich gar nicht mehr die Mühe, den Anwesenden die Vorteile eines schöneren Naturbades zu erläutern. Warum auch? Seit Jahren steht fest, dass sich das Schmuckstück Bassums, die Perle, einer Verschönerung unterziehen soll. Und warum das passieren soll, wurde ebenfalls hinlänglich beschrieben. Der Erste Stadtrat gab allerdings zu: „Ich bin oft maßlos enttäuscht, dass es nicht schneller geht.“ Bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses machten die Mitglieder indes kurzen Prozess.

Wie bereits berichtet, steht zum einen die Umsetzung des ersten Teilprojektes, unter anderem mit der Beckensanierung und -erwärmung, an. Zum anderen muss das weitere Vorgehen geplant werden. „Es zieht sich“, gab Lyko zu. Gerade sprechen die Verantwortlichen mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG), ob es möglich wäre, die Becken im Naturbad über Fernwärme aus Klövenhausen zu heizen. Immerhin funktioniert das seit zehn Jahren mit der Klinik. „Das wird besprochen“, sagte Lyko. Der Erste Stadtrat geht davon aus, dass im Januar die Vergabe für die Arbeiten am ersten Teilprojekt gemacht werden können, sodass es im Februar endlich losgehen kann.

Kommt Weg?

Fehlt noch der zweite Teil. Dazu gehört der Neubau des Wirtschafts- und Sanitärgebäudes, der schöne Eingangsbereich, Brücken, ein Verbindungsweg sowie die Wohnmobilstellplätze. Leser mit einem guten Gedächtnis (oder einem Zeitungsarchiv) dürfte aufgefallen sein, dass im Vorjahr die Stellplätze noch aus den Planungen herausgenommen wurden. Jetzt sind sie wieder Thema. Grund dafür ist, dass auf die Entsorgungseinrichtung verzichtet wird. Was Lyko offenließ, war die Sanierung eines Weges, um diesen den umliegenden, Stiftspark etwa, anzugleichen und optisch aufzuwerten (Kosten: 65 000 Euro). „Es sind immer noch freiwillige Ausgaben. Manches würde sich anbieten zurückzustellen“, betonte Lyko.

Trotz der Mehrkosten stimmten die Ausschussmitglieder für die Umsetzung des Weges. „Dann ist das Projekt abgeschlossen“, sagte Heimke Möhlenhoff (CDU). Auch Maria Babic (Die Linke) findet: „Wenn wir ringsum renovieren, dann gehört der Weg dazu. Mit dem Tierpark könnten wir zwei Alleinstellungsmerkmale bekommen.“ Jürgen Falck vom Bürger-Block ist überzeugt, dass das Naturbad „ein Gewinn für die Umgebung und für Bassum ist. Wir schaffen eine Einheit mit Außenwirkung.“

Richtiges Pfund für Bassum

Nun aber zu den Kosten. Die hatte Lyko im Vorfeld genau kalkulieren lassen. Alles in allem würde das Projekt 1,8 Millionen Euro verschlingen. Ein privater Spender gibt 330 000 Euro in den Topf und die Verwaltung bemüht sich um ZILE-Förderungen. Auf der einen Seite „ländlicher Tourismus“ mit maximal 200 000 Euro und auf der anderen Seite „Basisdienstleitungen“ mit rund 300 000 Euro. Macht insgesamt 1,27 Millionen Euro für das zweite Teilprojekt. Aber Norbert Lyko wäre nicht Norbert Lyko, wenn er nicht noch einen Sicherheitssatz in den Beschlussvorschlag geschrieben hätte. Denn, bevor der Stadtrat das Geld einstellt und grünes Licht gibt, werden die Ergebnisse der beiden Förderanträge abgewartet.

„Die Zahlen schrecken erst einmal ab“, gab Rainer Hartmann (Grüne) zu. Gleichzeitig sei das Naturbad wichtig für Bassum und die Naherholung. Mit Stiftspark, dem Stift und der Freudenburg habe die Lindenstadt einiges in petto, um auch Menschen von außerhalb anzulocken. Dorit Schlemermeyer (SPD) blickte ebenfalls voraus: „Das Naturbad kann ein Aushängeschild für Bassum werden.“

Das finden die übrigen Ausschussmitglieder ebenfalls und stimmten den Planungen für das zweite Teilprojekt zu.

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