Teilen von Ressourcen Stadtbücherei Bassum freut sich über wiederkehrendes Saatgut

Die Bassumer Bücherei hatte im vergangenen Frühling eine Saatgut-Bibliothek eingerichtet. Nach erfolgreicher Ernte freuen sich die Organisatorinnen nun über reichlich Rückläufer.
21.08.2022, 14:04
Lesedauer: 3 Min
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Stadtbücherei Bassum freut sich über wiederkehrendes Saatgut
Von Lina Wentzlaff

Bassum. Nachhaltigkeit ist auch in den Bibliotheken ein Thema. Für alle Gemüse- und Blumenliebhaber hat die Bassumer Stadtbücherei ein ganz besonderes Angebot. Seit März dieses Jahres gibt es eine sogenannte Saatgut-Bibliothek, die nach dem Prinzip der Tauschbörse funktioniert. Da der Herbst nun vor der Tür steht und viele Gemüsesorten schon Früchte tragen, hofft Bibliothekarin Susanne Tietjen auf viele Rückkehrer in Samenform.

Im Fokus stehen bei dem Projekt die Nachhaltigkeit und das Teilen von Ressourcen, betont Tietjen. Das Interesse an den Blumen- und Gemüsesamen sei in den vergangenen Monaten groß gewesen. Schnell waren die ersten 100 Tütchen vergriffen, sodass noch einmal Saatgut nachbestellt wurde. Das Angebot reicht von Gemüse- über Kräuter- bis zu Blumensamen.

Das Prinzip der Saatgut-Bibliothek ist denkbar einfach: Interessierte bringen Lust und Neugier mit, Saaten auszubringen und daraus Pflanzen aufzuziehen. In der Bücherei darf man sich Samen-Tütchen mitnehmen, die man zu Hause aussät. Etwas Platz im Garten, Hochbeet oder auf dem Balkon reichen aus, um Saatgut zu vermehren und die eigene Ernte einzubringen. Am Ende der Saison werden die neuen Samen einfach zurück in die Bibliothek gebracht. "Damit ist es eigentlich kein Tausch, sondern vielmehr ein Verleih", betont Reinhild Olma von der Agendagruppe Bassum. Sie hofft vor allem, dass durch Projekte wie dieses auch alte Sorten erhalten bleiben.

Trend zur Selbstversorgung

Den Trend zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse habe das Bücherei-Team gerade seit Beginn der Corona-Pandemie beobachtet. Mehr und mehr Nutzpflanzen hielten nicht nur Einzug in die Gärten, sondern auch auf die Balkone der Bassumer. Denn viele Gemüsepflanzen, die im Garten wunderbar wachsen, können auch im Kleinen auf dem Balkon angebaut werden. "Auch das Thema Hochbeet ist weiterhin sehr in Mode", sagt Susanne Tietjen. Gerade für Bassumer mit wenig Platz für den Gemüseanbau sei es eine interessante Technik, um trotzdem auf mehreren Ebenen zu arbeiten.

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Deswegen habe das Bücherei-Team ein ganzes Regal zum Thema Garten, Gemüseanbau und naturnahes Gärtnern bestückt. "Die Gartenbücher gehen sehr gut", sagt Tietjen begeistert. Auch dies habe den Anreiz dafür gegeben, die etwas andere Bibliothek einzurichten. Die Kistchen mit den Samentüten haben daneben ihren Platz gefunden. So können sich Gartenbegeisterte noch mehr austauschen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. "Zum Beispiel kann man mit Kindern gut experimentieren." Gerade einfache Gemüsesorten wie Radieschen oder Bohnen eigneten sich, da sie schnell Früchte tragen.

Beschriftung des Saatgutes

Für die Rückgabe des Samenguts haben die Verantwortlichen spezielle Papiertütchen vorbereitet, die in der Bücherei abgeholt werden können. "Diese sollten deutlich beschriftet werden", erläutert Susanne Tietjen. Wichtig sei dabei unter anderem die Beschreibung der Sorte. "Schön wäre es, wenn noch Informationen über den Monat der Aussaat hinzugefügt werden", betont die Bibliothekarin. Zudem freuen sich die Verantwortlichen über Informationen, wie es sich das Saatgut gegenüber anderen Pflanzen verhält und wie es anzubauen ist.

Je nach Gemüse-, Kräuter- oder Blumenart unterscheide sich die Form der Gewinnung des Saatguts. "Bei Tomaten entfernt man einfach die Kerne im Inneren, legt sie in ein Wasserbad und nach ein paar Tagen kann man die Samen rausholen und trocknen", erklärt Susanne Tietjen. Die Organisatorinnen hoffen nun, dass die Saatgut-Bibliothek ein Selbstläufer wird. "Es ist schön, wenn das Angebot weiterhin angenommen wird und wir im nächsten Frühjahr wieder eine reichhaltige Auswahl haben", betont Reinhild Olma.

Zur Sache

Aktion gegen Insektensterben

Die Mitgliedskommunen der Win-Region, zu der die Städte Syke, Bassum und Twistringen sowie die Gemeinden Stuhr und Weyhe gehören, verteilen vom 15. September bis zum 29. Oktober Gutscheine für heimische, insektenfreundliche Stauden an ihre Bürgerinnen und Bürger. Damit reagieren die Städte und Gemeinden auf das rasante Insektensterben. Die Coupons haben einen Wert von jeweils 30 Euro.

Auch die Stadt Bassum beteiligt sich an der Aktion. Die Gutscheine sind für Bassumer in der Stadtbücherei erhältlich. Interessierte können einfach nach einem Gutschein fragen. Pro Haushalt gibt es allerdings nur einen Gutschein. Dabei gelte lediglich das sogenannte „Windhundprinzip“: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Insgesamt stehen 100 Coupons in der Lindenstadt zur Verfügung. Die Stauden selbst erhalten Bassumer dann in den teilnehmenden Fachbetrieben.

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