Stadtladen Bassum Das Beste aus der Region

Die Idee schwirrt schon länger durch Bassum. Nun wird der Stadtladen zumindest für mindestens fünf Wochen Realität. Aussteller können im Alten Amtshof ausstellen und ihre Waren anbieten. Ohne Risiko.
28.10.2020, 17:32
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Das Beste aus der Region
Von Tobias Denne

Bassum. Dieses Jahr war – vorsichtig ausgedrückt – ein nicht ganz so erfolgreiches für viele Kunsthandwerker und freischaffende Künstler. Die Gründe sind bekannt. Nun hilft es nicht, sich zu vergraben oder die Hände in den Schoß zu legen. Vor allem, wenn es eine Alternative zum Bassumer Hüttenzauber oder zu den Weihnachtsmärkten in der Region gibt, die nicht stattfinden werden. Denn vom 27. November an eröffnet in Bassum an der Sulinger Straße „Mein Stadtladen“. Erst einmal bis zum 3. Januar, aber „wir haben die Option zu verlängern“, betont Bassums Bürgermeister Christian Porsch – je nach Interesse und Nachfrage.

Und das ist der Plan: Im Ladengeschäft direkt neben der Bäckerei Meyer stellt die Stadt Bassum im Alten Amtshof insgesamt eine Fläche von 150 Quadratmetern zur Verfügung – gemietet von Inhaber Helmut Lührs. „Die statten wir mit Regalen aus, auf denen die Protagonisten ihre Ware ausstellen können“, skizziert Porsch. Soll heißen: Als Künstler, Kunsthandwerker oder jemand, der Regionales anbieten möchte, kann für mindestens fünf Wochen in den Alten Amtshof einziehen und so seine oder ihre Waren präsentieren. Honig oder Marmelade aus eigener Produktion, gestrickte Handschuhe, Socken oder Mützen – die Kunsthandwerker sind kreativ und es gibt einen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Weihnachtsmarkt. „Es besteht kein Risiko für die Händler“, betont Michael Maas vom Modehaus Maas. Denn, wenn nichts verkauft werden sollte, dann wird auch kein Geld fällig. Falls etwas verkauft wird, dann erhält der Händler eine gewisse Provision, der Rest bleibt dem Aussteller. Die Miete und die Einrichtung bezahlt die Stadt aus der Wirtschafts- und der Corona-Förderung.

Das Personal, das vor Ort ist, kommt von Maas. Die Aussteller selbst können ihre Waren abliefern und sich ihrem Tagesgeschäft widmen. „Der Absatzmarkt ist weggebrochen, es gibt aber einen hohen Bedarf an Geschenken wegen Weihnachten“, weiß Maas. Daher ist die Eröffnung nicht zufällig auf den Freitag vor dem ersten Advent gelegt worden. „Mein Stadtladen“ wird übrigens montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr offen sein und am Sonnabend von 9 bis 14 Uhr. „So kann man sehen, woran haben die Bassumer Interesse“, sagt Maas.

Die Aussteller haben jedenfalls Lust. Zumindest, wenn es nach den ersten Rückläufern geht. Denn bislang wurden 60 Personen angeschrieben, die sonst beim Tag der Regionen oder beim Bassumer Advent ausstellen. 30 davon haben sich innerhalb einer Woche zurückgemeldet. „Wahnsinn“, bleibt Maas nicht mehr zu sagen. Aber Achtung: Nur, weil jemand nicht angeschrieben worden ist, heißt das nicht, dass er oder sie nicht ausstellen darf. Die 60er-Liste mit den Kontaktdaten war vorhanden.

Die Idee dazu stammt unter anderem aus dem Stadtentwicklungsprozess und dem sich gebildeten Arbeitskreis Innenstadt. „Es ist viel angesprochen und angeregt worden“, erzählt Maas. So auch das Thema „Stadtladen“, der sich nun durch das Coronavirus als eine echte Alternative herausstellen kann. So können Aussteller ihre Ware anbieten, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Ebenso ist der Kundenstrom unabhängig vom Wetter, und immerhin läuft der Laden mindestens fünf Wochen. „Die Idee war natürlich, mehr Leben in die Innenstadt zu bringen. Aber vielleicht tun sich auch zwei bis drei zusammen und eröffnen ganzjährig einen Laden“, würde sich Porsch freuen. So könnte man gleichzeitig auch die Leerstände vor allem an der Sulinger Straße reduzieren.

Damit die Interessierten auch wissen, worauf sie sich einlassen, gibt es an diesem Montag, 2. November, einen Info-Abend vor Ort. „Man kann offene Fragen klären und schon mal das Ladenlokal besichtigen“, kündigt Grützmacher an. Durch die große Zahl an Menschen, gibt es zwei Uhrzeiten. Einmal beginnt der Abend um 18, einmal um 19 Uhr. Danach zeigt sich auch, wie der Stadtladen aufgebaut wird. Bislang scheint es eine angenehme Mischung zu werden. Skulpturen, Christbaumkugeln, die Delme-Werkstätten. Alena Grützmacher ist überzeugt: „Das ist ein guter Querschnitt.“

Info

Zur Sache

Kontaktmöglichkeit

Jeder, der Interesse hat, kann sich noch bei Wirtschaftsförderin Alena Grützmacher (E-Mail: gruetzmacher@stadt.bassum.de; Telefon: 0 42 41 / 84 60) melden und mitmachen. Der Informationsabend ist für den 2. November vor Ort geplant.

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