Jugendhaus Fönix

Reichlich Ideen

Seit einem Jahr erstrahlt das Jugendhaus Fönix in Bassum in neuem Glanz. Grund genug für Hilke Bald und Andreas Storn, mal ein Resümee zu ziehen und zu fragen: Was wollen die Jugendlichen eigentlich?
17.12.2019, 17:08
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Von Tobias Denne
Reichlich Ideen

Gemütlich in einem Stuhlkreis wurde am Montagabend mit Sozialarbeiterin Hilke Bald über das erste Jahr des neuen Jugendhauses Fönix und die Wünsche gesprochen.

Fotos: Michael Braunschädel

Bassum. Auf den Tischen steht Tee bereit. Drei Sorten. Schwarz, Kirsche und Erdbeere. Lebkuchen, Kekse und Mandarinen sind ebenfalls vorbereitet. Nach und nach kommen die Jugendlichen und setzen sich in die Sitzecke im Jugendhaus Fönix in Bassum. Immer mehr Stühle müssen dazugestellt werden, damit auch jeder Platz hat. Jugendsozialarbeiterin Hilke Bald hält ein Plakat mit Fotos hoch. „Am 5. November 2018 war die Wiedereröffnung“, erzählt sie von der Einweihungsparty nach dem Umbau.

Grund dafür war die Renovierung des Jugendhauses an der Straße Am Petermoor. „Den ganzen Sommer über war hier Baustelle“, erinnert sich Hilke Bald sich und zeigt auf ein paar alte Fotos. Nun ist es etwas länger als ein Jahr wieder geöffnet. Die Räume wurden auch nach Wünschen der Jugendlichen gestaltet und werden genutzt. „Das Ziel war es, einen gemütlichen Ort für die Bassumer Jugendlichen zu schaffen. Einen Ort zum Beispiel zum Chillen, Bewerbungen schreiben oder Kochen“, erklärt Bald das Konzept. Zwischen 20 und 40 Jugendliche kommen jeden Tag, wie Streetworker Andreas Storn sagt. Lukas zum Beispiel. Er schwärmt von den Angeboten: „Ich habe noch kein Handy und kann hier Musik hören und Videos gucken.“

Andreas Storn und Hilke Bald wollen an diesem Abend ein erstes Resümee ziehen und die rund 20 Jugendlichen, die an diesem Tag gekommen sind, fragen, was sie sich für das kommende Jahr im Jugendhaus wünschen. Lukas hätte gerne einen Fußball und ein Fußball-Tor. Von mehr Essensangeboten und gemeinsamem Kochen über das Fußball-Tor und eine Tischtennisplatte bis hin zu Projekttagen, die sich mit Tänzen beschäftigen, sammeln die Jugendlichen erst einmal Ideen, was man noch machen könnte und was beim Jugendhaus noch fehlt. Vielleicht ein Fußballturnier mit den anderen Jugendhäusern untereinander, um sich zu messen? Das fragt der 16-jährige Jan. Andreas Storn versichert, dass man in Weyhe bereits überlegt, so etwas auf die Beine zu stellen.

Hilke Bald und Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko machen sich derweil fleißig Notizen während des Brainstormings. Ideen gibt es schon mal reichlich. Die müssen aber auch erst einmal geprüft werden, was und wie etwas umzusetzen ist. Aber es zeigt: Die Jugendlichen haben Lust, Zeit im Jugendhaus zu verbringen und würden auch gern mehr machen. Jan ist nicht erst seit der Wiedereröffnung des Jugendhauses Gast im Fönix. Er kommt gerne – vor allem, weil er seine Freunde treffen kann. „Eigentlich braucht es keine Angebote“, weiß Storn von seiner Arbeit. Oft reicht ein Raum aus, in dem die Jugendlichen Zeit verbringen und quatschen können. Wichtig ist ihm und Bald, dass „sie das Verständnis der Gesellschaft begreifen“, wie es der Streetworker formuliert. Das fehlt häufig.

Norbert Lyko freut sich, dass das Jugendhaus nun besser genutzt wird als vor dem Umbau. „Es wird viel mehr angenommen. Insgesamt aber von befriedigend bis gut“, lautet das Fazit des Ersten Stadtrates. So bleibt der Kreativraum oft noch leerer, als es sich die Verantwortlichen nach der Renovierung vorgestellt hatten.

Um die Angebote noch besser zu strukturieren und zielgerichter anzubieten, läuft derzeit in Bassum das Projekt CTC (Communities That Care, deutsch: Gemeinschaften, die sich interessieren). Unter der Leitung von Anne-Kathrin Heinze wurden Schüler von Bassumer Schulen zu verschiedenen Themen befragt. Sollte bei Jugendlichen als Beispiel etwa ein Drogenproblem vorhanden sein, könnte man dann mit einem Projekt reagieren und die Schüler begleiten. Auch ist es möglich, nach der Befragung verschiedene Projekte bereits in den Kindergärten zu starten und die Schüler auch in der Grundschule und weiterführenden Schule zu unterstützen. Das Ziel von CTC ist herauszufinden, welche Herausforderungen bei den Schülern herrschen, wo Probleme sind und was sie unterstützt, um ein geregeltes Leben führen zu können. Lyko sagt: „Wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse.“

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