Konzertkritik

Sasha begeistert beim Bassum-Open-Air

Der Musiker machte auf dem Weg nach Hamburg einen Abstecher zum Bassum Open Air. Der Sänger lieferte eine gute Vorstellung und konnte das Publikum überzeugen.
18.08.2019, 22:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Bödeker
Sasha begeistert beim Bassum-Open-Air

Sasha gab in Bassum alles. Bei stimmiger Beleuchtung präsentierte er Hits aus zwei Jahrzehnten.

Braunschädel

Ist er ein Weltstar? Auf alle Fälle ist er ein international aktiver und erfolgreicher Star, der seit zwei Jahrzehnten im Geschäft ist und sich zudem immer neu erfindet. Das allein ist in der Musikszene etwas wert.

Sascha Röntgen-Schmitz aus Soest, jetzt in Hamburg wohnend, 47 Jahre alt und besser bekannt ohne Nachnamen und ohne „c“, immer mal wieder auch als Dick Brave benannt, war in Bassum unterwegs. Auf dem Weg von einem Job in Berlin nach Hause in die Hansestadt, machte er einen Abstecher und gab ein Konzert unterm Dach der Konzertmuschel beim Bassum Open Air. Er bot einen Querschnitt seines Schaffens.

Publikum machte eifrig mit

Sasha und seine Musik kamen bestens an, der Applaus war groß und das Publikum machte eifrig und engagiert mit. Zwischendurch kurz zum Wetter: Es regnete nicht dauernd und auch nicht stark. Und anders als vor einem Jahr bei Barclay James Harvest war es gar nicht kalt. Also ein rundum gelungener Abend mit bester Laune pur auf allen Seiten sozusagen.

Auch diejenigen, die ihn vorher nicht kannten oder nicht aus voller Überzeugung dabei waren, fanden den Abend klasse. Allen voran Organisator Oliver Launer. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir mal Sasha live anhöre. Aber er hat das gut gemacht“, meinte er. Seine Gattin Gabi derweil brauchte zum Mittanzen nicht besonders gebeten werden.

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So ging es den meisten der Zuhörenden. Zu einer Textzeile mit dem Wort „higher“ (zu deutsch: höher) reckten sich hunderte von Armen in die Höhe. Getanzt und mitgesungen wurde unter den Regenkapuzen oder eben mit nieselregen-feuchtem Haar sowieso. 1100 Besuchende waren dabei, nur ein Drittel der Zahlen manch sonstiger Show.

Sasha ist länger im Geschäft als die meisten aktuellen Künstler und darf allein deshalb nicht in einen Topf geworfen werden mit den Stars der jungen Leute und deren irgendwie gleich seichten und nichtssagenden Auftritten und den durchgestylten Karrieren. Sein Repertoire ist breiter angelegt. Im Laufe seiner Karriere gab es ihn in Smoking und mit Fliege, ebenso wie mit Hut und Lederjacke oder im T-Shirt und mit Schmalzlocke. Vom Backgroundsänger an die Bühnenfront war es ein weiter und nicht gerader Weg.

Balladen und flotte Lieder

In Bassum war Sasha besser bei seinen flotten Liedern, die wenigen Balladen zur Mitte des Auftritts überzeugten nicht so. Zwei Backgroundsängerinnen und sieben Musiker unterstützen ihn auf der Bühne. Modisch up to date kam er daher in weißen Schuhen zur blauen Jeans-Joggerpants, weißes T-Shirt unter der blauweiß gemusterten Jacke. Aus dem aktuellen Album „Schlüsselkind“ sang er von der weißen Weste und „Genug ist genug“. Auf deutsch versucht er sich auch.

Sashas Sound überzeugte komplett, er groove, dass es eine Freude war. Es gab viel buntes Licht, das Publikum ging sofort mit. Sasha ist eben Profi durch und durch und wusste auch, vom mäßigen Wetter abzulenken. „Jetzt ist Hüfte angesagt“, forderte er auf. Er selbst bot auch Hüftschwung.

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Als das Publikum „Aus dem Jungen ist ja doch noch was geworden“ mitsang, kommentierte Sasha schmunzelnd: „Hört sich gut an“. Auf „Schlüsselkind“ singt er biografisch. Einige der Texte erzählen seine Lebensgeschichte, einige Songs sind dabei Mainstream bis banal. Das gelingt, denn er sing eben nicht nur im typischen Schlagerstil. Vielmehr bringt er seinen vielfältige Groove-Soul- und Rockabilly-Erfahrung mit ein.

Schon früh, rund fünf Jahre nach seinem ersten Erfolg „If you believe“, erfand er Dick Brave und sich neu. So streute er auch in Bassum immer wieder Medleys ein. Ein Song für den Film der „Drei ???“ war zu hören. Die Top-Songs „Lucky Day“, „Rooftop“ und „Turn It Into Something Special“ wurden eifrig mitgesungen.

Ein ruhiges a cappella-Stück unterbrach die fetzige Zugabe und mit dem Megaseller von 1998 „If You Believe“ endete der Abend. Nicht nur der Song schaffte es in die internationalen Charts. Sasha ist ein Star und ein Erlebnis für Bassum war er allemal.

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