Neue Cafeteria für Hallenbad Aus voller Überzeugung

Die Fachklinik Bassum betreibt ab Montag die Cafeteria für das Hallenbad der Lindenstadt. Dieses Projekt soll Rehabilitanden zurück in den ersten Arbeitsmarkt bringen.
23.09.2022, 17:33
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Aus voller Überzeugung
Von Micha Bustian

Bassum. Zwei Jahre war sie geschlossen, die Cafeteria des Bassumer Hallenbades. Das Coronavirus machte eine Bewirtung der Gäste unmöglich. Jetzt – am Montag, 26. September – soll das Café wieder öffnen. Und das mit einem interessanten Ansatz: Neuer Pächter wird die Fachklinik Bassum, die dort ihre Rehabilitanden wieder berufstauglich machen wollen. Obwohl dabei kein großer Gewinn herausspringen dürfte, findet Erster Stadtrat Karsten Bödeker: "Aus Sicht der Stadt hätte es nicht besser laufen können."

In der Fachklinik Bassum werden Menschen mit Suchtproblemen behandelt. Vornehmlich geht es dabei um die Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten. 15 Wochen dauert eine Reha-Maßnahme vor Ort, erklärt Martin Hoppe, Leiter der Fachklinik. Ab der fünften Woche ist die sogenannte Arbeitstherapie Bestandteil der Gesundwerdung. Und an dieser Stelle kommt die Cafeteria des Hallenbades ins Spiel. Denn dort gibt es zahlreiche Berufsbilder zu beackern. Verwaltung natürlich, aber auch Service, Einkauf, Marketing und viele mehr. "Vor allem der Kundenkontakt wird vielen unserer Patienten einiges abverlangen", ist sich Hoppe sicher.

Dennoch sollen die Rehabilitanden des Fachkrankenhauses das kleine Stück Gasthaus alleine betreiben. Für sechs Tische und 24 Stühle sind sie dann zuständig. "Das können sie gut alleine machen", findet Martin Hoppe. Die Krankheit hätte zwar ihre Belastbarkeit eingeschränkt, "aber das wird hier ja wieder verbessert". Deshalb gebe es in der Hallenbad-Caféte ja auch mehr Personal als in normalen Restaurantbetrieben, "mehr Menpower". Hoppe weiß, dass seinen Patienten oft das Selbstvertrauen fehlt. "Aber das sollen sie hier wiederentdecken und entwickeln." Das Ganze wird natürlich fachlich von Ergotherapeuten betreut. Hierfür zuständig sind Renate Hickl, Tim Ständer und Thomas Hoppe (gleicher Name, anderer Mensch). 

"Wir haben dabei keinerlei Gewinnabsichten", stellt Thomas Hoppe, nun wieder der Fachklinik-Leiter, klar. "Für uns sind es einfach attraktive Arbeitserprobungsplätze." Das Ganze läuft in Kooperation mit den Delme-Werkstätten, die Kuchen, Brötchen und Kaffeespezialitäten liefern. Auch Bethel im Norden ist über einen externen Arbeitsplatz in dieses Projekt involviert. "So entsteht ein inklusives Unternehmen", erläutert Martin Hoppe. Auch Menschen aus Werkstätten sollen eingegliedert werden. Die Pächter suchen auch noch nach weiteren Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen. Ziel für die Arbeitskräfte der Cafeteria ist ganz klar der erste Arbeitsmarkt.

Von diesem Deal haben nicht nur die Patienten der Fachklinik etwas, auch die Stadt profitiert. "Das steigert die Attraktivität es Hallenbades über Jahre", sagt Karsten Bödeker. Der Erste Stadtrat hatte in seiner Zeit in Verden ähnliche Projekte zu betreuen. "Wir unterstützen das total. Wer, wenn nicht die öffentliche Hand, sollte das fördern?" Er verrät, dass die Stadtverwaltung auch einen privaten Betreiber an der Angel hatte, aber "der konnte das finanziell nicht abbilden". So bleibt es bei dieser Variante, "und das aus voller Überzeugung". Denn das sei ja nicht der erste Gastrobetrieb, der so läuft.

Zur Sache

Wann, was, wo?

Die feierliche Eröffnung der Hallenbad-Cafeteria in Bassum erfolgt am Montag, 26. September, ab 11 Uhr am Schützenplatz 10. Wie Renate Hickl, Ergotherapeutin an der Fachklinik Bassum, mitteilt, "richten sich die Zeiten nach den Öffnungszeiten des Bades". Von Montag bis Freitag hat die Gastronomie von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 18.30 Uhr geöffnet, sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr. 

Je nach Tageszeit rechnen die Betreiber mit unterschiedlichen Nutzergruppen. Morgens kämen häufig Schüler, erklärt Renate Hickl. Dafür hätten sie auch Eis, Süßigkeiten und Softgetränke auf Lager. Darüber hinaus soll es belegte Brötchen, Kuchen und Kaffeespezialitäten geben. 

Da das Hallenbad in einem Wohngebiet liegt, schielen die Betreiber natürlich auch auf Gäste, die nicht vorher geschwommen sind. Auch vom Tierpark Petermoor oder vom Sportplatz ist es nicht weit. "Wir hoffen, dass unser Angebot rege angenommen wird."

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