Bundesliga Luftpistole Bassumer Schützen bleiben erstklassig

Die Luftpistolen-Schützen des SV Bassum von 1848 haben sich am letzten Wettkampftag in eigener Halle den Klassenerhat gesichert. Dank eines Fehlschusses durften die Bassumer sogar noch einen Sieg feiern.
16.01.2022, 17:46
Lesedauer: 3 Min
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Bassumer Schützen bleiben erstklassig
Von Nastassja Nadolska

Dieser Moment wird wohl einigen, die am finalen Wettkampftag in der Schützenhalle des SV Bassum von 1848 mit dabei waren, noch lange in Erinnerung bleiben. Die Bassumer traten gegen die Sportschützen aus Fahrdorf an. Es war ihr abschließendes Duell. Fahrdorfs Ian von der Osten-Fabeck trat dabei gegen Pierre Michell an und gewann am Ende mit 359:351 Ringen – allerdings stellte sich heraus, dass der Fahrdorfer Schütze einen Schuss zu viel abgegeben hatte. Daraufhin diskutierten Trainer, Schiedsrichter und Hauptrichter über das weitere Vorgehen. Nach knapp 15 Minuten verkündete Jens Voß, Teammanager der Bassumer und an diesem Tag auch für die Aufsicht zuständig, die Entscheidung: Von der Osten-Fabeck wurden elf Ringe abgezogen, wodurch Michell mit einem Ring vorne lag und die Bassumer diese Begegnung am Ende mit 3:2 für sich entschieden. Sie dürfen damit in der nächsten Saison weiterhin in der 1. Bundesliga Nord schießen. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Spannender hätte es wohl kaum laufen können“, sagte Michael Meinhard, der gemeinsam mit Artur Gevorgjan die Bassumer Schützen trainiert, und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

Die Bassumer Schützen hatten ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Am Vortag hatte sich der SVB mit dem PSV Olympia Berlin auseinandergesetzt und laut Meinhard mit dem 0:5 eine „deutliche Schelle“ kassiert, womit die Verantwortlichen des SVB so nicht unbedingt gerechnet hatten. „Uns war klar, dass es nicht einfach werden würde gegen Berlin. Aber dass wir am Ende dann doch so untergehen würden, war schon krass und drückte natürlich dementsprechend auf die Stimmung“, beschrieb Meinhard die Stimmungslage seiner Schützen und ergänzte: „Natürlich waren wir gespannt, wie die Nacht verläuft und wie fit die Mannschaft am nächsten Tag sein würde.“

Am Sonntag stand für die Bassumer der finale Wettkampf der Saison gegen Fahrdorf an. In der kleinen Bassumer Schützenhalle war eine leichte Anspannung bei den gastgebenden Aktiven zu verspüren. Alle waren hoch konzentriert. Die Gastgeber lagen nach der ersten Serie – bis auf Thomas Hoppe – allesamt in Führung. „Das kann in der zweiten Serie aber wieder ganz anders aussehen. Es ist wie eine Achterbahnfahrt“, warnte Meinhard und sollte damit Recht behalten. Während Bassums Dennis Rother gegen Gagik Sahakian auch seine zweite Serie mit 95 Ringen bestätigte, patzten seine Teamkollegen. Besonders Martin Mohnke und Pierre Michelle mussten immer wieder eine Pause einlegen und noch einmal durchatmen. „Das ist ganz normal bei so einem Wettkampf. Da kann die Konzentration ab und an mal schwinden“, relativierte Meinhard, dessen Trainerkollege Artur Gevorgjan immer wieder das Gespräch mit seinen Schützen suchte und ihnen Tipps gab.

Zuschauer waren aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht erlaubt, doch die wenigen Bassumer Anhänger, die dabei sein durften, unterstützen ihr Team so gut es eben ging. Dennoch drehten die Gäste aus Fahrdorf den Spieß um und lagen nach 23 Minuten mit 3:2 in Führung. Lediglich Dennis Rother und Sascha Sandmann bestätigten ihre Leistungen und ließen ihre Gegner nicht herankommen. Nach 50 Minuten endete der finale Wettkampftag mit dem scheinbaren 3:2-Sieg der Fahrdorfer – wäre da nicht dieser eine Schuss zu viel gewesen. Den Bassumer Schützen sah man die Erleichterung förmlich an. Dennis Rother sagte nach dem Wettkampf zu seinem Trainer Artur Gevorgjan: „Zum Schluss war die Energie einfach raus. Am Ende hat es aber gereicht und das ist die Hauptsache.“

Nun dürfen beide Kontrahenten in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga Nord antreten. Dennoch fällt das Fazit von Trainer Michael Meinhard eher nüchtern aus: „Es war eine ziemlich durchwachsene Saison von uns. Das kann nicht unser Anspruch sein. Die aktuelle Situation hat es uns in den vergangenen Monaten nicht einfach gemacht. Immer wieder mussten wir rotieren, dadurch hatten wir natürlich keine Kontinuität, die wir aber brauchen.“

Info

SV Bassum - PSV Olympia Berlin  0:5 (1830:1876)

Hoppe - Knapik 377:381, Rother - Dworzak 367:375, Sandmann - Skeries 367:379, Mohnke - Potteck 361:374, Grieskamp - Müller 358:367

SV Bassum - Sportschützen Fahrdorf  3:2 (1821:1818)

Hoppe - Hansen 369:372, Rother - Sahakian 373:368, Sandmann - Vollertsen 370:365, Mohnke - Schröder 358:365, Michel - v. d. Osten-Fabeck 351:348

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