Postkarte aus Bassum

Eine Postkarte für den Naturschutz

Mit einer kleinen Kampagne möchte Britta Gansberg für Diskussionsstoff sorgen. Die Bassumer Künstlerin verschickt Postkarten, um für mehr Naturschutz zu werben. Ihr liegen die Vögel und Insekten am Herzen.
27.05.2020, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto
Eine Postkarte für den Naturschutz

Britta Gansberg will Personen des öffentlichen Lebens, Institutionen und persönliche Bekannte anschreiben.

Vasil Dinev

Bassum. „Liebe Vögel, wir freuen uns jeden Tag, dass so viele von Euch in unserem Garten leben.“ So beginnt der Text einer Postkarte, die in diesen Tagen in einigen Briefkästen in Bassum und umzu landen wird. Absenderin ist die Bassumer Künstlerin Britta Gansberg.

„Ich versuche, den Naturschutz, der mir sehr am Herzen liegt, so zu verbreiten“, erläutert die 51-Jährige ihr Vorhaben. Hierfür hat sie die Postkarte selber gestaltet. Darauf abgebildet sind eine Baumrinde und Laub als Hintergrund sowie Vögel und Insekten. „Die Motive habe ich alle selber in meinem Garten fotografiert“, berichtet Gansberg. Im unteren Teil der Postkarte spricht sie noch Insekten und andere kleine Lebewesen an.

Diese sind freilich nicht die Adressaten der Postsendung. Auf Gansbergs Liste der Empfänger stehen Einzelpersonen wie etwa Bassums Bürgermeister Christian Porsch, Landrat Cord Bockhop und „Bekannte, denen ich normalerweise nicht schreibe, wie zum Beispiel meiner Friseurin“, erklärt die Künstlerin. Aber auch Institutionen wie das Kreismuseum Syke, das Syker Vorwerk oder das Museum der Strohverarbeitung Twistringen dürfen sich auf Post von Gansberg freuen.

„Gemeinsam können wir viel bewirken“

Insgesamt 90 Postkarten will die Künstlerin verschicken und damit für Diskussionsstoff in der Bevölkerung sorgen. Dies geschehe nach dem Motto „Gemeinsam können wir viel bewirken“, sagt Gansberg und ergänzt: „Vielleicht wird ja auch aus einer ‚kleinen Postkarte‘ eine große Aktion. Das würde mich sehr freuen.“ Außerdem stehe ihre Absenderadresse auf der Karte, und wer möchte, könne ihr auch gerne zurückschreiben.

Dass Gansberg die Erhaltung der Natur wichtig ist, hat sie bereits im vergangenen Jahr gezeigt. In Zusammenarbeit mit der Win-Region („Wir im Norden“) sorgte sie dafür, dass in Bassum, Syke, Twistringen und Stuhr Banner für insektenfreundliche Gärten im öffentlichen Raum aufgehängt wurden.

Dieses Jahr ist nur ein Banner zu sehen: Vor Gansbergs Haus an der Alten Poststraße in Bassum. „Postkarten sind persönlicher als Banner“, begründet die Naturliebhaberin, die auch Vorstandsmitglied im Verein Kunst in der Provinz ist, ihre kleine Kampagne. Außerdem könne sie den Menschen mit ihrem Kärtchen eine Freude machen. Nun hofft sie auf rege Resonanz auf ihre Botschaft, dass möglichst viele Menschen etwas zum Naturschutz beitragen. „Es reicht schon, wenn jeder ein bisschen was macht“, findet sie – beispielsweise ein Insektenhotel oder eine Vogeltränke aufstellen, wie es auch Gansberg in ihrem 500 Quadratmeter großen Garten getan hat.

Dank an die Natur

Mäuse, Steinmarder und Igel leben hinter ihrem Haus. Die Künstlerin erfreue sich jeden Tag an der großen Vielfalt an Insekten und Vögeln im Garten, für die sie sich bei der Natur bedanke. „Es hängt alles miteinander zusammen, ist ein natürlicher Kreislauf“, schwärmt die Künstlerin, deren Aufdruck auf dem T-Shirt „There‘s no future without nature“ (Es gibt keine Zukunft ohne Natur) ihre Botschaft wiedergibt. Auch findet sie es schön, dass ihre beiden Töchter mit einem Stück Natur aufwachsen.

Nachdem Gansberg die Lesung ihres neues Kinderbuchs Corona-bedingt ausfallen lassen musste, ist sie froh, ihre Zeit sinnvoll mit ihrem Postkarten-Projekt verbringen zu können. Sie verbindet ihre Kampagne ebenfalls mit dem Aufruf, einen Ausflug ins Grüne zu unternehmen. „Gerade in Corona-Zeiten ist es doch ganz schön, mal wieder rauszugehen“, sagt sie.

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